Welchen Film zuletzt im Kino gesehen/ welche Serie zuletzt beendet?

      Corab schrieb:


      Er übertrifft die äußerst durschnittliche Episode 7 um Längen. Das fängt schon bei den Charakteren an. In Star Wars: The Force Remakens hatten wir maRey Sue; Finn, den Ex-Kindersoldaten der einen 180 pullt und dann ohne es für eine Millisekunde zu hinterfragen andere Ex-Kindersoldaten metzelt; und Poe, einen Charakter, der so uninteressant war, dass die Macher ihn in ihrem ursprünglichen Skriptentwurf am Anfang des Films umbringen wollten. [...] Außerdem gilt K-2SO > BB8.
      Jo da stimme ich zu. Zwar wurde ich mit Cassian Andor nicht so richtig warm. (Den Charakter fand ich manchmal komisch. Diego Luna guckt manchmal so komisch, weiß nicht ob es daran lag.) und manchmal ist mir Donnie Yens Charakter zu memeig mit seinem "I am with the force and the force is with me". Aber unterm Strich übertreffen die Charaktere den TFA-Cast. (Wobei ich die deutsche Synchronisation von Saw Gerrera Kacke fand. Das klang, als würde der Synchronsprecher desperatly versuchen wie ein Asthmatiker zu klingen und klang aber am Ende einfach nur erbärmlich.)
      Und joa K-2SO >>> BB8 :D

      Corab schrieb:

      Hier und da wurden moralische Themen angeschnitten (z.B. die Aussage Cassians, sie alle hätten für die Rebellion schlimme Dinge getan), aber nicht weiter vertieft.

      Spoiler anzeigen
      Naja in Cassians erster Szene killt er nen Zivilisten oder zumindest Mitstreiter. Weiß nicht mehr genau was das für einer war. Aber es war einer der guten und er killt ihn, damit er selbst nen easy Abgang machen kann^^

      Corab schrieb:

      Eine weitere Sache, die mich an dem Film extrem beeindruckt hat, waren CGI Grand Moff Tarkin und CGI Leia. Manchmal hat man noch gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt, aber zu 99% haben die computergenerierten Klone überzeugt. Nachdem ich diesen Film gesehen habe, bin ich recht sicher, dass schauspielerlose Realfilme noch in meiner Lebenszeit entstehen werden.

      Also vorallem während Tarkin spricht, merkte ich schon stark, dass es CGI ist. Da hatte er abschnittsweise etwas von einem sehr gut gemachten Videospielcharakter. Aber ja, hätte man während er spricht öfter mal rausgezoomt oder ihn von hinten gezeigt, wäre es echt top gewesen. Aber so natürlich auch schon sehr beachtlich. Generell ganz nett, dass Tarkin und Senator Organa in dem Film vorkommen und vom Originalschauspieler "gespielt" werden. Der Cameo von C3PO und R2D2 war mir zwar ein wenig over the top, aber der von Leia am Ende ist eigentlich nochmal ein ganz nettes Ende und eine schöne Überleitung auf Ep. 4.


      Diese letzte Szene, in der Vader durch den Gang geht und Rebellen metzelt... Gott war die geil :DD

      TheDetective schrieb:

      Zwar wurde ich mit Cassian Andor nicht so richtig warm.
      Jo, mir hat er die meiste Zeit auch nicht so sehr gefallen. Die Szene mit Jynn am Ende fand ich aber ziemlich stark.

      TheDetective schrieb:

      als würde der Synchronsprecher desperatly versuchen wie ein Asthmatiker zu klingen
      Im Original klang er allerdings auch ziemlich asthmatisch, wobei es mich nicht extrem gestört hat. Aber vielleicht war es in der Synchro einfach schlecht umgesetzt.

      Spoiler anzeigen

      TheDetective schrieb:

      Naja in Cassians erster Szene killt er nen Zivilisten oder zumindest Mitstreiter. Weiß nicht mehr genau was das für einer war. Aber es war einer der guten und er killt ihn, damit er selbst nen easy Abgang machen kann^^
      Jo, in der Szene dachte ich auch: "Holy fuck, wird dieser Film düster." Aber danach haben sie sich doch etwas zurückgehalten

      TheDetective schrieb:

      Also vorallem während Tarkin spricht, merkte ich schon stark, dass es CGI ist. Da hatte er abschnittsweise etwas von einem sehr gut gemachten Videospielcharakter.
      Ich hab jetzt nochmal Bilder gesehen und auf denen fällt es mir auch sehr stark auf. Im Film hatte ich nur eine leichte Uneasiness, die ja durchaus auch zu dem Charakter passte. Vielleicht hat das 3D die Künstlichkeit etwas verschleiert...

      TheDetective schrieb:

      Der Cameo von C3PO und R2D2 war mir zwar ein wenig over the top
      Ja, war auch unnötig. Es hätte ruhig mal einen Star-Wars-Film ohne die beiden geben können.

      TheDetective schrieb:

      Diese letzte Szene, in der Vader durch den Gang geht und Rebellen metzelt... Gott war die geil :DD
      Jo! :D


      _____________________________________________

      So, außerdem habe ich heute die neue Folge von Sherlock gesehen. (Danke TD, dass ich nicht tripleposten musste. :D)

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      Tja, die Talfahrt von Sherlock geht weiter. Staffel 3 war kacke, das Special war kacke und die erste Folge von Staffel 4 ist auch kacke. Genauso wie das Special ist die neue Folge ein komplett unrunder Haufen von zusammengeklatschten Szene, die viel zu viel auf einmal sein wollten. Es fängt mit komödiantischen Untertönen an, geht mit einem Agententhriller weiter und endet schließlich mit Charakter"drama". Dadurch ist der Anfang der Folge noch ganz okay, wenn auch etwas überladen, weil die Autoren einfach keine vernünftigen Kriminalfälle schreiben können.

      Mit dem Agententhrillerplot geht es dann aber bergabwärts. Kein Wunder, denn immerhin handelt der Plot von Mary, die an sich schon vollkommen unnötig ist. Marys und Sherlocks Freundschaft war seit ihrer Einführung in Staffel 3 eine reine Katastrophe, weil sie in keinster Weise durch Charakterentwicklungen gerechtfertigt wurde. Aber trotzdem verdrängt sie in dieser Folge komplett John, der außer der für seinen Charakter bizarren Andeutung einer Affäre im Wesentlichen nicht Interessantes tun darf.

      Und dann beginnt der Teil ums Charakterdrama, mit der Enthüllung das eine für den Plot vollkommen irrelevante Rezeptionistin Main Villain der Episode war. Also im Prinzip ein "The Butler Did It"-Ende, bei dem hinter dem Twist keinerlei emotionale Wucht steckt. Sherlock provoziert die Rezeptionistin - die nebenbei bemerkt eine Waffe auf ihn richtet - dann so lange, dass sie zur Überraschung von exakt niemandem eine Kugel auf ihn schießt. Dann gibt es eine Zeitlupenszene, in der Sherlock ewig auf die herannahende Kugel starrt, nur um dann von Mary weggeschubst zu werden, als die Kugel noch ein paar Zentimeter entfernt ist. Wenn Mary das in der kurzen Zeit schaffen konnte, hätte Sherlock ohne Probleme einfach zur Seite gehen können. xD

      Jedenfalls stirbt Mary - good riddance - und John gibt ein Geräusch von sich, das wohl seine Trauer verdeutlich soll. Leider klingt es mehr, als würde er die Kackwurst seines Lebens rauspressen oder sich in einen Super Sayajin verwandeln wollen. Jedenfalls ist John dann sauer auf Sherlock, weil der sich von Mary hat wegschubsen lassen. Der dramatische Höhepunkt der Folge - aber ich lag bloß am Boden vor Lachen.

      Auch nervig war, wie unfassbar krass stilisiert diese Folge war. In seiner Anfangsphase war Sherlock eine wirklich stylische Serie, die kreativ mit ihren visuellen Elementen experimentiert hat. Leider ist das diesbezügliche Lob den Machern wohl zu Kopf gestiegen, weshalb sie hier in fast jede Szene irgendeinen Effekt reingequetscht haben. Zwischendurch kam ein Suchhund vor, mit dem nach einer Blutspur gesucht werden sollte, was aber zu nichts geführt hat. Laut dem Internet war das offenbar nicht geplant und der Hund wollte sich einfach nicht ans Drehbuch halten - aber normalerweise könnte man ihn dann einfach rausschneiden und sich eine komplett überflüssige Szene sparen. Stattdessen wird sie drinbehalten und noch unnötig mit Spezialeffekten versehen.

      Sherlock war immer ein bisschen Style over Substance, aber man hatte wenigstens gute Charaktere und ein Gefühl von Richtung. Diese Folge hat nichts davon - und ist genauso ein konfuser Mischmasch wie Abominable Bride
      Hab mir gestern Abend auch die Sherlock Folge gegeben, allerdings nur halb zugehört, weil das Football-Spiel im Fernsehen irgendwie doch interessanter war (eigentlich war das Spiel nicht interessant).

      Spoiler anzeigen

      Corab schrieb:

      Jedenfalls stirbt Mary - good riddance - und John gibt ein Geräusch von sich, das wohl seine Trauer verdeutlich soll. Leider klingt es mehr, als würde er die Kackwurst seines Lebens rauspressen oder sich in einen Super Sayajin verwandeln wollen.
      Haters gonna hate :D

      Jedenfalls ist John dann sauer auf Sherlock, weil der sich von Mary hat wegschubsen lassen. Der dramatische Höhepunkt der Folge - aber ich lag bloß am Boden vor Lachen.
      Lachen musste ich jetzt nicht, aber ich saß vor meinem Bildschirm und hatte ein ähnliches :huh: -Gesicht gemacht. Ich versteh auch absolut nicht, was mit John ist. Ein John-ist-total-sauer-auf-seinen-Sherlock hatten wir bereits (die auch nachvollziehbarer war), brauche ich nicht nochmal. Und wer zum Teufel ist E.?

      Auch nervig war, wie unfassbar krass stilisiert diese Folge war.
      Empfand ich von Minute 1 an auch so. Mir kam es so vor, als hätte der Cutter After Effects für sich entdeckt und probierte wie wild rum, die Folge stylisch zu machen.

      Komische Charakter"entwicklungen" bzw. nervig geschriebene Charaktere und ein dramatisches Ende, worüber man nur den Kopf schütteln konnte. Ich fand sie aber nicht so schlecht wie alle meinen, sie war "okay".

      Sherlock

      Gut, dass die Folge gleich schlecht losgeht, dann kann sie im späteren Verlauf nicht mehr all zu stark absinken. Sherlock ist in der ersten Szene vollkommen out of character. Das erste was er macht, ist tweeten, dass er wieder frei ist mit dem Hashtag "oh what a beautiful day"? Wow. Und dann denken sich Moffat und Gatiss "Jo wär es nicht cool, wenn wir zwei der drei wichtigen handelnden Personen in dieser Folge in der absolut nichts mit dem Mainplot zutun habenden Openingszene vorstellen und die eine einfach die Täterin ist? ... Srsly ich musste erstmal gründlich überlegen, wer die alte am Ende der Folge in dem Aquarium ist und selbst als mir einfiel, dass es diese Sekretärinnenfrau ist, hab ich noch nicht verstanden, was der Mist soll.
      Ganz nettes Easteregg, dass Fälle die Sherlock am Anfang der Folge löst original Holmes Fälle sind. Schade nur, dass die Folge selbst keinen guten Kriminalfall beinhaltet. (The Adventure of the Engineer's Thumb und The Adventure of the Lion's Mane sind nur zwei die ich beim ersten sehen erkannt habe, gab sicher noch mehr)
      Dann dachten sie sich wohl "hmm reicht nicht, wenn nur Sherlock out of Charakter ist, lassen wir Watson doch ne Affäre haben!".
      Explodierendes Auto... Ist das hier Alarm für Cobra 11?

      Warum um alles in der Welt kriegt Sherlock Flashs von einem Aquarium, wenn er das Tischchen sieht, auf dem die Thatcherstatue fehlt? No Way in hell, hat er da bereits irgendwie das Ende der Folge suspected.
      Sherlock gibt die ganze Episode nen Fuck auf Johns Baby und zeigt dann Mycroft ohne Grund ein Foto, die einzige Person die er kennt, die noch weniger Fucks auf das Baby gibt.
      Das einzig gut an der Folge ist, dass Sherlock nicht noch vollkommen aus der Luft gegriffen die schwarze Perle in der letzten Szene findet Hatte ich ja schon mit gerechnet.
      (Nitpicking: John wird in Minute 25 von einem schwebenden Ballon verkörpert, der in der Szene am Ende mit Mrs. Hudson nicht mehr schwebt, obwohl er immernoch mit Gas gefüllt ist)
      Ein Hund soll anhand einer kleinen Blutspur einen Menschen in London finden? Man muss kein Sherlock sein, um zu wissen, dass das nicht funktioniert :D Wieder so eine Szene wo sie sich dachten "hey im Original Holmes gab es mal einen Fall mit einem Hund Toby, lass das auch mal machen". Naja geht hier vollkommen in die Hose. Uuuuund der Hund schafft es die Blutspur durch halb London zu verfolgen. FML

      Corab schrieb:


      Mit dem Agententhrillerplot geht es dann aber bergabwärts.

      Und es geht los.. Mit der Kampfszene. Ich würde die ja nicht mal hassen, wenn Sherlock in der Serie bereits als guter Kämpfer dargestellt worden wäre, aber das hier kommt einfach aus dem Nichts. Der andere Typ ist ein Berufsagent und Sherlock kann den ohne weiteres Entwaffnen und besiegen? Bullshit.
      Als dann rauskommt, dass es Mary geht, musste ich erstmal laut seufzen... Why? Warum ist die überhaupt Maincast? Waaaah.
      Warum schubst Sherlock den Bösewicht auf seine Waffe und unternimmt dann nichts.
      Und warum demaskieren sich Mary und der andere Agententyp bevor Mary die Blendgranate zündet? xD Damit die Zuschauer ihre Gesichter sehen? :D nett.
      Welcher Idiot hat sich überhaupt gedacht, es wäre ne Idee, wenn vier Geheimagenten vier USB-Sticks mit allen geheimen Informationen über sich rum tragen? Sobald einer von denen gefangen wird, kann der noch so treu sein, wenn ihm der Stick abgenommen wird, ist es vorbei xD
      Was für einen Transmitter hat Holmes bitte an dem Stick angebracht, den man nicht sieht? Wie klein ist der und wo hat er den so schnell her?
      Achso und wie soll das mit dem USB-Stick in der Statue funktionieren? Der Typ, der die Statue versiegelt, sieht doch wohl, dass da ein USB Stick drin ist xD

      Wie löst Sherlock eigentlich den Fall? Der steht auf der Brücke und weiß plötzlich, dass es die Tusse aus Szene eins war? Weil sonst keine britische Frau in der Folge vorkam, nehme ich an? Und für was steht jetzt Ammo? Ich verstehe die halbe Fallauflösung nach dem ersten Gucken nicht (vielleicht war ich zu abgelenkt, weil ichs zu bullshittig fand?).
      Warum rennt eine ausgebildete Geheimagentin auf die offensichtliche Täterin zu, nachdem diese in ihre Handtasche greift? Ist doch obvious, dass da eine Waffe drin ist..

      Oh dann die beste Szene der Folge. Mrs Norbury schießt auf Sherlock. Es wird uns eine Zeitlupenszene gegeben, in der man sieht, dass nachdem die Kugel den Lauf verlässt keiner in einem Umkreis von min. 1 m um Sherlock herum steht.
      Gehen wir mal ganz großzügig davon aus, dass die Mündungsgeschwindigkeit 300 m/s beträgt, was für eine Pistole schon recht gering ist und sind wir auch mal großzügig mit der Entfernung und sagen Mrs. Norbury steht 5 m entfernt, um Mary möglichst viel Zeit zu geben.
      Dann braucht die Kugel für 5 Meter 0,0167 Sekunden. Das heißt Mary hat 0,0167 Sekunden Zeit auf den Schuss zu reagieren und einen Meter Entfernung zurück zu legen. Nehmen wir mal vollkommen utopisch an, ihre Reaktionszeit beträgt 0 Sekunden und sie fängt sofort an sich zu bewegen, dann bewegt sie sich mit 60 m/s vor Sherlock. Das sind so etwa 200 km/h :D Und da hab ich nun wirklich alle Werte für Mary geschönt. Mit rekordverdächiger Reaktionszeit und schnellerem Projektil, müsste Mary schon die Schallmauer durchbrechen, um hier die Kugel abzufangen. (Man sieht ja sogar in der Zeitlupe, dass sie erst nach so ca. der halben Strecke reagiert.)

      Warum hatet Watson Sherlock so hart? Ich meine Ja Sherlock hat den Schuss verursacht, aber das weiß Watson nicht. Watson kommt erst nach dem Schuss. Der sieht nur, dass Mary angeschossen wurde und Sherlock sogar versucht ihr zu Helfen. Und er nur so "bah du hast geschworen bla bla". Ja warum bist du auch so blöd und lässt die alleine gehen.
      Dass Mary am Anfang der Aquariumszene weiß, dass Watson auf dem Weg ist, impliziert ja, dass beide Wissen, dass Sherlock sie beide zum Aquarium beordert hat. Sherlock schreibt Mary "es ist noch nicht vorbei" und beim letzten Mal, hat jemand versucht, Mary zu erschießen. Warum lässt Watson die dann überhaupt alleine fahren? Sollen sie doch zusammen fix nen Babysitter suchen und dann zusammen hinfahren. Aber ne Watson so "fahr du schonmal vor zu diesem Ort an dem was passieren wird, das mit diesem Fall zusammen hängt, bei dem dich jemand erschießen wollte, weil ihr offensichtlich damals verraten wurdet".

      Wohnt Mycroft in einem Heizungskeller mit Kühlschrank?

      Was mir auch richtig auf den Sack geht, ist das Moriarty getease. Mich nervte das schon nach Season drei, als alle meinten "jaaa er kommt zurück, das ist ja so toll". Genauso wie mich jetzt nervt, dass Leute denken, Mary kommt zurück.
      Und dann kommt the Abominable Bride, eine ganze Folge, die quasi nur dazu da ist, nochmal Moriartys Tod zu confirmen und es gibt immernoch Leute, die meinen, Moriarty kommt zurück. Und dann wird hier wieder eine ganze Folge lang geteased.
      Moriarty ist tot ffs. Wenn hier was mit Moriarty in der Staffel passiert, dann etwas, das er vor seinem Tod plante oder etwas, das jemand anders in seinem Namen macht.
      Wenn Moriarty noch lebt, wäre Sherlock der größte Loser der Serie. Moriarty stand einen Meter vor ihm, hat sie eine Pistole in den Mund gesteckt und sich das Hirn rausgeschossen. Wenn Holmes aus der Entfernung nicht erkennen kann, dass Moriarty nicht tot ist, dann ist er einfach ein Failure. Aus dem gleichen Grund muss auch Mary tot sein. Die stirbt in Johns Armen und John ist ein fucking Arzt. Der wird schon wissen, wann jemand tot ist.

      Hmm eigentlich könnte ich den Norbury-Dialog mit Mrs. Hudson loben. Aber uneigentlich hab ich keine Lust :D

      Beechan schrieb:

      Und wer zum Teufel ist E.?
      Ich hoffe ja inzwischen, dass der Villain dieser Staffel Culverton Smith ist. (EDIT: Oh scheinbar wurde schon confirmed, dass Culverton Smith der Antagonist ist. Fein fein) Ein Typ der seinen Neffen umgebracht hat, und versucht Holmes zu töten, bevor dieser den Mord klären kann (noch lieber wäre mir Sebastian Moran, aber den Namen haben sie bereits in der ersten Folge von Staffel 3 verbraten.)
      Und E. versucht dann wohl über Watson an Holmes ran zu kommen, um ihn umzulegen? Gefällt mir allerdings nicht so, weil es Watson total zerstört.

      EDIT: Warum rasten auf Reddit eigentlich alle wegen dem Sherrinford Namedrop aus? Ist jetzt nicht so, als wäre der ein absolut cooler Charakter, auf den wir alle seit Season 1 warten.


      Jetzt muss ich noch doubleposten, weil Heiji es nicht gebacken kriegt, all die Reviews zu schreiben, die er großspurig angekündigt hat :P

      Also vorneweg: Sherlock S4E2 und S4E3 sind besser als S4E1. Das war aber auch nicht schwer. Weiter in Spoilertags:

      Sherlock S4E2
      Puh inzwischen eine Woche her und vieles vergessen. Aber mal sehen was ich noch zusammen kriege.
      Die Folge an sich ist besser als S4E1. Man hat hier einen nachvollziehbaren Plot und es geht nicht um einen Sidecharakter, sondern um die Hauptcharaktere. Auch Watson hat hier in der Folge wieder eine Rolle. Der Anfang bei der Psychologin ist echt nett. Dass Sherlock wieder rückfällig wird, ist auch ok, denn er hat quasi mal wieder Watson verloren.
      Bei der ersten Szene mit Culverton fragt man sich "Warum macht er diese komische Sitzung überhaupt?", eine Frage die sich leider bis zum Ende nicht löst, es sei denn, man interpretiert seine Geständnisse gegenüber den Leichen so, dass es diese Sitzung eigentlich nie gab. Aber warum? Das wirkt alles unkoordiniert. Warum wird in der Folge diese Gedächtnisdroge eingebaut, wenn sie exakt GARKEINEN Einfluss auf den Plot hat. Smith spielt Sherlock vor, er habe Serienmorde gestanden, damit Sherlock ihn jagt und er ihn dann umbringen kann? Ist das sein Plan? Und am Ende will er ihn erwürgen? Like dafuq? Wer würde ihn da nicht sofort als Hauptverdächtigen vorladen xD Und warum bezieht er Eurus ein? Warum gibt er Eurus den Zettel von seiner Tochter? Das wird nie erklärt xD Wenigstens hat die Droge den coolen Namen "TD 12" :P

      Dann werden wieder viel zu viele fliegende Buchstaben verwendet. Es geht sogar so weit, dass Sherlock seinen inneren Flash channeled und im Bruchteil einer Sekunde eine Tasche auf das Gramm genau wiegt? Und später hängt er einen Zettel in die Luft. Dafuq
      Und die Schlussfolgerung aus der 1619 g schweren Tasche: Sie ist zu schwer, da muss eine Waffe drin sein. Wh00t? Die Tasche meiner Freundin wiegt mindestens genau so viel und die hat da auch keine Waffe drin... hoffe ich :D Generell sind die Schlussfolgerungen in der Folge absurd. Man verzeiht es der Folge irgendwie ein bisschen, weil es auch eine handvoll gute Sachen gibt, wie zB die generelle Atmosphäre.

      "Taking your own life. Interesting expression. Taking it from who?" - Hier haben sie sich aber was feines ausgedacht und das Internet lobt sie dafür bis zum geht nicht mehr. Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Man nimmt sich das leben. Sich. Man nimmt das Leben von sich selbst.

      Ganz nettes Foreshadowing, dass Sherlock Flashbacks von Redbeard kriegt, während er mit Eurus in Disguise unterwegs ist.
      Aber darauf folgt dann wieder eine dumme Schlussfolgerung. Er schlussfolgert, dass Culverton ein Serienkiller ist, weil er in einem Wort beschreibt, wen er töten will, und das Wort muss "anyone" sein? Warum sagt er nicht "I need to kill someone, I need to kill you." Ist auch ein Wort? Man kann hier noch interpretieren, dass er ja drugged war und Eurus ihm gesteckt hat, dass das Wort "anyone" ist, aber das ist ein Detektivgeschichte. Die zeichnen sich dadurch aus, dass man die Mysterien aufklärt und nicht der Interpretation offen lässt.

      Cool wie Mrs. Hudson auf die Frage "Wissen sie wie schnell Sie waren?" mit "Natürlich nicht, ich war am Telefon." antwortet.
      Sherlock channeled dann in der "Teetasse-fangen"-Szene wieder seinen inner Flash..

      Die Culverton-Szenen im Krankenhaus sind kacke. Niemand reagiert darauf, dass er die Kinder mit seinen Horrorgeschichten quält? As if.
      Die Szene in der Leichenhalle ist aber eigentlich ganz nett. Gleicht sich in der Folge vieles aus, so dass ich ihr auch unterm Strich 5/10 geben würde.

      Sherlocks Plan ist zwar irgendwie eine coole Umsetzung des Originals "The Dying Detective", aber das mit dem Gehstock ist Humbug. Er hat vor 3 Wochen predicted, dass Watson ihm den Stock bringt, den er seit Season 1 nicht benutzt? Dafuq.

      Der Plottwist mit der Schwester gefällt mir aber gut. Hauptsache nicht Moriarty als Villain, denn den hat man bereits verschossen. Zweitbester Hauptvillain wäre Sebastian Moran gewesen, den hat man aber auch in 3/1 verschossen. Also kommt eigentlich nur ein neuer Charakter in Frage und der muss auf Sherlocks Niveau sein. So dass mir das eigentlich recht gut gefällt. Besser als sowas wie "Mrs Hudson is Final Villain". Auch wenn man hier hofft, dass Culverton nochmal aufgegriffen wird, weil es einfach null Sinn macht, dass er Eurus den Zettel gibt. Und warum schreibt die was mit unsichtbarer Tinte darauf? Ist ja jetzt keine groundbreaking Schlussfolgerung den Zettel unter Schwarzlicht zu halten. Hätte lieber ein cooles Rätsel machen sollen.

      Unterm Strich wie gesagt 5/10. Einiges gutes, einiges schlechtes. Letzte Worte zur Folge: Wtf es gibt nach der Folge immernoch Leute, die glauben, dass Mary und Moriarty leben? ... Retards


      Sherlock S4E3
      Kein Culverton? OK. -1 für Plothole
      Keine Auflösung des Cliffhangers? Naja was hab ich erwartet. Es ist Sherlock, hier wurde noch nie ein Cliffhanger aufgelöst.. (nein im Ernst, es gibt nicht einen Cliffhanger in Sherlock, der nicht durch "Remember the Cliffhanger? Well yeah let's not make that happen" gelöst wurde)
      Naja wenigstens wird in der Folge klar, dass Eurus das gemacht hat, um Sherlock auf Sherrinford zu locken und sie ihn also nur betäubt haben soll. Trotzdem unnötiger Cliffhanger. Er macht keine Spannung, da man eh weiß, dass Watson überlebt und die einzige Frage die aufkommt, ist: Wie hat er überlebt? Und die wird einfach ignoriert xD
      Dann eine Viertelstunde bla bla Sherlock hat 'ne Schwester die in der Klapse sitzt.
      Oh yeah - unnecessary CGI explosion is unnecessary and ugly as fuck. Und moment? Also Sherlock und Watson springen aus dem Fenster und... haben nicht mal einen Kratzer? Yeah calling Bullshit on that one. Und gut, dass die Fenster im 21th Century London aus Zuckerglas sind. Wenn ich gegen mein Fenster springen würde, würde exakt nichts passieren :D

      So was passiert dann: Sherlock, Watson und Mycroft kidnappen ein Boot um heimlich nicht heimlich eine geheime Insel zu infiltrieren, über die sie eigentlich Kontrolle haben? öhm
      Eurus manipuliert alle Menschen. Außer Sherlock Holmes und Moriarty. Weil Sherlock in den letzten 3 Staffeln als absolut mentally stable dargestellt wurde. Er erkennt hier nicht mal, das magische Plot-Glas, aus dem Eurus' Zelle ist, aber er soll schwerer zu manipulieren sein, als alle anderen? :D
      Das mit der Manipulation ist eh der größte Bullshit an der Folge. Sie kann einfach. Schlaue Menschen können halt einfach sagen "Kill your Family" und Leute machen das dann? Es gibt in der Folge absolut keine Erklärung dafür, dass jeder macht, was sie will. Die bauen ihr 3 Mordräume, die mit Geheimgängen verbunden sind, hängen die drei Leute vor die Fenster, kaufen einen Sarg, verwanzen Mollys Haus, präparieren die Wand eines Raumes mit Betäubungspfeilgewehren (?) und bauen einen Fake-Raum für Sherlock. Und Moriarty? Hat sie ihm das alles nur in 5 Minuten erzählt? Oder wusste er eigentlich garnichts und sie bat ihn nur die Videoaufnahmen zu machen?

      Srsly. Der ist in der Folge vollkommen fehl am Platz. Der wurde nur reingenommen, weil Fans auf ihn stehen und um die erste Szene mit ihm zu drehen, in der man kurz denkt "Oho Moriarty steckt hinter allem und jetzt landet er auf der Insel. Wtf? Das war vor 5 Jahren, also ist er doch tot?" (Habe ich natürlich nicht gedacht, ich dachte: Das ist ein Fake oder Moffat und Gattiss went full retard. Wenn Moriarty überlebt hätte, wäre das hochgradig Bullshit) Das ist wieder so typisch für die beiden. In der Folge selbst hat Moriarty garkeinen Zweck. Warum hat Eurus ihn die Videos aufnehmen lassen? Er schockt Holmes nicht mal im geringsten. Die Videos sind vollkommen sinnlos xD

      Wenigstens sind Sherlocks Schlussfolgerungen in der Folge realistisch. Das mit den drei Garridebs ist in Sherlocks Situation eine akzeptable Schlussfolgerung (Er musste sich ja für einen entscheiden.)
      Dann das mit Molly. Da wird danach nicht mehr drauf eingegangen xD Ich glaube die ganze Szene gibts nur, damit sie im Trailer das "I love you" zeigen konnten und die Fans ausgerastet sind, weil sie dachten, er sagt das zu Watson? xD (Tards..)
      Molly läuft am Ende in dem Timeskip einfach in Sherlocks Wohnung, als wäre nichts gewesen xD
      Sherlock rastet total aus und schlägt den Sarg kaputt. Why? Hat doch eh keine Konsequenzen? Die drei Leute die grad vor deinen Augen verreckt sind, waren doch viel gravierender.
      Ist Watsons Kind eigentlich bei Molly? Warum rastet er nicht komplett aus, als er erfährt, dass da ne Bombe ist? Oder wo ist das Kind? xD

      Die Szene in der er Watson oder Mycroft erschießen muss, ist der Höhepunkt der Folge. Die gefällt mir eigentlich auch recht gut und auch wenn vorhersehbar war, dass Sherlock sich selbst erschießen würde, war es die richtige Wahl. Schade nur, dass dieser Höhepunkt 20 Minuten vor dem Ende kommt und danach eigentlich nichts mehr kommt, was mich wirklich flasht.
      Man kommt direkt von dieser doch sehr spannenden Szene in ein "ok öhm wieder so eine Cliffhanger Sache. Wir resetten, weil uns kein besserer Ausweg einfällt -> alle wachen unharmed auf, und go!" Und danach kommt halt GARNICHTS spannendes mehr.
      Mycroft ist voll raus aus dem Bild (vermutlich weil Eurus annahm, er würde dort sterben) und die anderen beiden, joa: Es gibt am Ende zwei Rätsel: Wie wird Watson gerettet und wie wird das Flugzeug gerettet? Und keins der Rätsel wird gelöst. Das eine Rätsel gab es nie, das andere löst Eurus. Es passiert nichts flashiges mehr. Eurus großes Rätsel kann man nicht wirklich genießen, weil es halt so random ist. Keiner hätte das lösen können. Der Key war unzugänglich (ja man sah den Grabstein vorher, aber man hatte keinen Hinweis darauf, dass er der Key ist) und das Rätsel wurde auch nur im Hintergrund genuschelt. Und selbst wenn man das Rätsel gelöst hätte, ist die eigentliche Auflösung total random. Die Auflösung ist: Spiel mit mir. Also lösen sich alle Probleme, indem Sherlock auf Eurus' Zimmer geht und mit ihr kuschelt. (Warum geht er da nicht vorher hin. War doch nicht so fernliegend, dass sie im Haus ist...) Und dann wird Watson, der mit Ketten an den Brunnengrund gefesselt ist, mit einem Seil hochgezogen?
      Wo war überhaupt der Brunnen? Der muss ja ewig weit weg von dem Haus sein, wenn damals weder Mycroft noch Sherlock noch die Eltern auf die Idee kam, in dem Brunnen zu gucken, nachdem Eurus ihnen allen erzählte, sie hätte nen Jungen ertränkt. Aber gleichzeitig reicht die Zeit easy aus, um Watson zu retten.

      Das mit Redbeard hat mich auch nicht geflasht. Es macht halt Eurus noch ein wenig "creepier", weil es kein Hund sondern ein Mensch war, den sie gekillt hat und Sherlock marginal mehr relatable, weil er mal nen menschlichen Freund statt einem tierischen hatte. Aber das war halt jetzt auch nicht, der super große Twist.

      Unnecessary scene with parents is unnecessary. Oh wir sind ja schon im Post-Plot. Öhm joa im Kontext der Folge ist es recht nett, dass es endet, indem Sherlock versucht sie im Zaum zu halten, indem er mit ihr Geige spielt.

      Warum um alles in der Welt muss die Serie mit Mary enden xDDD
      Sherlock und Watson bauen ihr Zimmer wieder 1:1 auf, damit man das Set wieder verwenden kann, falls man doch mal Staffel 5 macht, lol.
      Marys Monolog hintet ganz kurz Sherlock x Watson, um diese dummen Shipper zu teasen, lol. Ich hasse Fanservice. Aber dann kommts ja doch nicht so, also wieder nur ein Fall von "Gattiss und Moffat finden sich geil, weil sie schlauer als Tumblr sind". Gratz.

      Das größte Problem der Folge ist, dass alles was Eurus macht, vollkommen unerklärt ist. Ist halt das Problem, wenn man Charaktere schreibt, die schlauer sind, als man selbst und man sich dann bullshit ausdenken muss, weil man sie selbst nicht verstehen kann.
      In der ganzen Folge wird eigentlich garkein Rätsel gelöst xD Alle die nicht wichtig für den Plot sind sterben, alle anderen sterben nicht. Das "Rätsel" ist ein Wörter-sortier-Rätsel und das Ploträtsel ist total irrelevant, weil es unterm Strich keinen Unterschied macht, ob Redbeard ein Hund oder Mensch ist. Das einzige Rätsel ist Eurus' Vorgehensweise und das wird nicht gelöst xD
      Was ist jetzt mit dem "13th"-Zettel an Mycrofts Kühlschrank? xD
      Also gab auch ein paar Sachen die mir gefielen, z.B. der prinzipielle Ablauf der Folge bis hin zu der Szene, in der Sherlock einen der beiden erschießen muss. Danach war die Spannung halt leider dahin. Aber mir gefiel, dass Eurus der Villain ist. Ihr Motiv ist nachvollziehbar (vor dem Hintergrund, dass sie einen Knall hat) und es wird sogar akzeptabel erklärt, warum Sherlock ein Soziopath ist. Leider hapert es an der Umsetzung.
      Dass Eurus einen Knall hat und Redbeard getötet hat, war sogar erratbar, wenn auch nicht schlussfolgerbar. Auch Sherrinford lies sich aus den Formulierungen Mycrofts erraten. Es ist also zumindest nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Wäre es keine Detektivgeschichte, wäre vieles sogar vielleicht ganz ok. Aber es ist eben eine Detektivgeschichte und in der muss man Sachen erklären.
      In S1E1 gibt es auch nen Typen der Leute in ihren Tod manipuliert und man erhält am Ende eine Erklärung, nämlich die Wahl zwischen den Pillen. Aber hier ist die Manipulation eine Superkraft.


      Sherlock

      S4E1

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      Oh boy... Sherlock is back aaand it's bad. Nachdem Staffel 3 endete und wir uns auf Staffel 4 freuten, kam erst Mal noch ein mäßiges Special nun ist Staffel 4 hier und es wurd nicht besser. Aber.. rewind, erstmal Episode 1 betrachten. Um Mary noch mehr in den Vordergrund zu rücken wurd sie schwanger... what an attention whore. Da zu Sherlock aber Dr. Watson gehört und er keinen Vater spielen welcher Zuhause sitzt und auf seine eigene Tochter auf passen kann, ist das Baby nur die ersten 10 Minuten relevant, so relevant, dass Sherlock selbst während der Taufe noch twittert oder Candy Crush Saga spielt.. was auch immer die Sinn dieser Aktion ist. Mary, ein Charakter welcher nie so viel Aufmerksamkeit bekommen durfte, wurde in Staffel 3 quasi in den Main Cast aufgenommen. Blöd nur, dass sie so sehr von den Büchern abweicht, dass man eine schlechte Backstory erfinden muss. Profikiller! Aber kein Solo Ding. Teil einer Gruppe von Profikillern, welche alle Daten der Gruppe inklusive richtigem Namen und wichtigen Informationen auf einem USB Stick um den Hals trägt, grandios. Lob an Gatiss und Mofat für dümmere Ideen als RTL Autoren. Srsly.. wie kommt man auf die Idee Informationen über die eigene Gruppe auf einem USB Stick zu speichern und den Profikillern um den Hals hängen lassen. Damit sie sich nicht gegenseitig verraten. Ist ja so schwer vorher alle Daten über einen selbst zu löschen. Naja. Zurück zu Mary, der Profikillerin, welche.. oh Herr.. die Gruppe verraten hat.. 1A Story telling. Dadurch hat man nun mehrere Probleme. Mary ist zwar als Charakter zu sehr in die Serie eingebaut, aber viel zu schwach geschrieben, als dass man sie weiter einbauen kann ohne Dr. Watson komplett nutzlos werden zu lassen. Was tun? Richtig! Töten! Aber Sie ist Profikillerin, sie lässt sich nicht so einfach töten. Deswegen wehrt sie aus 5 Metern eine Kugel ab um Sherlock zu retten. Nachdem Sie ihn selbst mal angeschossen hat. Quasi Quitt die beiden. Was nun folgt ist einer der längsten Sterbeszenen ever.. Stirb einfach Mary.. keiner mag dich.. Nichtmal Dr. Watson, der hat ne Affaire direkt nachdem Mary seine Tochter geboren hat. Aber keine sexuelle Affaire, nur SMS. Es wird auf ein Treffen angedeutet, womöglich doch Sex.. Affaire-Watson komplett out of Character harmoniert so gar nicht mit Twitter-Sherlock der sein Schnüffler Game aufgegeben hat um sein Twitter Game zu verbessern. "My bad, I couldn't helped your daughter, I had this nice tweet." Wie angesprochen musste Mary sterben, weil Watson, wie man in der Episode unschwer erkennen kann, komplett obsolet ist. Apropo obsolet.. die Tochter deren Namen ich mir nicht merken konnte - komplett weg. Mary flüchtet ins Ausland, Sherlock und Watson folgen. Tolle Eltern, was die kleine hat. Die Mutter flüchtet, der Papa macht mit seinem Freund dem Psychopathen ne fern Reise. Trotz allem ist Watson sauer auf Sherlock der von der eigentliche Szene gar nichts mitbekommen hat, weil er warten musste bis ein Babysitter kam. Da war das Bady also wieder wichtig, naja, damit Watson später zur Szene kommt.  Also schickt er seine Frau alleine los. Es wurde ja nicht versucht sie umzubringen. Wütend auf Sherlock endet die erste Folge, welche voll gepackt mit unnötigen Effekten, einer schwachen Handlung und einer noch schwächeren Antagonistin. Wie Sherlock überhaupt den Täter überführen konnte und wieso sie sich in einem Aquarium treffen, keine Ahnung. Als er Final Fantasy mäßig auf der Brücke stand und ahnungslos in die Ferne blickt, wurd ihm alles klar. Ist ja Sherlock, können wir nicht verstehen. Sollten wir aber.. dafür sind Detektiv Geschichten da. Wegen der Auflösung.. ohne die gehört es zum Mystery Genre.

      Nachtrag zu Episode 1
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      Bin gerade nochmal durch die Folge gesprungen und wollte paar Dinge noch erwähnen. Ammo war das Codewort, was es schlussendlich bedeutet und wie man dadurch auf die Täterin kam.. bleibt offen. Marys Papier in Chloroform getränkt nockt Sherlock innerhalb Sekunden aus, wäre es so sehr darin getränkt, würde man es meiner Meinung nach riechen bevor es so nah an einem ist. Wie konnten sie Mary finden? Der USB Stick war die Schwachstelle... wer hätte das gedacht..


      S4E2

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      Die erste Szene handelt davon, dass der Antagonist random Leuten erklärt dass er Menschen umbringen möchte. Kennt man von diversen Filmen, viel Sinn hat es noch nie gegeben, außer dass die Autoren zu faul sind sich zu überlegen wie der Zuschauer sonst an diese Informationen kommen könnte. Hier wird es "entschärft" indem er sein Publikum unter Drogen stellt, damit sie sich an nichts erinnern. Schwaches Story telling, ganz schwach. Dr. Watson braucht wieder einen Seelenklempner, weil er den Tod von Mary nicht ertragen kann. Es schafft ihn so sehr, dass er sie sich sogar einbildet. Hatte wirklich gehofft, dass man sie nicht mehr sehen muss. Selbst Tod ist sie noch Teil des Main Casts.. Der Client ist interessant. Die Effekte die benutzt wurden, als Sherlock Ihr Dinge erklärt, fand ich nicht störend, sogar gut eingesetzt. Dass er aber unter Drogen stand und deshalb dachte er wäre in seinem Apartment obwohl er mitten auf der Straße steht, kam viel zu erzungwen rüber einen Mindfuck Moment zu generieren. Das Rätsel mit "anyone" war ne 5/7, wie er auf den vermeintlichen Antagonisten kommt, wird uns nicht erklärt. Lediglich das schlechte Wortspiel mit Serial/Cereal Killer gibt ihm den Verdacht. Welcher für Sherlock selbst kein Verdacht ist sondern die absolute Wahrheit sein muss. Genauso wie "anyone" "everyone" sein muss, weil Sherlock sich dass so denkt. Die Krankenhaus Szene war kompletter Bullshit. Alles davon. Das einzig relevante war, dass die Clientin nicht die Tochter des Antagonisten war. Wobei ich mir selbst als es klar war nicht sicher war, weil die beiden für meinen Geschmack ein und dieselbe Person sein könnten. Der Plan von Sherlock auch sehr schwach. Er hat Wochen vorher geplant, wer alles wo sein musste und dass Watson ihm sein fucking Stock brachte, welcher seit Staffel 1 nicht mehr benutzt wurde... WTF. Die Autoren fühlen sich viel zu geil, als zu verstehen wie dumm das alles geschrieben ist. Kanns ihnen nicht verübeln.. Würd mich auch geil fühlen, wenn Millionen von Menschen weltweit auf meine Spinnerein abfahren würden. Laufen bestimmt mit Dauerlatte durch die Gegend die zwei... Weil ihr scheiß den sie schreiben so geil ist. Zwei Handlungsstränge die bis zum Ende nicht aufgelöst werden. Mit Ende mein ich übrigens Staffel 4 Episode 3, weil hier wird nur einer von bedien aufgedeckt und so gut durchdacht wie die es meinen ist es nicht. Konfuser Scheiß mit viel zu vielen Mindfuck Momenten gepaart ist und am Ende nix bei rauskommt. Mindfucks kreieren weil man bei Zuschauern das Interesse weckt, Lösungen verheimlichen weil man vor lauter Mindfucks die Handlung nicht versteht. So nicht! Am Ende wird noch revealed das Sherlock ne Schwester hat. Schön hypen auf die katastrophale dritte Folge...
      Episode 2 - schlechter Antagonist, schlechte Handlung, schwache Erzählweise.

      Nachtrag zu Episode 2
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      Was wurd aus Twitter-Sherlock aus Episode 1? Hat er sein Twitter Game aufgegeben? Kam er auf keine nichtwitzigen Hashtags die er sinnlos posten kann? Was ist mit der Tochter von Watson? Gibts die noch?


      S4E3
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      Kommen wir zur letzten Episode von Staffel 4. Es gibt nicht viel positives zu Staffel 4 zu sagen, außer dass es endlich fertig ist. Eines vorweg. Das Budget der Episode bezog sich, lässt man die Kosten der Schauspieler weg auf etwa ne dreistellige Zahl. Die Effekte sind grottig, die Explosion ist so lächerlich, dass ich behaupte ich würd ne bessere hinbekommen, lässt man mir 5 Minuten mit Adobe After Effects. Kommen wir zur Episode 3, die Episode die mich dermaßen angepisst hat, dass ich ne Review zur ganzen Staffel schreiben musste. In den Texten vorher sind überall Samen gestreut. Samen aus denen Hate wächst, Hate welcher so groß wurde, dass ich die letzten 2 Tage damit verbachte mir auszumalen, was ich in meiner Review schreiben werde. Natürlich hab ich mir nichts davon gemerkt und ich muss freestylen, wenigstens konnt ich dadurch Zeit auf der Arbeit totschlagen. Die Episode fängt mit einem Kind in einem Flugzeug an, indem all andere Passagiere bewusstlos sind oder Tod.. man weiß es nicht, ich hoffte dennoch auf letzteres. Das Flugzeug droht abzustürzen, Sherlock ist nicht an Bord, was Kaito Kid schaffte ist für Sherlock unmöglich, also gibt es die Situation gar nicht. Was ich vorhin meinte mit 2 Szenarien schaffen und beide am Ende zusammenführen lassen, wurde wieder nicht geschafft. Wieso auch eine gute Handlung schreiben, wenn man von der eigenen Scheiße schon geil wird. The Final Problem. Beide Autoren. Anfangsszene, Mycroft wird von anscheinend von seiner Schwester gerufen. Der Typ welcher schlauer als Sherlock ist und wie sein kleiner Bruder alles logisch betrachtet und nicht an paranormale Dinge glaubt, hat schiß davor durch den dunklen Gang zu laufen. Ich skipp mal. Okay. Sherlock und Mycroft haben also tatsächlich eine Schwester. Sherlock erinnert sich nur nicht dran, weil seine Erinnerungen manipuliert wurden. Wie das fragen Sie sich? It's a Trap! Wofür braucht man ne Auflösung, wenn man die Leute einfach mindfucked. Die Schwester ist schlauer als Mycroft und Sherlock zusammen, verbringt ihr ganzes Leben lang in einer Zelle innerhalb einer Festung. Dennoch hat sie sich irgendwie mit Sherlock getroffen :o Mycroft hat volle Kontrolle über die Festung, dennoch entern die beiden ein Boot um bemerkt unbemerkt auf die Insel zu kommen. JETZT beginnt der Fall. Die Schwester dessen Namen ich nicht weiß, weil sie genauso random ist wie jeder andere Charakter der in dieser Staffel eingeführt wurde, kann Leute hypnotisieren indem sie random Bullshit labert. Wieso kann Sie dass? Weil Sie super schlau ist und super schlaue Menschen können dass. Außer Mycroft, Sherlock und Watson. Die sind immun. Achja, Moriarty wohl auch obwohl sie es bei ihm wohl nicht versucht hat. Moriarty war so fehl am Platz, dass die Tochter von Watson mehr relevanz in der Staffel hatte. Das einzige Ziel der Autoren Moriarty einzuführen, war, dass das ganze Tumblr-Pack geil auf sich selbst werden, weil Sie wussten, dass Moriarty zurück kommen wird. Schnell wurd auch den Spinnern, klar dass Moriarty immer noch Tod ist und es sich um eine Szene aus der Vergangenheit handelt. Moriarty wusste also, dass Sherlock eine Schwester hat, Mycroft davon wusste, er aber keinen Ton zu Sherlock sagte? Plotholes, Plotholes geschehen. wenn man Geschichte für Geschichte schreibt und so sehr beschäftigt ist sich selbst anzugeilen, dass man vor lauter Holz den Wald nicht sieht. Moriarty hatte auch keine Probleme damit, diese unnötig, sinnlose Videonachrichten aufzunehmen. Sherlocks' Schwester welche in Episode 2 und Anfang Episode 3 noch als Superhirn dagestellt wurde, ist jetzt nur noch eine geisteskranke Person, die das Gefängnis mithilfe ihrer Superpower unter Kontrolle hat. Die drei Fragezeichen, dass sind Sherlock, Dr. Watson und Mycroft müssen in guter alter deutschproduzierten Staffelfinalserie Raum nach Raum abschließen und die absurdesten Rätsel lösen. Mal ernsthaft. Wer kam auf die Idee und meinte, dass das geil ist? Das sieht fucking billig aus und passt eher zu schlecht produzierten Nickelodeon Sendungen als zu Sherlock. Habt ihr erkannt, dass Sherlock alle Rätsel löst und Watson hilfreicher war, als Mycroft? Mycroft ist nur der schlauste von den dreien, aber die Serie heißt ja Sherlock und nicht Mycroft. Da Sherlock sich bei einem Rätsel selbst erschießen wollte und dann der ganze Albtraum vorrüber wäre, gibt es Gewehre mit Betäubungspfeilen in den Wänden - sehr schlau von ihr. Sherlock wacht in einem Zimmer auf, der aus Fake Wänden besteht. Weil (Name einfügen) das alles aus ihrer Zelle organisieren konnte. Wo steht dieses Fake Zimmer? Genau am Elternhaus. Die Grabsteine waren sowas von random, genau wie das Lied und dieses bescheuerte Rätsel. Mich interessiert auch nicht ob Redbeard ein Hund oder ein Kindheitsfreund von Sherlock war. Sie hat ihn umgebracht, hätte genauso gut der Hund sterben können, als ob man nicht schon wusste, dass sie psychisch gestört ist. Wie man nun rausfindet ist diese Flugzeug Szene nur eine Einbildung von ihr sobald sie die Augen zu macht. Was überhaupt gar keinen Sinn ergibt und einfach nur Bullshit ist. Bei den Kammernrätsel, redet sie davon, dass sie nach erfolgreichem lösen Sherlock mit dem kleinen Mädchen verbindet. Also weiß sie davon, dass ein Mädchen im Flugzeug ist, dass gleich abstürzt. Sie bildet sich das aber nur ein, sobald sie die Augen zu macht. Also weiß sie nun davon oder weiß sie nicht davon. Es gibt keinen logischen Grund, der beides zulässt. Entweder sie weiß, dass sie es sich einbildet. Dann hätte sie keine Angst die Augen zu öffnen oder sie weiß es nicht, dann könnte sie aber auch nicht mit Sherlock am telefon verbinden. So oder so ergibt es keinen Sinn. Dr. Watson wacht übringes in einem Brunnen auf, welcher geflutet wird. Bis Sherlock dort auftaucht, dann nicht mehr... Watson merkt, dass seine Füße mit einer Kette am Boden befästigt sind, kann aber durch ein Seil gerettet werden. Mycroft ist verschuwnden. Passiert in der Staffel ja ziemlich häufig. Die Lösung war, dass Sherlock sie einfach in den Arm nehmen musste und sie auf ihrem fucking Zimmer saß und so aussah als ob sie die letzten 20 Jahre dort gesessen hat. Entweder saß die da, war in der Zelle eingesperrt oder hat sich zwischenzeitlich mal mit Sherlock getroffen. Die Psychologin von Watson hat sie auch noch gespielt. Es passt einfach so vieles nicht zusammen. In Episode 2 ist sie ein fucking Mastermind, dass ein guter Antagonist abgeben würde. In Episode 3 ist sie einfach nur ne zerbrechliche, verwirrte Person die in die Klappse gehört. Das Violinen Spiel am Ende war unnötig as fuck.... like 80 Minuten jeder Episode dieser Staffel einfach nur unnötig waren. Episode 3 hätte richtig gut werden können, stattdessen bekommen wir so eine Scheiße. Mindfucks die keine waren. Rätsel die nicht aufgelöst werden. Handlungstränge die nicht einander sondern von einander gehen.

      Nachtrag zu Episode 3
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      Hab nicht mehr durch die Folge geschaut. Es ist kurz vor 2 und ist wohl alles gesagt. Da wären mir bestimmt noch 10 Punkte aufgefallen, die ich alle haten würde.



      Staffel 4 ist keine Krimi Serie. Der wichtige Teil einer Krimi Serie ist die Auflösung, Staffel 4 hat keine Auflösungen, daher ist es ne Mystery Serie. Ne verdammt schlechte... Wollt ihr ne Mystery Serie, schaut Stranger Things, nicht dieses Piece of Shit.


      edit// ich hab wohl etwas gedrückt, was ich nicht sollte. Jetzt werden keine Umlaute angezeigt. Werde das morgen Nachmittag ändern, jetzt erst Mal ins Bett.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Goku“ ()

      Ich habe mir jetzt auch noch Sherlock Season 4 Episode 3 gegeben - und muss tatsächlich ein überraschendes Fazit ziehen. Nachdem Folge 1 absolute Kacke war und ich mich bei Folge 2 TDs Review anschließe, wonach die Folge summa summarum ungefähr durchschnittlich war, war Folge 3...

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      ziemlich gut! :O Die üblichen Sherlock-Sünden sind natürlich wieder vertreten und logistisch ist Eurus' ganzes Spiel ein absoluter Clusterfuck, wobei es gerade am Ende absurd wird, wo Sherlock einfach mit dem Friedhof redet und wahlweise mit Watson im Brunnen oder mit Eurus im Haus verbunden wird. Aber in der Hinsicht plausibel war Sherlock eben noch nie. Moriartys "Plan" in Staffel 2 war auch nicht besser als das hier. Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, dass das hier das beste Sherlock-Staffelfinale seit Season 1 war. Von den Plausibilitätsschwächen abgesehen, sparen sich die Macher hier wenigstens größtenteils die ganz großen Logiklücken Marke "erpresst Leute mit Infos, die nur in seinem Kopf existieren" oder "Er hat bestimmt anyone gesagt! Er ist ein Serial Killer! So funktioniert Deduktion!"

      Zudem fand ich die Folge durchgängig spannend. Die Szene mit Mycroft am Anfang war stimmungsvoll, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es wirklich Eurus gewesen wäre und sie ihn wirklich umgebracht hätte. Und warum wendet sich Sherlock eigentlich eher an seinen Bruder als seine Eltern? Außerdem verwundert, dass Mycroft Sherlocks Scharade überhaupt nicht durchschaut hat. Warum hat der "Kluge Holmes-Bruder" eigentlich die ganze Serie lang nicht einmal etwas Schlaues getan? Na ja, egal. Die Szene mit der Granate danach ist jedenfalls richtig cool. Sie hat zwar nicht allzuviel Sinn gemacht, weil die Holmes Brothers und Watson so oder so nach Sherrinford gefahren wären und Eurus so noch schlimmstenfalls einen der drei umgebracht und so ihren eigenen Spielplan zerstört hätte, aber langsam habe ich mich an Sherlocks unorthodoxes Logikverständnis gewöhnt, sodass ich die Stelle zwar unterbewusst als leicht unstimmig wahrgenommen, aber mich nicht groß daran gestört habe. Das Gleiche gilt auch für die Szene danach. Macht es viel Sinn, dass Mycroft sich in Verkleidung in eine Einrichtung einschleicht, die er kontrolliert? Nö. War die Szene, wie er das tut, irgendwie cool? Also ich musste schon lachen, als sich Mycroft unter der Verkleidung enthüllt hat, auch wenn ich es kommen gesehen habe.

      Eigentlich geht jede Szene in der Manier weiter. Die Glasszene mit Eurus? Schon irgendwie geil. Der Twist, dass der Anstaltsleiter von Eurus manipuliert wurde? Fucking retarded, weil sich Sherlock, Watson und Mycroft aus genau diesem Grund überhaupt in der Anstalt eingeschlichen haben, weshalb es absurd ist, wenn der Anstaltsleiter sie dann trotzdem einfach so überwältigen und wegsperren lassen kann. Aber der Moment, in dem Watson auf die Stimme in den Recordings aufmerksam macht, war halt schon effektiv und hat dem ausgeschalteten Gehirn seinen Nervenkitzel beschert.

      Was Eurus' Fähigkeit angeht, bin ich auch ambivalent. Das Framing ist natürlich erst einmal Bullshit. "Genius beyond Newton"? DAS soll einen beeindrucken? In einem Universum, wo bereits der dümmste der Holmes-Geschwister drei Wochen in die Zukunft gucken kann, soll es einen beeindrucken, wenn Eurus jemanden übertrifft, der gerade mal einen auf seinen Kopf fallenden Apfel interpretieren kann? Also Newton war natürlich schon ein Genie, aber dieser Vergleich mit einer Persönlichkeit aus dem wirklichen Leben hat genervt, weil jedes der Holmes-Geschwister von den geistigen Fähigkeiten weit über allem ist, was irgendein Mensch auf dieser Erde je erreicht hat oder erreichen wird. Die Drehbuchautoren geben ihnen einfach eine Superkraft nach der anderen und wollen einem dann trotzdem verkaufen, sie wären noch an den Maßstäben der echten Welt zu messen.

      Und Eurus' Superkraft ist dann auch wirklich übertrieben. In Harry Potter wäre sie eine Meisterin des Imperius-Fluchs. In Star Wars würde sie den Jedi Mind Trick benutzen. In Jessica Jones wäre sie Kilgrave. Und hier ist sie einfach ... wirklich, wirklich schlau. Sie soll jemanden manipuliert haben, sich selbst und seine Familie umzubringen? Sorry, liebe Drehbuchautoren, aber so etwas müsst ihr zeigen, sonst glaubt euch niemand das. Ich verstehe ja, wenn ihr das nicht wollt, denn das Schreiben solcher Manipulationsszenen ist verdammt schwer und erfordert Talent. Aber zu eurem Glück hat ja immerhin Sian Brooke Talent und schafft es durch ihre enorme Präsenz fast, Eurus' Superpower glaubhaft zu machen. Der zweite Grund, warum ich ihre Superpower ambivalent sehe, ist die storytechnische Notwendigkeit. Ein Villain muss einfach gefährlich sein und ein Villain aus der Holmes-Familie muss wegen seiner Intelligenz gefährlich sein. Da Sherlock und angeblich Mycroft schon übertriebene Genies sind, war diese Form der Darstellung Eurus' fast die einzige Steigerungsmöglichkeit.

      Die kurze Moriarty-Szene fünf Jahre in der Vergangenheit fand ich auch ganz okay. Wahrscheinlich die beste Möglichkeit, Moriarty für die Fangirls einzupacken und gleichzeitig die denkenden Menschen nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Auch wenn ich auch hier gerne wüsste, wie zur Hölle Eurus Moriarty manipuliert oder beeinflusst haben soll. Seine Kooperation ist insofern besonders merkwürdig, als er ja seine eigenen "Pläne" mit Sherlock hat, an deren Ende selbiger sterben soll. Na ja, seine Videoclips waren allerdings eine Bereicherung und haben zur Atmosphäre beigetragen. Ich bin froh, dass Moriarty letztlich auf diese Art in der Folge untergebracht wurde.

      Danach beginnt SAWlock und Sherlock wird vor eine Reihe von ethischen Dilemmata gestellt. Leider fehlen Gatiss und Moffat auch hier die Cojones, mal irgendeinen Charakter sterben oder etwas Schlechtes tun zu lassen. Ich hatte gehofft, Watson würde den Klinikleiter umbringen. Eine vergleichbare Szene in 24 ist für mich bis heute einer der härtesten und beeindruckendsten Fernsehmomente. Aber so hart ist man bei Sherlock leider nicht drauf. Trotzdem sind die Szenen durchgängig spannend und auch, wenn ich jeden einzelnen "Twist" - Klinikleiter killt sich selbst, Eurus killt die Unschuldigen, Molly ist das nächste Ziel, Mycroft will es Sherlock leicht machen, Sherlock richtet Waffe gegen sich selbst - vorausgesehen oder zumindest erahnt habe, war ich auf jeden Fall gefesselt, als ich das gesehen habe. Die Szenen waren kompetent inszeniert und es war schön, dass sich Sherlock und Mycroft mal wieder wie Menschen anfühlten. Außerdem finde ich die Deus Ex Machina nicht so schlimm, da Eurus ja die ganze Zeit Sherlocks Zuneigung wollte - weshalb die Auflösung so etwas Ähnliches wie Sinn macht.

      Leider bricht die Folge danach ein bisschen in sich zusammen. Was bisher eine gut strukturierte Folge mit guten Charaktermomenten und nicht mehr als den üblichen Sherlock-Sünden war, laboriert dann an dem krampfhaften Bedürfnis der Macher, am Ende immer noch einen Twist draufzusetzen.
      Den Reveal, dass Redbeard ein Kind und kein Hund war, fand ich noch ganz okay. Hätte sich Sherlock nur wegen eines toten Hundes von seinen Emotionen abgekoppelt, hätte ich mich da auch ziemlich drüber aufgeregt. Außerdem sind Kinderknochen automatisch verstörend, sodass die Enthüllung auch dramaturgisch effektiv war. Aber dass das Mädchen im Flugzeug in Wahrheit Eurus selbst war, war dann einfach kein Fair Play mehr dem Zuschauer gegenüber. Ich hatte mich schon gefragt, wie sie das Flugzeug und John in der wenigen verbleibenden Restzeit noch retten wollten, aber dann kam die einfache Antwort: Das Flugzeug hat nie existiert! Im Prinzip ist das eine Variante des "Alles-nur-ein-Traum"-Twists und diese Kategorie Twists geht einem als Zuschauer in 99% der Fälle auf die Nerven. Bei Sherlock ist das nun besonders der Fall, weil es das dritte Mal, dass diese Art von Trick in einem Staffelfinale verwendet wird. In Staffel 2 gab es Moriartys Code, den es dann doch nicht gab. In Staffel 3 war Magnussens Datenbank nur in seinem Kopf. Und jetzt wird schon wieder suggeriert, dass etwas existiert, was dann doch nicht der Fall ist?! Jedenfalls kriegt Eurus ein sympathisches Ende (womit sie sogar Natsuki Koshimizu in der Kategorie "unverdientes sympathisches Ende" schlägt) und wird abgeführt. War sie eigentlich geknebelt? Im Grunde hätte sie sich ja sonst jederzeit durch ihre Manipulationsfähigkeiten befreien können...

      Das Wrap-Up am Ende war dann okay. Mary war unnötig und Mycroft mit seinen Eltern egal, die Geigenszene dafür aber ziemlich stimmungsvoll und der Wiederaufbau der Detektei ein schöner symbolischer Neustart, auch wenn das leider die Möglichkeit einer fünften Staffel eröffnet. Mal gucken, ob ich einschalte, wenn es soweit kommt. Etwas merkwürdig war noch, dass keine Szene mehr mit Molly kam, obwohl Sherlocks erzwungenes Liebesgeständnis in der Folge so ein wichtiges Thema war.

      Jedenfalls: Alles in Allem ist das hier die dramaturgisch beste Folge von Sherlock seit zwei Staffeln. Auch die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander sind gut gelungen und Sherlock, John und Mycroft haben alle ihre Momente. Es gibt natürlich auch massive Schwächen, aber weil ich mit diesen Schwächen gerechnet hatte, sind sie mir nicht negativ aufgefallen. Auf einer Skala von 1 bis 10 relativ zu anderen Sherlock-Folgen würde ich der Folge wohl eine 8/10 geben.* Hat sie zwar eigentlich rational nicht verdient, aber ich fühle mich durch die effektive Inszenierung trotzdem, als hätte ich gerade etwas Gutes gesehen. Alle meine negativen Reaktionen habe ich beim Gucken zwar registiert, aber keine war ein Dealbreaker. Ich bin selbst überrascht, wie zufrieden ich im Nachhinein eigentlich mit der Episode war.

      TheDetective schrieb:

      Wie hat er überlebt? Und die wird einfach ignoriert xD
      Na ja, es wird halt gesagt, dass sie ihn nur mit einem Tranquiliser abgeschossen hat. Über Sinn und Unsinn kann man sich jetzt streiten. :D

      TheDetective schrieb:

      In S1E1 gibt es auch nen Typen der Leute in ihren Tod manipuliert und man erhält am Ende eine Erklärung, nämlich die Wahl zwischen den Pillen. Aber hier ist die Manipulation eine Superkraft.
      Der ist aber auch ein Beispiel für jemanden mit einer Superkraft. Er behauptet nämlich, er hätte einen Trick immer die richtige zu nehmen, wird aber dann von Watson erschossen, bevor er ihn verraten kann. Schon in Staffel 1 konnten die Sherlock-Autoren nix auflösen. :D

      TheDetective schrieb:

      Und dann wird Watson, der mit Ketten an den Brunnengrund gefesselt ist, mit einem Seil hochgezogen?
      Das mit dem Brunnen war eh merkwürdig, denn es gab ja auch eine Szene, wo Watson versucht, rauszuklettern... Obwohl er angekettet ist?

      * 4-1 wäre eine 2/10 und 4-2 eine 5/10

      Spoiler Review - Star Wars Anthology: Rogue One

      Rogue One ist einer der wichtigsten Filme der jüngeren Geschichte für Disney. Während es sonnenklar war, dass ein Episodenfilm um die alten Helden Han Solo und Chewbacca schon einen gewissen Hype und mächtig viel Geld generieren wird, war es unklar wie das Publikum auf ein Spin-Off reagiert. Um so wenig Risiko zu gehen wie nur irgend möglich und um nicht das Publikum mit einer Star Wars-Liebeskomödie oder Coming-of-Age-Story zu überfrachten, versucht man das naheliegendste zu tun: Man nimmt zum 1. Mal das Wort "War" wörtlich. Dies gelingt mit guten Erfolgen, denn Kameramann Greig Fraser nutzt seine Genreerfahrung aus Zero Dark Thirty und fängt zum ersten Mal Bodenschlachten ein, die wirklich diesen Namen verdienen. Nie zuvor war solche situative Anspannung in Schussgefechten drin, zuvor wurden etwa ähnliche Szenen in Episode VI durch Teddybären entwertet, oder sie wirkten schlicht viel zu gekünstelt, weil sie in den Episoden II und III zu 100% aus Computergrafik bestanden. Gareth Edwards fängt Bodenkämpfe genauso ein wie er es bei "Godzilla" tat: Vom Boden weg gerichtet. Und während bei Godzilla dies die Sichtweise eines kleinen Menschens inmitten von wolkenkratzergroßen Monstern emulierte, so saugt es einen hier direkt in die Action hinein als wäre man unmittelbar dabei anstatt stiller Beobachter aus der Ferne zu sein.
      Dennoch hat der Film Angst sich vollends dem Realismus des Krieges zu stellen und verzichtet weitgehend auf die seit "Saving Privat Ryan" in Kriegsfilmen zum Staple gehörenden Handkameraaufnahmen. Auch deshalb wirkt der Film selbst während dem Tod all seiner Figuren immer merkwürdig clean. Vielleicht hatte man Angst das R-Rating anzukratzen.

      Während die Schlachten der Fußsoldaten also immernoch Raum für Wachstum haben, so dürften Rian Johnson und Colin Trevorrow Rogue One mit hibbeligem Gefühl verlassen haben mit dem Wissen, dass ihre Weltraumschlachten sich nun mit der Schlacht um den Orbit Scarifs messen müssen. Lange ungeschnittene Wide-Shots, die von einem Jäger zum anderen fließen, setzen den neuen Standard sehr hoch. Puristen werden es nur an die 2. Stelle nach der Schlacht um Endor in Return of the Jedi einordnen, Kenner werden Nostalgie von Realität abzutrennen wissen. Mit Sicherheit jedoch bläst es die alberne Schlacht um Star Killer Base hinweg.

      Es ist vorallem der Erfolg im Bereich der Action, der die Schwächen woanders im Film nur schmerzlicher machen lässt, denn dieser Film hatte das Potential ein Großer zu sein. Andererseits sind es auch diese Stärken, die ihn immernoch aus dem Bereich des (unteren) Durchschnitts rettet.
      Überspringen wir fürs erste den Prolog und fangen beim in 20 Sekunden offenbar in iMovie zusammengeklatschten Rogue One-Logo an. Bis man auf Saw Gerreras (Forest Whitaker) Planeten Jedha ankommt, springt der Film binnen 15min so oft hin und her, dass gar kein Flow aufkommen kann. Jede Minute bekommt man einen neuen Planetennamen und -ort zu sehen und wann immer man sich an die neue Umgebung eingewöhnt hat, springt es zu einem völlig anderen Ort. Dies ist grausames Pacing und auch Zeichen von schwachem Editing. Und vorallem ist es schlechte Struktur. Ich bin kein großer Fan davon, die Schuld bei Reshoots zu suchen, denn spätestens Marvel hat es salonfähig gemacht, dass jeder hochbudgetierte Film Reshoots erhält, aber es ist wenig überraschend, dass vorallem beim Anfang viel verändert wurde. Es ist im fertigen Film deutlich sichtbar.

      Erst nachdem etwa Jyn und der Rest auf Forest Whitakers Planeten ankommen, flacht das Pacing endlich auf ein annehmbares Niveau ab und man hat auch mal Zeit zum Durchatmen. Das Problem kommt allerdings in abgewandelter Form im 3. Akt wieder, denn als der Film endlich zum Heist-Film mutiert, nimmt er sich keine Zeit dem Zuschauer mitzuteilen was nun eigentlich geplant ist. Es ist wie ein Ocean's 11-Film ohne obligatorischer George Clooney und Brad Pitt erzählter Sequenz welche Hindernisse zwischen ihnen und dem Diebesgut liegen. Als etwa Riz Ahmeds Pilot per Granate stirbt, war ich extrem verwirrt weil ich mir unsicher war: War das nun Defcon 3? Mission failure? Was genau bedeutet sein Tod? Dies war nur die Spitze des Eisbergs, denn dieses Gefühl herrschte abgeschwächt fast den gesamten 3. Akt bei mir über; ich sah coole Dinge passieren, ohne ihren narrativen Sinn zu begreifen. Ich verstehe zwar, dass es zur Natur des Films gehörte, dass der Diebstahl der Death Star-Pläne spontan und vom Zeitdruck gedrängt passierte, dennoch hätte der Film mir besser erklären müssen welchen Sinn einzelne Action-Szenen grade hatten. Weil er es nicht tat, verflachte auch das letzte bisschen von meiner emotionaler Verbindung zu den ohnehin schwachen Charaktären.

      Red Letter Media schrieb:


      Red Letter Medias Meinung stimme ich zwar in Gänze nicht zu, das hindert mich allerdings nicht daran diesen Punkt spot-on zu finden. Ich bin zwar der Letzte, der immer die gleiche Art von Charaktären sehen will, wenn man aber einen großen Action-Film macht und kein low-budget-Drama, ist es von Vorteil wenn man lebhafte Figuren hat, mit denen der Zuschauer mitfiebern kann. Figuren, bei denen man weiß woher sie kommen und wieso sie das tun, was sie nun tun. Menschen mit denen man connected. Ein gutes Beispiel dafür ist The Force Awakens, denn obwohl es weit von Perfektion war, erfüllte es diese Punkte. Ja, Finns Turn von Stormtrooper zu Rebell war viel zu plötzlich und ohne große Nuancen. Und dennoch wusste ich sehr gut, dass das im Grunde ein Typ war, der einfach das richtige tun wollte um seinen Platz in der Welt zu finden. Ja, Rey ist schon eine Mary Sue, und das hindert ihren Charakter derzeit auch eine wirklich großartige Figur zu sein, aber ich als Zuschauer verstehe ihr Verlangen ihre Familie wiederzufinden. Ich weiß wieso sie am Anfang auf Tatooine 2.0 rumhockt, verstehe wieso sie in Han Solo eine Art Vater sieht, fühle ihren Zorn wenn Kylo Ren ihn ihr nimmt, und fiebere mit ihr wenn sie ins Duell mit eben diesem geht.
      Bei Jyn ist das alles nicht so, ihr Charakter macht einen Umschwung von "I don't a give a fuck" zu "Rebellion basiert auf Hoffnung!" und ich kann ihn schlichtweg nicht nachvollziehen. Ich verstehe einfach nicht wieso dieser Mensch, der für sich selbst lebt nachdem Forest Whitaker sie verließ, auf einmal alles für ihren Vater und die Rebellion tut. Ich verstehe nicht wieso sie bereit ist für die Mission zu sterben. Der Film möchte die Szene kurz vor Whitakers Tod nutzen um diesen Wandel zu katalysieren, aber bei mir hinterließ die Sequenz nur ein "that's it? Das war das emotionale Crescendo? Hmm, da muss mehr kommen." Naja, es kam mehr, aber auch der Tod ihres Vaters kann nicht das Rechtfertigen, was folgte: Als sie sich beim Rat der Rebellen zur großen Heldin aufschwang, merkte ich ein für alle mal, dass ihr Character-Arc in diesem Film grundlegend nicht für mich funktionierte. Wie bereits gesagt, auch Finns Wandel war schwach geschrieben, aber ich verstand was grundlegend sein (nun wirklich nicht all zu tiefer) Charakter war. Für mich ist Jyn immernoch kein echter Mensch, denn ihr Wandel war vom Plot gefordert und keine natürliche Progression.
      Auch wenn die Kunst des Drehbuchschreibens nicht in einem annähernd verdientem Ausmaß gewürdigt wird, so bilanziert Red Letter Media ebenfalls im Bezug auf Daisy Ridley und Rey sehr treffend: "She takes a slightly underwritten character and elevates it." Absolut treffend, man darf auch die Arbeit der Schauspieler nicht außer Acht lassen. Ridley spielt Rey mit einem derartigen Charisma, dass man über etwaige Fehler gerne hinwegsieht. Sie schließt einen derart in den Bann, dass ich während dem Schauen von TFA überhaupt kein Problem mit ihr hatte und alles schluckte. Erst als ich Tage später darüber nachdachte, ging mir auf, dass etwaige Kritiker nicht Unrecht haben, wenn sie ihren Charakter als zu mächtig beschrieben oder gar von einer Mary Sue sprachen. Felicity Jones hat zwar zweifelsfrei als Schauspielerin bislang höhere Karrierespitzen als Ridley, doch sie spielt Jyn nicht ansatzweise mit soviel Leben wie sie es noch bei Jane Hawking tat. Ihre Jyn ist einfach viel zu lang eine stoische Überlebenskämpferin, deren Entwicklung zur Widerstandskämpferin sie nicht zu transportieren vermag.

      What if... Vader actually did shit?


      Im folgenden werde ich weitere Kritikpunkte nennen, vorallem aber verpasste Alternativen präsentieren.

      Mein größtes schlichtweg technische Problem war ohne jede Frage CGI-Tarkin. Peter Cushing weilt leider seit vielen Jahren nicht mehr unter uns, aber man hielt seinen Charakter Grand Moff Tarkin offenbar für so wichtig, dass man ihn digital wiederauferleben ließ. Dies war eine richtige Entscheidung. Schaut man A new Hope, erkennt man, dass Vader da eher wie ein kleines Rädchen im Getriebe des Imperiums erschien. Er befolgte Befehlen Tarkins, stieg neben dem ganzen Stormtrooper-Fodder in ein kompaktes Fluggerät und beteiligte sich höchst-selbst in der Schlacht um den 1. Death Star. Und dennoch haben sehr viele Tarkin verdrängt, eben weil er nur ein simpler alter Mensch ist und Vader ein badass Cyborg. Es war also völlig richtig Tarkin auftreten zu lassen um die Brücke zu seiner Führung des Death Stars in Episode IV zu schlagen, falsch war allerdings die Art seines Auftritts bzw. die Quantität. Als ich Monate vor Release Rogue Ones davon hörte, dass man Tarkin digital wiederaufleben lassen wollte, war ich zwar skeptisch, aber dachte mir: "Naja die werden den schon kaum zu einem großartigen Faktor machen." Tja, falsch gedacht. Disney war wirklich so dumm und tat genau dies. Motion-Capture-Gott Andy Serkis sagte mal, man kann zwar fast alles mo-cappen, aber an digitalen Menschen scheitert man noch. Dies ist der nächste Schritt. Das menschliche Auge lässt sich mit allem möglichen Zeug austricksen, aber einen falschen Menschen erkennt es. Und klar, dass sind nicht mehr die Agent-Smiths & Neo oder de-aged Jeff Bridges, aber es ändert nichts an dem Umstand, dass wann immer Tarkin on-screen war der Film für mich endete und ich nur noch die Gedanken "meine Fresse ist das fake" hatte. Disney war sogar so dämlich und konnte es nicht lassen ständig close-ups von Tarkins CGI-Gesicht zu zeigen.
      Das ganze ist vorallem so irritierend weil es absolut keinen Grund dafür gibt, Tarkin zu so einem wichtigen Charakter in Rogue One zu machen. Es hätte absolut gereicht, wenn Tarkin nur zwei Mal per Hologramm auftauchte im 1. und 3. Akt, einmal um dem Zuschauer seine Präsenz ins Gedächtnis zu rufen und einmal um zu Ben Mendelssohn zu sagen "assuming direct control". Man hatte auch den perfekten Ersatz für Tarkin: Darth Vader. Es grenzt an Absurdität, dass man dies überhaupt aussprechen muss, aber wenn man die Wahl zwischen einer komplexen, teuren und am Ende unerfolgreichen CGI-Rekonstruktion einer nur in echten Fankreisen wirklich bekannten Figur und dem berühmtesten Villain der Filmgeschichte, der dazu noch ein zeitloser Cyborg ist, dann erscheint die einzig richtige Wahl offensichtlich.
      Wie? Was höre ich da? Darth Vaders eine 20-sekündige Action-Szene war so geil, dass dies im Umkehrschluss bedeutet Rogue Ones Verwendung von Vader war absolut perfekt? Naja, mal abgesehen davon, dass diese Szene offenbar so essentiell für den Film war, dass sie nichteinmal im eigentlichen Film vorgesehen war, ergibt dieses Argument in meinen Augen überhaupt keinen Sinn: Die Szene am Ende hätte genauso gut funktioniert, hätte Vader davor halt 3 unterschiedliche nicht-Action-Szenen gehabt. Eben die Tarkin-Szenen. Tarkin per Hologramm oder vielleicht reflektiert im Fenster, Vader, der Tarkin in den restlichen Szenen ersetzt und am Ende kann er immernoch Fodder-Rebellen abmetzeln. Damit wäre man dem CGI-Tarkin umgangen, hätte das Publikum nicht ständig aus dem Film gerissen und ihm gleichzeitig das gegeben was es wollte: Mehr vom größten Filmvillain aller Zeiten. Problem solved, film improved.
      Ach, und wehe mir sagt einer: "Och, in 10 Jahren fixen die die Effekte und alles ist tiptop!" Tja, das ist mir nur absolut scheißegal was in 10 Jahren ist. Es suckt nämlich hier und jetzt. Und ich will auch kein "aber in 3D hatte ich keine Probleme!" hören. Vielleicht liegt's ja daran dass die Sonnenbrille die eigentliche Bildqualität auf so schlechtes Niveau senkt, dass man's nicht erkennt? OK, daran lag's vielleicht nicht, aber weil 3D die Geißel des Kinos ist und irrationale Kritik verdient, tut's mir wiederum nicht leid :D In jedem Fall ist 3D keine Entschuldigung dafür, dass es in 2D schlecht aussieht.

      Mir war wichtig zu zeigen, dass mehr Vader sehr simpel in den Film gepasst hätte, den wir auch bekamen und die eine badass-Szene immernoch gleich badass geblieben wäre. Denn nachdem ich dies gezeigt habe, kann ich nun wirklich in verpasste Gelegenheiten und echte What-if? Szenarien gehen. Denn mMn hätte man Vaders screen-time nicht nur ein wenig vergrößern sollen, sondern massiv. Und so badass seine 20-sekündige-Action-Szene auch war, er hätte schon viel früher in die Action des Films eingreifen müssen. Dieser Film hat die Lizens auf den meist-bekannten Villain der Filmgeschichte, einem roboterhaften Terminator. Eine Figur, deren Macht und Kraft durch die fehlenden Effekte der damaligen Zeit nie in der Art und Weise in Szene gesetzt werden konnte, wie sie es verdient hatte. Ferner hat dieser Film die Lizens zum Töten seiner sämtlichen Protagonisten. Man braucht keinen Drehbuchsoscar um hier 1+1 zusammenzuzählen: Verbindet diese Punkte! Ja, Vader beim Abmetzeln von fliehenden Rebellen zu sehen, ist cool, aber wisst ihr was noch viel cooler ist? Ihn beim Abmetzeln von Figuren zu beobachten, die wir wirklich kennen (und im besten Fall auch mögen). Vaders Horror lässt sich am besten nicht durch unspezifizierten Rebellen-Fodder einfangen, sondern durch die Augen von uns bekannten Figuren. Der Roman "Lords of the Sith" ist da ein gutes Beispiel.
      Ich sehe es vor meinem geistigen Auge: Lasermaschinengewehr-Asiate hält Batallion um Batallion von Strom Troopern auf, doch dann wird es dunkel und still, Vaders Atem ertönt, ein rotes Lichtschwert erscheint und so effektiv seine Waffen eben noch waren, muss er erkennen: Dieses Wesen ist ihm über.
      Grundsätzlich würde ich es verstehen, wenn man aus künstlerischer Sicht sagt: Man wollte einen Kriegsfilm und Lichtschwerter passen da nicht rein. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb im originalen Drehbuch Vader gar keine Action-Szene hatte, aber ich finde man kann auch beides haben: Man muss Vader ja nicht in jede Bodenschlacht am Ende involvieren, aber wenn man schon die Handlungen auf mehrere Schultern verteilt, hätte Vader auch ruhig in einer dieser auftauchen können ohne das Bodenkriegs-Feeling zu verlieren. K-2SO wurde ja bspw. in einem kalten, kargen Flur getötet, da hätte Vader ruhig auftauchen können. Aber das ist nur ein Beispiel anhand des fertigen Films, mit Vader im Hinterkopf hätte man sich als Drehbuchautor schon eine besser passende Szenen ausdenken können.

      Grundsätzlich war ich im Kino erstaunt über die Struktur des Films, ich hätte gedacht der Film wird nach anfänglichem Geplänkel im 2. Akt oder aller spätestens mit Beginn der 2. Hälfte zu einem Heist-Film, stattdessen vergeudet man fast schon Zeit, indem man den 2. Akt nach Mads Mikkelsen sucht. Als ich ursprünglich von Rogue One hörte, dachte ich der Plot des Films wird in etwa so aussehen: "Das ist der Death Star, ihr müsst ihn infiltrieren und die Pläne von ihm stehlen." Nungut, mit dieser Grundstruktur hätte man am Ende keinen weitläufigen Strand, aber so hätte man Infiltrierungsspannung a la Jason Bourne und eben der Oceans-Filme und Vader hätte natürlicher eigebunden werden können. Grundsätzlich ist das gewählte Szenario mit dem Strandplatenen nicht von sich aus schlechter, aber ich frage mich schon ob diese Geschichte wirklich die Basis eines Kriegsfilms hätte sein sollen und nicht besser in einem character-driven Stealt-Heist-Film aufgehoben wäre.
      Alles in allem bekomme ich das Gefühl nicht los, dass der 2. Akt eine ziemliche Zeitverschwendung war und besser hätte genutzt werden können.

      Random Gedanken und Kritikpunkte:
      • Bei meinem Segment über Charaktere habe ich mich ja auf Jyn konzentriert. Die anderen sind auch nicht viel besser. Diego Luna fängt zwar promising an mit dem Mord an, aber von da kommt keine große Entwicklung. Er hinterfragt sein Befehl zum Mord an Mads Mikkelsen, joa schön und gut, aber in der darauf resultierenden Szene mit Jyn, wo ich eine regelrechte Explosion erwartet hatte, erwähnt er seine Vergangenheit nur damit diese mit keinem Wort wiederaufgegriffen wird. Bei sowas wird's dann schwer, dass ich dann mit dieser Figur connecte.
      • Bei den anderen Figuren war es bei weitem nicht so schlimm, dass wir nicht so viel über sie erfahren, weil sie weniger wichtig für den Plot und mehr dedizierte Nebenfiguren waren, dennoch hätte ich gerne gewusst wieso genau Lasermaschienengewehr-Asiate so sehr an Donnie Yen hing.
      • Donnie Yen war von den menschlichen Figuren noch der mit Abstand gelungenste. Dadurch, dass wir en passant mitkriegen was das Imperium mit Jedi-Tempeln gemacht hatte, konnte ich mir ausreichend zusammenreimen, was er durchlaufen musste. Und genau deshalb ist es enttäuschend, dass er den schlechtesten Tod bekommt. Ich find's ja geil, dass wir mehr unkonventionelle Force-Uses kriegen, aber auch wenn die Macht space-magic ist (und Star Wars auch deshalb Fantasy ist...), sie ist kein simpler plot-fix. Die Macht kann auch noch so gerne wollen, dass Donnie Yen diesen einen Schalter betätigt und er deshalb kurzzeitig in den god-mode wechselt, aber das hätte man so zeigen sollen, wie es der Film die ganze Zeit über zeigte: Mit der Macht bekommt Yen quasi übermächtige Reflexe und kann scheinbar "sehen", was er nicht kann ist im Schneckentempo übers Schlachtfeld murmelnd gehen und von nichts getroffen werden.
      • K-2SO und insb. die Entwicklung seines Verhältnisses mit Jyn war charaktertechnisch das Highlight des Films, hätte ich gerne mehr davon. Auch Felicity Jones' einsames Highlight als Schauspielerin in diesem Film.
      • Stardust > Kleiner Stern
      • Sorry Beau Gadsdon, fallst du in 15 Jahren nicht ins Porno-Metier wechselst, wird das leider nichts mehr mit der Schauspiel-Karriere ;)
        Ihrer Nicht-Leistung ist es auch zu verdanken, weshalb ich den ersten Flashback der Star Wars-Geschichte kaum Ernst nehmen konnte.
      • Darth Vaders Anzug sah aus wie ein shiny Cosplay.
      • Ich würde die zugegeben kontroverse Behauptung aufstellen, dass kein Star Wars-Film jemals so sehr einen opening crawl brauchte wie Rogue One. Viele Verständnisprobleme und Verwirrungen am Anfang könnten mit einem verhindert werden. Auch die zeitliche Einordnung würde es erleichtern.
      • Grundsätzlich empfinde ich das Script dieses Films als sehr dürftig, so einige Male hatte ich echte cringe-moments. Dieses "Rebellion basiert auf Hoffnung" war für mich immer deplatziert, und spätestens bei Jyns Ratrede hielt ich mir nur noch meine Hand vor den Kopf.
      • Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Rogue One den auf ewig schlechtesten Star Wars score aller Zeiten haben. Das ist auch kein Wunder, denn egal wie gut Michael Giacchino ist, mit nur 4 Wochen Zeit, kann man schlecht viel bessere Resultate erwarten. Bereits direkt im Prolog fiel mir eine musikalische Untermalung auf, die überhaupt nicht zur tragischen Stimmung passte nachdem Jyns Mutter gerade ermordet wurde.
      • Edit: Ganz vergessen die absurde Tentakelszene zu erwähnen. Ähh... wtf war das? Mitten aus dem Nichts kommt in einem bierernsten Film ein entflohener japanischer Pornostar und mindraped Riz Ahmed... what the shit? Vorallem passte sie auch überhaupt nicht in den Film. Der Pilot ist auf Whitakers Planeten noch im Mindraped-Modus, und als ich dachte, dass sein Charakterzug wohl das Überkommen von diesem sein wird, verliert er ihn genauso plötzlich wie sein Vergewaltiger in dem Film vorkam.
      TL;DR


      Non-Spoiler Eindrücke - La La Land
      Tja, was soll ich sagen. Die Kritiken haben Recht. Die Nominierungen haben Recht. Die Auszeichnungen haben Recht. La La Land ist wirklich ein absolutes Meisterwerk. Ich bin nicht der größte Kenner von Filmmusicals, aber dieser Film ist allen bisherigen von mir gesehenen Vertretern dieses Genres weit überlegen. Egal ob My Fair Lady, Moulin Rouge, Chicago, das grottenschlechte Les Misérables oder sogar mein bisheriger Favorit Sweeney Todd, La La Land toppt sie alle.
      Es gibt so einige Gründe dafür, der wichtigste für mich ist, dass Regisseur Damien Chazelle einfach weiß wie er das Medium Film einsetzen muss. Ein Film ist so viel mehr als wenn eine Kamera einfach aus einem bestimmten Winkel aufnimmt und es sind Filme wie La La Land die einem dies ins Gedächtnis rufen.
      Das Problem, dass viele Leute mit Musicals haben, ist dass es einen rausreißt wenn Leute plötzlich anfangen zu singen. Chazelle greift diesen Umstand auf sehr interessante Art und Weise auf, er ist nämlich kein Stück an einer realistischen Musikszene interessiert. Wenn Ryan Gosling etwa anfängt Klavier zu spielen, so wird es auf einmal dunkel im Raum und nur ein einziges Scheinwerferlicht beleuchtet ihn. Chazelle respektiert sein Publikum und sagt nirgendwo, dass dies ganz offenkundig eine Fantasie ist, jeder mitdenkende Zuschauer wird sich das schon selbst zusammenreimen. Der Star dieses Films ist der Regisseur, denn die Story ist nicht das Originelle im Film, es ist die Präsentation. Man hätte die gleiche Story auch viel keuscher verfilmen können, aber so wäre der Film nicht ansatzweise so wunderschön geworden, wie er es am Ende wurde. Kino soll Magie sein, La La Land ruft das wieder in unser Gedächtnis.
      Ich habe von Musikszenen gesprochen und nicht von Songs, weil dies viel eher der Wahrheit entspricht, der Film nimmt das Wort "music" in musical wörtlich und zeigt uns auch mal eine fast 10 minütige Sequenz wo weder jemand singt, noch redet, sondern einfach getanzt wird, so sollten mehr musicals sein.

      Es ist gerade bemerkenswert wie fantasiereich die Musiksquenzen sind, weil im völligen Gegensatz dazu die Story steht, die sehr angenehm realitätsnah und glaubhaft ist. Gerade in der 2. Hälfte des Films wird lange Zeit einfach gar nicht gesungen oder getanzt, und der Film funktioniert dennoch prächtig. Überhaupt ist die Musik im Film der Story in gewisser Weise untergeordnet, denn weder Stone noch insbesondere Gosling sind besonders herausragende Sänger. Das müssen sie aber auch nicht sein, denn das sind ihre Charaktäre auch nicht. Ich fand es sehr erfrischend, dass wenn gesungen wurde, dies auch die Geschichte weiterführen sollte und man nicht einfach um des Genres Willen gesungen oder getanzt hat. Dies spiegelt sich auch in dem Umstand wider, dass der Film nicht eine Stelle hatte, wo ich mir dachte, es sei nun unnatürlich und unpassend, dass nun eine neue Musicalszene folgt. Naja, etwas herausgerissen hat es mich immernoch ein wenig, aber das ist meine eigene Schuld, weil ich den Film in der "deutschen" Fassung, sprich mit Sprachwechseln, gesehen habe.
      Dieser Film wird gerade nach diesem Drecksjahr die Oscars sweepen und das ist nicht nur genau richtig so, sondern auch völlig verständlich. Es sind Filme wie diese, wo ich mich frage ob ich wirklich so ein Zyniker bin..?

      Non-Spoiler Eindrücke - Hell or High Water
      So von hier an versuche ich mich kürzer zu halten ;D
      Die Nominierung für den besten Film verstehe ich zwar nicht ganz, aber Hell or High Water ist gewiss ein guter Film. Wer Bock auf einen realistischen Crime/Heist/Gangster-Film in einem Neo-Western Gewand hat, der macht mit diesem Film wenig falsch. Man sollte nur bedenken, dass der Film sehr auf eine realistische Charakterzeichnung seiner Protagonisten bedacht ist und deshalb hin und wieder eher gemächlich vorsichhin plätschert.
      Der größte Schrecken aller OV-Fassungen spielt hier mit, Jeff Bridges, also aufgepasst ;) Bridges spielt hier mal wieder seine Paraderolle, d.h. einen dauermurmelnden, gefühlt dauerbesoffenen Dude. Ist das noch Schauspielkunst, oder weiß Bridges einfach nicht, dass er gefilmt wird? Naja für die Academy ist es offensichtlich ersteres, weshalb sie ihn auch nominiert haben. Groß Verdenken kann ich's ihnen eigentlich nicht, denn er macht einfach einen Heidenspaß.

      Non-Spoiler Eindrücke - Manchester by the Sea
      Selten hat sich meine Meinung zu einem Film stärker zum Besseren gewendet als es hier der Fall war. Als der Film vorbei war, verstand ich zwar wieso die einzelnen Schauspieler so oft für diverse Preise nominiert sind, aber der eigentliche Film war doch recht basic und dennoch ist die Kritik auch vom Film als solchen begeistert und bei den Oscars ist er auch für best director und picture nominiert. Nungut, best director verstehe ich immernoch nicht ganz, aber an den Film musste ich auch Tage später immernoch denken. Ich habe selten so realistische Charaktäre in Filmen getroffen. Man hat einfach das Gefühl, dass man grade echte Gespräche mit echten Menschen über echte Probleme hört. Ich verstehe wieso Casey Affleck das Drehbuch für Poesie hält, so sehr ich La La Land auch liebe, writer-director Kenneth Lonergan sollte hierfür den Oscar für best original screenplay erhalten.
      Casey Affleck selbst ist in diesem Film eine Naturgewalt vom subtilen Schauspielen, falls das irgendeinen Sinn ergibt. Nichts an seiner Performance schreit: "Ich bin ein Schauspieler! Schaut mich an! Na? Seht ihr wie ich ausraste und wie wunderbar ich heulen kann?" Selbst in der Szene wo seine Fassade am meisten bröckelt, fällt sie nicht, in praktisch jedem anderen Film hätte man hier den offenen Emotionen freien Lauf gelassen, aber gerade das Zurückhalten macht das ganze nur schmerzhafter. Überhaupt ist der Film nicht an den großen emotionalen crescendi interessiert, sondern an ihren Auswirkungen. In einem Film, der zu großen Teilen aus Flashbacks besteht, hätte jeder andere das Ende einer bestimmten Beziehung in einer großen Flashbackszene gezeigt, nicht Manchester by the Sea. Hier wird das Zerwürfnis nur im Nebensatz angesprochen weil der Film viel eher die Folgen dieses zeigen möchte.
      Viele meinen dieser Film wäre so ein krass depressives Drama, hmm, dem kann ich eigentlich nicht zustimmen. Der Film ist einfach >>echt<<. Das bedeutet auch, dass er oftmals an den verblüffendsten Stellen urkomisch ist, wie das echte Leben halt.

      Non-Spoiler Eindrücke - Nocturnal Animals
      Ein sehr, sehr seltsamer Film. Grundsätzlich finde ich, dass er sein eigenes Potential nicht wirklich ausschöpft, aber interessant ist er schon. Oh, und abgefuckt. Vorallem das Intro. Die abgefucktesten opening-credits, die ich je gesehen habe. Naja, wer Lust auf einen (Psycho-)Thriller hat, kann hier ruhig mal reinschauen.

      Non-Spoiler Eindrücke - Jackie
      Wer denkt dies seien the life and times of Jackie Kennedy liegt falsch. Dieser Film ist keine Biografie von Jackie, sondern ein Psychogramm. JFKs Affären? Nur flüchtig erwähnt. Ihre 2. Ehe und Jackie O.? Interessiert diesen Film nicht. Stattdessen versucht der Film zu zeigen wieso so viele Leute fasziniert von dieser Frau sind und das tut er durchaus erfolgreich. Ich frage mich nach diesem Film ob der neueste Bewohner des Weißen Hauses wirklich der wahnsinnigste ever ist...
      Viele werden diesen Film als klassischen oscar-bait Film ansehen und dem würde ich wiederum nicht zustimmen, sicherlich, Natalie Portman war nie besser als hier, aber der Film hat schon seinen eigenen hypnotischen, teills surrealen Sog. Das Problem des Films ist nur: Mich interessiert Jackie Kennedy eigentlich kaum. Und der Film tut auch wenig, um mich abzuholen. Wer Interesse an der Person Jackie Kennedy hat oder einfach nur große Schauspielkunst sehen möchte, macht mit diesem Film wenig falsch, alle anderen sollten lieber zu Oliver Stones Meisterwerk JFK greifen.

      Let the bullets rain.

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      Gestern Alien: Covenant gesehen. Wie sein Vorgänger Prometheus visuell sehr gut gemacht, aber aus Plotsicht eher schwach. Wobei der Plot dieses Mal zugegebenermaßen etwas besser war und nicht zu 90% aus offengelassenen Fragen bestand. Leider ist die penetrante Pseudotiefgründigkeit weiterhin vorhanden. Dadurch ist der Film voll mit Referenzen aber frei von irgendeiner bedeutsamen Aussage. So eine bräuchte der Film aber, um mehr als nur kurzweilig spannendes Popcorn-Kino zu sein. Und wer den finalen Twist nicht voraussieht, hat in seinem Leben wahrscheinlich noch nie einen Film gesehen. Wobei ich das dem Film nicht so sehr vorwerfe, denn den Twist nicht zu bringen, wäre auch eine Verschwendung von Potenzial gewesen. Insgesamt ist die Handlung mit "Standard" aber wohl treffend umschrieben.

      Auch die größtenteils belanglosen Charaktere helfen nicht, zumal es ihre unfassbare Dummheit schwer macht, mit ihnen zu sympathisieren. Soll ich wirklich Mitleid haben, wenn Leute ohne jegliche Schutzausrüstung in einer fremden Alien-Atmosphäre herumspazieren und dann infiziert werden? Immerhin waren die Performances von Katherine Waterston und Michael Fassbender ziemlich gut.

      Genervt haben dafür die Widersprüche zum bekannten Alien-Franchise. Seit wann können Facehugger einen Menschen innerhalb von Sekunden infizieren?
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      Manches kann man vielleicht damit entschuldigen, dass die von David geschaffenen Xenomorphe nur Prototypen sind. Aber wenn es ihm darum geht, den perfekten Organismus zu erschaffen, warum sollte die finale Version dann schlechter sein und für eine Infektion Stunden bis Tage brauchen?
      Und auch wenn es sich um eine Fortsetzung handelt, wurden nur die wenigsten der offenen Fragen aus Prometheus beantwortet und zudem noch ein paar neue aufgeworfen, die wahrscheinlich auch nie vernünftig beantwortet werden.

      Fazit: "If you really want a franchise, I can keep cranking it for another six", hat Ridley Scott gesagt und genau wie so eine Fließbandarbeit fühlt sich der Film an. Er macht nichts wirklich falsch - aber auch nichts wirklich richtig.


      Dunkirk aka Instinkt > Story aka Rogue One, richtig gemacht

      Keine Angst, ich habe hier ja schon so manch übertrieben lange Review geschrieben, darauf verzichte ich hier. Ich will hier nur 2 originelle Filme weiterempfehlen. Während man beim unteren Film, wenn man nicht so oft ins Kino möchte auch auf die Blu-Ray oder Netflix warten kann, so rate ich im Falle von Dunkirk wärmstens zum Kinobesuch. Dabei ist das wichtigste gar nicht die große Leinwand, sondern der Kinosound: Wenn dir der Kinosurroundsound den sich anbahnenden Klang eines deutschen Jägerbombers zu hören gibt, versteht man den blanken Terror der machtlosen Soldaten umso mehr.
      Es gehört zum Staple der Filmkritiker zu sagen, wie sehr sie am Ende eines spannenden Films erstmal tief durchatmen mussten: Bei Dunkirk musste ich zum 1. mal wirklich genau das tun. So pausenlos intensiv waren die 100 Minuten.

      Das was die Zuschauer am meisten bei Dunkirk spaltet ist ja die Charakterentwicklung oder -zeichnung bzw. das Fehlen von eben dieser. Aus meiner subjektiven Sicht gesprochen kann ich nur sagen, dass für mich der Film -wie eigentlich immer bei Nolan- genau so funktioniert hat, wie er es wahrscheinlich wollte. In jedem Fall verstand ich die Motivation jeder Figur und das auch ohne der für diese Filme obligatorischen Campingfeuer-Szene. Ich habe schon mehr als genug Szenen von Soldaten gesehen, die sich gegenseitig Fotos und Schwangerschaftsmonate ihrer viel zu hübschen Frauen zeigen oder erzählen. Ich muss sagen: Am Ende des Films habe ich mitgefiebert. Und diese emotionale Bindung ist ja alles was einem Expotsitionsdialoge geben können, Dunkirk brauchte es meiner Meinung nicht und ihr Fehlen verbessert den Film nur. Lustig, wenn man bedenkt, dass genau dieser Punkt mich bei Rogue One am meisten gestört hat. Da sieht man was ein großer Filmemacher so alles ausrichten kann im Vergleich zur Lucasfilm-Studiodiktatur.
      Vielleicht ist es dieser Alleinstellungsmerkmal auch, weshalb ich mich mit Dunkirk leichter anfreuden konnte als mit so manch großem Genrevater. Normalerweise sind Kriegsfilme nicht wirklich mein Genre und so konnte ich mich mit Apocalype Now oder Full Metal Jacket nie anfreunden. Than again, der mMn zweitbeste Film letztes Jahr war Mel Gibsons Hacksaw Ridge und der dümpelte 1h lang rum bis man endlich im Krieg war...

      Abschließend noch etwas zur Tonversion: Ich habe mir den Film im englischen Original angeschaut um Disaster, wie sie in der deutschen Fassung von Saving Private Ryan oder Inglorious Basterds stattfanden, zu verhindern, wo Gespräche zwischen Amerikaner und Deutschen über einen Dolmetscher in der deutschen Fassung zu einem höchstens entfernt sinnigen Brei übersetzt wurden, weil ja logischerweise nichts gedolmetscht werden muss. Dunkirk besitzt solche Szenen nicht, man kann also gefahrenfrei zur deutschen Vertonung greifen, erst Recht weil mit die dialoglastigsten Szenen gefilterte Flugzeugradiogespräche sind.



      Baby Driver aka das beste Musikvideo aller Zeiten aka Edgar Wright ich liebe dich, verdammte Scheiße!

      Nun, falls es nicht bekannt war: Ich bin kein all zu kleiner Edgar Wright-Fan. Wäre die Welt fair, hätte er für jeden einzelnen seiner Feature-Filme diverse Regie-Nominierungen erhalten inkl. bei den Oscars, so einzigartig frisch ist sein Stil. Wäre die Welt fair, hätten diese Filme millarden an den Kinokassen eingespült. Falls ihr nicht mit seiner Filmografie vertraut seid: Er ist der Kopf hinter Shaun of the Dead, Hot Fuzz und dem im Internet so geliebten Scott Pilgrim vs. the World.
      Falls mein und das Wort der Kritiker (95% Rotten Tomatoes!) nicht ausreichen, muss ich leider feststellen, dass der Trailer für diesen Film seeeehr durchschnittlich ist.
      Ich habe das Gefühl, dass jedes Wort zu viel über diesen Film schon aus einem gewissen Betrachtungspunkt ein Spoiler ist. Also beschränke ich mich hier mal auf das offenkundigste Merkmal des Films: Der Musik. Oft wird davon gesprochen, dass der Compilation-Soundtrack eines Films ein eigener Charakter war, und hier trifft dies in einer Qualität zu, die ich so selbst bei Filmen wie Guardians of the Galaxy oder ein jeden Tarantino-Film inkl. Pulp Fiction noch nie gehört/gesehen habe.
      Jede Szene ist perfekt auf jeden Song geschnitten und geschrieben, vorallem bei den Actionszenen ist das absolut beeindruckend und einfach nur schweinecool. Hin und wieder ersetzt die Musik sogar ganze Dialoge, denn die Musik und die Lyrics sagen schon genug aus.

      Wer bereits überzeugt ist der liest besser nicht weiter. Ich spoilere zwar nichts im wahrsten Sinne des Wortes aber ich war jedenfalls heilfroh nichts zu wissen.
      Der Film hat einen der überraschendsten und positiv-wahnsinnigsten 3. Akte, die ich seit langem, langem gesehen habe. Ich habe schon viele Filme gesehen und normalerweise weiß man dann in welche Richtung es am Ende geht, aber Baby Driver hat es geschafft wo ich resigniert mir eingestehen musste: Ich hab keine Ahnung was du vor hast Edgar Wright, und ich find's nur geil. Nur. Geil.

      Oh, und auch hier noch was zur Originalversion: Falls ihr euch den Film auf englisch anschauen wollt, dann beachtet, dass Jamie Foxx in einer nicht zu kleinen Rolle Gangsterisch spricht, und das ist die 3. schwierigste Variante der englischen Sprache hinter Jamaikanisch und Texanisch ;)
      Let the bullets rain.

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      Mord im Orient Express (2017)

      Puhhh, was ein Scheiss. War zumindestens mein erster Satz zu meinem Mitkinogänger, dem nur ein bedächtiges Nicken als Erwiderung folgte. Technisch an einigen Punkten sehr gut gemacht, die meisten Teil des Ensemble-Cast völlig verschenkt, ein eher schlechter Poirot, natürlich fast alle Grundsätze eines Krimis aus dem Fenster geworfen, ach... ich bin ja aufgeschlossen in den Film gegangen, aber meine Güte. Hat mir überhaupt nicht gefallen.

      Hier ein paar Spoiler-Rant Anmerkungen
      Spoiler anzeigen

      - Beginnen wir mal mit einem kleinen Nitpick: musste die Szene mit der Scheisse am Anfang sein? Ich meine, klar, ist Jerusalem 1934, da laufen Esel und so weiter rum, aber trotzdem; und dann der eigentlich Sinn der Szene, Poirot tritt ausversehen in einen der Haufen mit einem Fuß rein und um seine Fixierung auf Gleichmäßigkeit zu zeigen, tritt der absichtlich nochmal mit dem anderen Fuß in den Haufen, "wegen dem Ungleichgewicht". Hat es nicht gereicht, dass Poirot seine Frühstückseier auf gleiche Höhe abmisst und Leute bittet, sich ihre Krawatte zu richten? Nein, wir brauchten die Szene mit der Scheisse, um das dem Zuschauer deutlich zu machen? Okay.

      - CGI-Istanbul waren wohl noch die Reste, die Ubisoft für ihre Assassins Creed Revelations Render-Trailer nicht mehr gebraucht haben. Und die Landschaftsshots... puh, schlechtes CGI ist es zwar nicht, aber es sticht viel zu sehr ins Auge.

      - Was haben sie mit Graf Andrenyi gemacht? Im 1974 Orient Express war er heißblütig, aber höflich, in diesem Film ist er ein tobsüchtiges Arschloch, der immer gereizt ist und Reporter in einem Café mit Dropkicks verprügelt. Wtf?

      - Wie gesagt, Krimi-Aspekte werden sehr oberflächlich behandelt, was den Film ohne Kenntnis der Vorlage oder einer der Umsetzungen des Buches evtl. etwas verwirrend machen kann. Wie Poirot z.B. durchschaut, dass Zofe Schmidt früher Köchin war, muss wohl aus einem ihrer Halbsätze in dem einzigen Gespräch, was sie mit Poirot geführt, gekommen sein. Das der Autohändler früher Armstrongs Chauffeur war hat Poirot aus einem Off-Screen Foto geschlossen iirc. Ugh.

      - Auf der Suche nach dem roten Kimono:
      Poirot: "Waren das alle Koffer?"
      Bouc: "Alle außer den Koffern von Graf und Gräfin und Andrenyi, aber die können wir nicht durchsuchen, sie reisen mit Diplomatenpass. Aber sonst haben wir alle Koffer durchsucht."
      Poirot: "Nein, einen Koffer haben wir noch nicht untersucht. Meinen eigenen!
      Ja, und die der Andrenyis xD Warum dieser Geistesblitz, wenn noch die Koffer der Andrenyis ausstehen?

      - Wie gesagt, Ensemblecast größenteils verschenkt. Die Verhöre wurden erheblich gekürzt, dadurch kommen Charaktere wie die Missionarin, die von Penelope Cruz gespielt wird, Schaffner Pierre-Michel, Fürstin Dragomiroff, ihre Zofe, Gräfin Andrenyi und auch ihr Mann viel zu kurz. Dabei wurde noch der Charakter des griechischen Arztes, der Poirot bei den Ermittlungen hilft gestrichen (dafür wurde Arbuthnot die Arzt-Eigenschaft zugeschanzt).

      - Poirot hat eine alte Liebe, Katherine, deren Bild er schmachtend nachts auf dem Tischlein in seinem Abteil aufstellt und welches er sanft streichelt. Verwirrt? Ja, war ich auch. WTF war das denn? Das sind zwei Szenen gegen Anfang und eine gegen Ende, wo Poirot mit sich selbst und dem Fall hadert und er mit dem Bild spricht. Warum war das im Film? Was war das? Es hatte auch kein Payoff; ich ging während des Films irgendwann davon aus, dass am Ende Katherine irgendwie auch mit dem Armstrong-Fall in Verbindung stand und Poirot deshalb die simple Lösung mit dem unbekannten Mafiosi als Täter ins Spiel bringt, aber nein, nicht einmal das. Wtf?

      - Arbuthnot ist schwarz, der Autohändler ein Hispanic. Cyrus Hardman gibt sich zunächst als österreichischer Professor Gerhard Hartmann aus, der natürlich nicht mit einem der schwarzen Rasse an einem Tisch sitzen will, hm naja; später will Bouc das Poirot den Fall nimmt, weil er befürchtet, dass die jugoslawische Polizei den einfachen Weg geht und den Schwarzen oder den Hispanic als Täter beschuldigt. Okay, nehm ich, geht so in Ordnung. Aber das dann gleich im ersten Verhör danach dann MacQueen Poirot eben genau dazu anhält, die nicht-Weißen ins Visier zu nehmen... ein bisschen arg plump

      - Ach ja, wo ich gerade von Hardman sprach: Poirot entlarvt ihn dadurch, dass er Sahne statt Ober gesagt hat, was ein Österreicher niemals machen würde. Okay. Vielleicht hätte der Satz "Die Wissenschaft wird Deutschland wieder zu einer großartigen Nation machen!" von einem österreichischen Professor 1934 auch schon etwas stutzig machen können, aber okay.

      - Dann gab es noch eine random Verfolgungsszene, wo Poirot MacQueen durch das Gerüst einer Eisenbahnbrücke verfolgt, weil dieser draußen etwas verbrennt. Sehr nötig.

      - Poirot beschuldigt Ms. Debenham lautstark als Täterin. Eine ähnliche Szene gab es im 1974er Orient Express auch, wo Poirot es absichtlich gemacht hat, um ihren Liebhaber Arbuthnot zu provozieren, der in Sichtweite von Poirot wartete. Hier war Arbuthnot nicht in der Nähe und Poirot und Debenham waren in einem abgeschiedenen Lagerwagon; trotzdem kommt er ihr zu Hilfe, schiesst Poirot in den Arm und es gibt eine weitere kleine, nutzlose Action-Szene. Ugh.

      - Während die Arbeiter den Zug freischaufeln und wieder auf die Gleise heben, müssen die Passagieren in Tunnel voraus warten. Dort haben die Zugarbeiter einen Tisch aufgebaut, der auf über die Schienen gelegte Holzbretter steht und umringt von Fackeln ist, hinter dem alle Verdächtigen sitzen, wie beim letzten Abendmahl. Macht einen guten Shot, wenn Poirot zur Auflösung dort hinschreitet, macht aber keinen Sinn.

      - Arbuthnot war Scharfschütze. Poirot schlussfolgert daraus, dass er ihm absichtlich in den Arm geschossen hat und ihn nicht umgebracht hat, weil ein Scharfschütze auf so kurze Distanz natürlich nicht verfehlen würde. Mal ganz davon abgesehen, dass Arbuthnot seit 7 Jahren nicht mehr beim Militär ist und einfach nur eingerostet sein könnte, ein Scharfschütze in der Armee zu sein, sagt ja nichts über seine Fertigkeiten mit der Pistole auf kurze Distanz aus xD

      - Allgemein viel zu viel Pathos bei der Auflösung, "Was ist Gerechtigkeit", Zeug mit Gott, blablabla.

      - Zu guter Letzt noch ein Nitpick: Am Ende sieht man Brod, was einfach nur ein Bahnhofsgebäude in einer Schneewüste ist. Brod ist zwar nur eine kleine Stadt, aber sollte da selbst 1934 nicht ein bisschen mehr sein, als nur ein einzelnes Bahnhofsgebäude?

      Gabs denn auch gute Sachen? Ja, ein paar kleine:
      - Außer die Szene mit der Scheisse war die Eröffnung in Jerusalem ganz nett.
      - Die Neuinterpretation von Bouc war erfrischend.
      - Johnny Depp als Ratchett war nicht schlecht, in den paar Szenen die er hatte.
      - Kenneth Branaghs Schnurrbart war nicht so lächerlich wie er in den Trailern gewirkt hat.
      - Wie gesagt, einige nette Technikaspekt, Kamerawinkel, One-Takes, etc.

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      Update (15.12.)
      Star Wars: The Last Jedi (Spoilerfrei)

      Uff. Star Wars VIII wurde im Vorfeld hochgelobt und ich selbst mochte Force Awakens sehr (Rogue One habe ich ausgelassen) und hatte deshalb wieder ordentlich Bock auf Star Wars. Und meine Erwartungen wurden... naja? Enttäuscht, aber irgendwie auch nicht? Hm. Insgesamt fand ich den Film anfangs sogar durchaus desaströs, aber nach etwas sacken lassen bin ich mir nicht mehr so sicher. Sehr gemischt. Die technischen Aspekte waren grandios, sicher, aber dafür hat so viel an der Geschichte, den Charakteren und dem Pacing bei mir einen bitteren Geschmack im Mund hinterlassen. Character-Arcs und eine Narrative, die fast nur unbefriedigend ist. Drei größere neue Charaktere, die alle im Prinzip überflüssig waren und mit ihrer Existenz eher genervt haben. Teilweise wirklich unwürdige Behandlung von bekannten Charakteren. Die Film wandert irgendwie zwischen den verschiedenen Handlungssträngen umher und scheint manchmal auch nicht ganz sicher zu sein, was nun eigentlich passieren soll. Sicher, wir befinden uns hier noch lange nicht auf Prequel-Level, aber "der neue beste Star Wars Film", wie ihn manche nennen, haben wir hier mMn auch nicht. Aber auch nicht so schlecht, wie ich ihn zunächst empfunden habe. Fühlt sich in der Nachbetrachtung komisch. Vielleicht brauch ich später bei DVD-Release nochmal ein zweites Viewing (oder ich lass mich von nem Freund ins Kino einladen, nochmal Geld für eine Kinokarte geb ich dann doch nicht aus :P ).

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      Boah, The Last Jedi ist echt schwer einzuschätzen. Vieles war geil, aber Vieles auch nicht. Der Ton war all over the place. Die First Order sind die gleichen Kackvillains, die sie schon immer waren, aber dafür war Kylo Ren besser denn je. Rey war richtig gut diesmal. Finn... meh.

      Teiweise gab es richtig coole Ideen beim Editing und tolle visuelle Einfälle, aber teilweise waren Szenen ohne Sinn für Richtung aneinander geschnitten. Er war zu lang, aber trotzdem blieb Vieles unterbeleuchtet. Fans und Hater wurden bisweilen elegant getrollt, aber manche Dinge waren auch legitim enttäuschend.

      Aber na ja, diese Zerrissenheit spiegelt der Rotten Tomatoes Audience Score von 56% vielleicht ganz gut wieder...
      Star Wars 8
      So habe jetzt auch "Fanstastische Tierwesen Episode 8: The Last Merch" gesehen und schreibe lieber mal fix was, bevor ich alles vergesse :D So kann ich mich jetzt schon kaum noch an die erste Stunde erinnern, war es doch gerade zu beginn sehr langatmig und stark überfüllt mit unnützem Zeug.
      Der Anfang war so langatmig, dass ich nach der Hälfte des Films dachte, eigentlich müsste er jetzt doch schon zwei Stunden gelaufen sein und das wird jetzt sicher die letzte Szene sein. Ich schließe mich meinen Vorpostern da in vielerlei Hinsicht an: Einige neu eingeführte Charaktere waren total überflüssig und raubten so den etablierten die Screentime, die sie benötigt hätten. Generell fand ich Finns Episode hier komplett uninteressant. Fand den "Loveplot" mit der Asiatin uninteressant, ihren ganzen Charakter, das ganze Zeug auf dem Casino-Planeten und den Collector auch. Eigentlich hätten die einfach direkt auf Snokes Schiff fliegen können, sich da irgendwie anders Zutritt verschaffen und es dabei belassen sollen. Hätte den Film imo um einiges besser gemacht. Auch die Episode auf Lukes Insel war recht anstrengend. Diese ganzen Shots wo er wandern geht, Fische fängt und Viecher? milkt und auch Lukes Rolle auf der Insel war mir nicht so wirklich klar. Generell wirkte vieles auf der Insel recht wirr. Die Verbindung zwischen Kylo und Rey war ganz cool, aber dieses ganze Rey ist zur dunklen Seite hingezogen, Luke wollte Kylo abmurxen usw. kam teilweise recht random rüber.
      Nachdem man das alles dann hinter sich gebracht hatte, kamen auf Snokes Schiff aber auch viele coole Szenen. Snoke selbst ist ein bisschen das Anokata Dilemma all over again. Keiner rechnete so richtig damit, dass er so früh stirbt/enthüllt wird und jetzt fürchten sich alle, dass Exposition zu seinem Charakter vollkommen unter den Tisch fallen wird.
      Dass er stirbt fand ich aber eigentlich recht cool und unerwartet, aber nicht bullshittig unerwartet. Ist halt nur Blödsinn, wenn wir jetzt nie erfahren, warum er überhaupt der Obermacker war und woher er mit der Macht vertraut war. Auch der Kampf gegen die Leibgarde war ganz nett.
      Dass Reys Eltern Schrottsammler sind, war ein bisschen antiklimatisch. Ich hatte sowas zwar auch gehofft und gedacht, aber nachdem es in dem Film so eine zentrale Rolle spielte, dachte ich, dass da jetzt noch ein krasser Twist kommen muss. Auch wenn mir keiner eingefallen ist, der da noch als Elternteil herhalten hätte können.
      Wirklich sehr optisch ansprechend fand ich den Kamikaze Flug der Raddus in Snokes Schiff. Da dachte ich dann auch "so das muss jetzt aber doch wirklich der Schlussakt dieses Films gewesen sein". Naja Pustekuchen. Die ganze Sache um Phasma fand ich lame. Phasma ist auch so ein Charakter, der eigentlich keinen Namen gebraucht hätte.
      Die Schlacht auf Crait hatte glaube ich schlichtweg ein Plothole: Die fliegen 10 Minuten Richtung Minitodesstern und am Ende zieht Finn die tote (please be dead) Asiatin in ner halben Minute auf einem Stück Stoff zurück in die Basis.
      Lukes Machtillusion fand ich dann wiederum cool, auch weil man erkennen konnte, dass er es nicht selbst ist, aber es nicht so richtig glauben wollte. Das blöde an der Machtillusion ist, dass sie aus der Szene in der er von allen Schiffen beschossen wird, ein bisschen die Badassigkeit rausnimmt. Wäre irgendwie auch cool gewesen, wenn Luke das ganze Kanonenfeuer abwehren kann. Aber naja so ist auch ganz nett. Sein Tod kam dann fast ein bisschen plötzlich und undramatisch daher.
      Die Szene am Ende mit dem Jungen hab ich schlichtweg nicht verstanden.

      Unterm Strich fand ich den Film eigentlich recht nett, hätte man ihn doch nur ein bisschen kürzer gemacht, indem man auf unnötige Sachen verzichtet hätte. Einfach Lukes Insel halb so lang und die Finnepisode raus und dafür ein bisschen Snoke-Exposition rein und bumms wärs vielleicht sogar sehr gut gewesen.



      Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

      Ich habe gestern Three Billboards gesehen, Co-Favorit auf den bester Film-Oscar und poste nur hier um vielleicht den einen oder anderen zum Kinobesuch zu verleiten. Wer denkt, dass sei wieder so ein typischer Januar-Oscar-Bait-Film, der nach 2 Tagen eh komplett wieder aus dem Hirn raus ist, der täuscht. Er hat das Zeug ein absoluter Kultklassiker zu werden. Er ist vom selben Regisseur wie "Brügge sehen... und Sterben?" eine ziemlich großartige tiefschwarze Komödie und zum Teil schlägt er auch in die selbe Kerbe. Der Film ist voll von so pechschwarzem Humor, dass gepflegte Internet Social Justice Warriors wahrscheinlich heulend aus dem Kino rennen werden, er übertreibt es allerdings nicht, wie der oben für genau das kritisierte Star Wars, indem er stets weiß, dass er trotzdem ein Drama über ein sehr tragisches Schicksal ist und Tragisches nicht für einen müden Joke opfert.
      Wer von rüder Sprache nicht abgeschreckt wird, sollte sich den Film definitiv irgendwann anschauen. Nur das mit dem Bester Film-Oscar kann der Film vergessen, so mutig ist die Academy dann doch nicht^^
      Let the bullets rain.