Welchen Film zuletzt im Kino gesehen/ welche Serie zuletzt beendet?

      Hobbit 3 war bei mir auch der letzte Film. Fand ihn sehr ... mittelmäßig. Er war zwar nicht komplett scheiße, weil er noch leidlich unterhaltsam war, aber den meisten Kritiken hier kann ich mich anschließen. Irgendwelche Zwergencharaktere, die mich im dritten Teil immer noch nicht interessieren oder schaffen, dass ihre Namen in meinem Gedächtnis hängen bleiben. Humor für eine Zielgruppe für die der Film in Deutschland nicht einmal freigegeben ist. Und die Orcs waren als Bedrohung auch einfach unfassbar schlecht. Wenn zwei Zwerge sagen, dass sie sich um 100 Orcs kümmern werden und die das dann auch noch ohne Probleme durchziehen, zerstört das die Orcs als Gegner total. Welchen Effekt sollen denn dann riesige Orc-Horden noch auf mich als Zuschauer haben, wenn die Elfen und Zwerge einfach Hunderte von ihnen abschlachten können und das sogar im Dialog selbst sagen? Hässliches CGI alleine macht die Viecher nicht bedrohlich.

      Der andere Film, den ich zwei Tage davor geguckt hatte, war The Imitation Game. Kein schlechter Film, auch wenn mir die Menge der Oscar-Nominierungen übertrieben scheint. Das Thema war hochgradig interessant, wobei ich es stellenweise etwas schwach umgesetzt fand. Benedict Cumberbatchs Spiel warrecht gut, aber letzten Endes ist es auch viel einfacher, Sonderlinge (und mindestens im Film war Turing ja einer) zu spielen und oft erinnerte der Film etwas an ein Big Bang Theory auf der Kinoleinwand, das sich eher über die Marotten seines Charakters lustig macht, als sich mit diesen Elementen ernsthaft auseinanderzusetzen. Cumberbatch musste also für weite Teile des Films einfach Sheldon und Sherlock vermischen, was besonders dämlich ist, wenn man bedenkt, dass der echte Turing nicht so war. Es gab natürlich Ausnahmen, wie z.B. die recht brillante Stelle, in der der junge Turing Gespräche mit Verschlüsselungen vergleicht, weil es für ihn das Erraten der Intention im Gesagten seines Gegenübers das Gleiche wie komplexe Kryptographie ist. Generell waren die Teile mit dem jungen Turing aus Charaktersicht viel besser, als die die Cumberbatch spielen durfte.
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      Das strategische Ausnutzen des geknackten Enigma-Codes, bei dem die rational richtige Entscheidung es erfordert, zahllose unschuldige Leben zu opfern, war aber gut umgesetzt, wobei ich solche emotionalen Dilemmata auch bereits besser und emotionaler verarbeitet gesehen habe.
      Den Homosexualitätsaspekt des Turing-Charakters fand ich wie Lunell etwas an den Rand gerückt. Er hat zwar immer mal wieder mit anderen Charakteren darüber geredet, aber die emotionale Seite der ganzen Sache gehörte wieder einmal vollständig dem jungen Turing. Nicht unbedingt ein Kritikpunkt, aber auffällig fand ich auch, dass in einer Welt, in der jedes heterosexuelle Paar eine Sexszene in Filmen bekommt, die Homosexualität eines Charakters, die zudem zentraler Konflikt ist, nur verbal behandelt wird, obwohl der Film ja sicherlich auch eine Botschaft der Akzeptanz transportieren soll. Aber da hatte man wohl Angst vor einem hohen MPAA-Rating.

      Jetzt muss ich versuchen, diese Woche noch möglichst viele andere Oscar-Nominees abzuhaken. :D
      Ich habe jetzt auch The Imitation Game gesehen. Guter Film, der allerdings meines Erachtens die für mich recht typischen Fehler des britischen Kinos der letzten Jahre wiederholt. Der Film leidet stark daran, dass die Zeitebene nach dem Krieg biederer kaum dargestellt hätte werden können. Sie passte nicht in die guten Zeitebenen von Turings Kindheit und Krieg hinein, entweder hätte man den Film noch gut 20 min länger machen müssen um mehr Pay-Off zu bekommen oder sie komplett auslassen und die ganze Geschichte mit Kriegsende enden lassen.
      Erinnerungen an The Big Bang Theory kamen eigentlich nur in einer kleinen Szene auf (Äpfel an die Kollegen), ansonsten weiß ich nicht woher soetwas kommen könnte, hat der Film doch konsequent keine humorvolle Stimmung, sondern nur kurze für solche Filme wichtigen Einschübe. Die Schauspieler sind durch die Bank herausragend, Cumberbatch geht völlig in der Rolle des einsamen Genies auf, vorallem seine letzte Szene im Film ist die Intensivste, die ich seit Jahren gesehen habe. Ich fürchte nur ein wenig, dass er bei den (einsamen) Genies stecken bleibt. Sherlock, Khan, Assange, Turing, ja sogar der baldige Stephen Strange ein wenig, alles recht ähnliche Charaktäre. Knightley ist für mich nicht weniger als eine Offenbarung. Bis auf eine kleinere Rolle in einem Film den eh kein Mensch hier kennt, hat sie mich nie auch nur ansatzweise beeindruckt, ich fand sie immer recht blass. Hier spielt sie mit Cumberbatch und einem wirklich guten Matthew Goode (der wichtigste Codeknackerfreund) auf einem Niveau, das ihr wohlverdient eine Oscarnominierung beschert (auch wenn sie ihn dieses Jahr zweifelsfrei nicht gewinnen wird).
      Ein großes Problem meines Erachtens liegt in der Regie des Films, denn auch wenn es der Regisseur (Tyldum) schafft aus seinen Schauspielern hervorragende Ergebnisse herauszukitzeln, scheitert er an anderer Stelle. Zum einen strecken sich die Nachkriegsszenen ungemein, zum anderen versaut er Schlüsselszenen. In einer wichtigen Szene zwischen Turing und seiner Kollegin/Freundin spielen beide sehr nuanciert, und wenn man nur auf die Worte achtet ist es eigentlich eine der romantischsten Szenen, die ich je gesehen habe, aber es wird einfach nicht die volle Wirkung erreicht, es gab da noch sehr viel mehr Potential.
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      Ich rede von der Szene in der Turing ihr seine Homosexualität gesteht.

      Etwas, was mich fast schon wütend gemacht hat, war jedoch das Ende. Wie kann man denn eine Biopik über einen Mann mit einer positiven Message enden lassen, ihm Selbstvertrauen einflößen, wenn er sich ein Jahr später daraufhin umbringt? Der Film hatte essentiell ein Happy-Ending, das jedoch radikal gegen die Texteinblendung, die sofort daraufhin folgte, ging.


      Alles in allem jedoch ein guter, und sehr wichtiger Film. Der Mann war verdammt wichtig, und es ist eine Schande, dass ihn kaum einer kennt.

      Corab schrieb:

      Nicht unbedingt ein Kritikpunkt, aber auffällig fand ich auch, dass in einer Welt, in der jedes heterosexuelle Paar eine Sexszene in Filmen bekommt, die Homosexualität eines Charakters, die zudem zentraler Konflikt ist, nur verbal behandelt wird, obwohl der Film ja sicherlich auch eine Botschaft der Akzeptanz transportieren soll. Aber da hatte man wohl Angst vor einem hohen MPAA-Rating.
      Ach es gibt viele homosexuelle Sexszenen in den vergangenen Filmen, dass es hier keine gab begrüße ich sehr, weil es keine geben sollte. Turing hatte doch kein männliches Love-Interest im Film. Um eine homosexuelle Sexszene einzufügen musste man ihn schon zeigen, wie er zu einem homosexuellen Prostituierten geht, und das hätte es gar nicht gebraucht. Und ob dies das Rating nach oben geschraubt hätte wage ich eh zu bezweifeln. Der Film hat überraschend viel eingespielt, aber ich bin mir recht sicher, das dies wenig mit dem PG-13 Rating zu tun hat, und vieles davon eh aus der UK kommt. Mal abgesehen davon, dass ich mir unsicher bin in wie Fern homosexuelle Sexszenen das amerikanische Rating beeinflussen, im Bereich PG-13 kann man mit Heterosexualität ziemlich viel machen.

      Zur Sache mit den vielen Oscar-Nominierungen:
      Beste Regie halte ich wie oben erwähnt für Quatsch, hier hätte ein Fincher oder die Frau von Selma viel eher stehen müssen, überhaupt erinnerte vieles an dem Film an einen BBC-Fernsehfilm.
      Bester Film ist mit 7 anderen nominierten völlig in Ordnung.
      Die beiden Schauspielnominierungen sind hochverdient.
      Das Drehbuch fand ich wirklich gut, man hätte halt mehr rausholen können. Auch wenn ich in der Kategorie überhaupt wiederum Gone Girl vermisse.
      Bester Schnitt: Joa... geht schon in Ordnung.
      Beste Musik: Die Klaviermelodien waren recht gut, gewinnen sollte Desplat aber nicht.
      Bestes Produktionsdesign: Tja, es ist ein Period Piece... darauf steht halt die Academy^^

      Also abgesehen von Regie gehen die Nominierungen sehr in Ordnung, ich wäre jedoch überrascht wenn es überhaupt etwas gewinnen würde, nur beim Drehbuch hat es gute Chancen.
      Let the bullets rain.

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      ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob der Hobbit wirklich mein letzter Film war, aber der letzte an den ich mich wirklich erinnere, zählt also :D
      also da ich den zweiten Teil ziemlich gut fand - Smaug war einfach phantastisch und ich mag die deutsche Synchronstimme dazu sehr sehr gerne - und der dritte Teil ja nun wirklich der Letzte sein würde (was die Ganze Mittelerde-Saga betrifft), war ich natürlich mit einigen Erwartungen in den Film gegangen. Aber ich kann Corab nur zustimmen.

      ​Irgendwelche Zwergencharaktere, die mich im dritten Teil immer noch nicht interessieren oder schaffen, dass ihre Namen in meinem Gedächtnis hängen bleiben.


      jep. das trifft es ziemlich gut.

      einfach unpassend, das Liebesdreieck mit Tauriel und Will Turner und Zwergi X reinzubringen. für mich zählten Thorin und Bilbo. und es war ätzend diese erzwungene Romanze da reinzupfeffern, weil der Hobbit wirklich ein Film gewesen wäre, der das definitiv nicht nötig hätte.

      naja. nichtsdestotrotz war die Musik wieder perfekt gewählt und ich musste einfach bis zum bitteren Ende (also wirklich Ende. der ganze viertelstündige Abspann) sitzen bleiben und versuchen, stark zu bleiben, weil Alles in Allem das schon ein guter Abschluss für die ganze Saga war - von Tauriel mal abgesehen ;)
      Wir kommen gerade aus dem Kino und ich muss gestehen zu meiner Schande konnte ich mich diesem Film nicht entziehen. Dieser Riesenhype, diese Spannung, diese prickelnde Erotik... ihr erratet es bestimmt, genau ich und meine bessere Hälfte waren in

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      Spongebob Schwammkopf - 3 D... :D

      Man muss natürlich Spongebobs gequirlten Blödsinn mögen um dafür ins Kino zu gehen. Ich wollte da auch nicht unbedingt rein, aber da in letzter Zeit alles ziemlich ernst war, wollte ich mal wieder so was richtiges albernes erleben. Und da ist Spongebob natürlich prädestiniert für..xD Außerdem war es auch mal wieder schön Antonio Banderas auf der großen Leinwand wieder zu sehen (die einzigen braunen Augen, die ich toll finde..xD) . Meiner Meinung nach sah man ihm den Spaß an, den er wohl beim Drehen gehabt hat. Die Figuren in der realen Welt wurden gut umgesetzt. Ich hätte den Film auch ohne 3 D angesehen, so wie jeden anderen Film auch, hätte ich jetzt nicht gebraucht, war aber ganz nett.
      In der ersten Hälfte des Filmes hab ich viel lachen können, die zweite Hälfte hätte etwas lustiger sein können. Man muss jetzt auch nicht unbedingt deswegen ins Kino gehen. Trotzdem bin ich aus Überzeugung dort hinein gegangen und auch aus Protest, gegen diesen ganzen Shades of Grey Hype, den ich absolut überhaupt nicht verstehe. Die Personengruppen, die jenen Film gesehen haben im Kino, waren hauptsächlich weibliche Teenies, oder etwas ältere Damen in schwarzen Strumpfhosen und Minirock (war wirklich auffällig seltsam..xD) Männliche Wesen haben wir nicht in dem Kinosaal verschwinden sehen.
      Jedenfalls ist Spongebob kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber wir hatten nen lustigen Abend. ^^

      The truth is still out there!!!
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      Heiji schrieb:

      Wie kann man denn eine Biopik über einen Mann mit einer positiven Message enden lassen, ihm Selbstvertrauen einflößen, wenn er sich ein Jahr später daraufhin umbringt? Der Film hatte essentiell ein Happy-Ending, das jedoch radikal gegen die Texteinblendung, die sofort daraufhin folgte, ging.
      Hm, das sehe ich anders. Das Ende fand ich gelungen. Es ist kein Happy End, denn Turing ist ein gebrochener Mann, zu einer Hormontherapie gezwungen und kaum mehr fähig zu arbeiten. Die von dir erwähnte positive Botschaft gleicht diese schlechten Dinge keineswegs aus. Es ist ein Bittersweet Ending, in dem Turings Situation selbst trostlos und düster ist, er aber ein großartiges Vermächtnis vorzuweisen hat - was auch genau zum Tenor der letzten Texteinblendung passt (und so eben auch die Realität ist).


      Heiji schrieb:

      Der Film leidet stark daran, dass die Zeitebene nach dem Krieg biederer kaum dargestellt hätte werden können. Sie passte nicht in die guten Zeitebenen von Turings Kindheit und Krieg hinein
      Ja, seh ich genauso. Es war ein Framing Device um des Framing Devices Willen, total überflüssig und hat dem Film eher geschadet als genützt.

      Heiji schrieb:

      Erinnerungen an The Big Bang Theory kamen eigentlich nur in einer kleinen Szene auf (Äpfel an die Kollegen), ansonsten weiß ich nicht woher soetwas kommen könnte, hat der Film doch konsequent keine humorvolle Stimmung, sondern nur kurze für solche Filme wichtigen Einschübe.
      Na ja, da fallen mir durchaus noch mehr Momente ein. Z.B. wo Turing die Idee seines Kollegen als "gar nicht mal so restlos dumm" bezeichnet oder er seine Rolle als Wingman zu verkacken droht und unter dem Tisch getreten wird. Das könnte ich mir so auch absolut aus Sheldons Mund vorstellen.

      Heiji schrieb:

      Die Schauspieler sind durch die Bank herausragend, Cumberbatch geht völlig in der Rolle des einsamen Genies auf, vorallem seine letzte Szene im Film ist die Intensivste, die ich seit Jahren gesehen habe. Ich fürchte nur ein wenig, dass er bei den (einsamen) Genies stecken bleibt. Sherlock, Khan, Assange, Turing, ja sogar der baldige Stephen Strange ein wenig, alles recht ähnliche Charaktäre.
      Ja, das stört mich auch. Ich frage mich auch, ob die Drehbuchautoren den Film vielleicht "cumberbatchiger" machen wollten oder Cumberbatch einfach nur einen bestimmten Typus spielen kann. Denn sein Turing erinnerte schon stark an seinen Sherlock. Und dieses fast schon stereotype antisoziale Genie ist keine besonders anspruchsvolle Rolle. Extreme sind immer leichter zu spielen als normale Menschen, weil das Spiel bei normalen Menschen viel nuancierter sein muss. Charaktere wie Sherlock aus Sherlock oder Sheldon aus BBT beispielsweise werden immer wieder mit Preisen überhäuft, obwohl sie nicht einmal interne Konsistenz aufweisen (mal kann ein Sherlock an subtilen Signalen erkennen, dass zwei Leute miteinander schlafen; mal versteht er nicht mal grundlegendste Konzepte des Flirtings). Bei normalen Charakteren fällt es viel schneller auf, wenn Dinge nicht passen und Charakterzeichnung muss viel subtiler erfolgen. Deshalb stört es mich, wenn ein Benedict Cumberbatch die paar Marotten die der reale Turing hatte, in extremen Autismus verwandelt und dafür dann eine Oscar-Nominierung abstaubt.

      Heiji schrieb:

      Der Film hat überraschend viel eingespielt, aber ich bin mir recht sicher, das dies wenig mit dem PG-13 Rating zu tun hat, und vieles davon eh aus der UK kommt. Mal abgesehen davon, dass ich mir unsicher bin in wie Fern homosexuelle Sexszenen das amerikanische Rating beeinflussen, im Bereich PG-13 kann man mit Heterosexualität ziemlich viel machen.
      MPAA = konservative Amerikaner, das beeinflusst das Rating auf jeden Fall. Es ist bei denen auch ein Unterschied, ob du einen männlichen Orgasmus oder einen weiblichen Orgasmus zeigst. Guck dir mal die Doku "This Film Is Not Yet Rated" an. Und Fakt ist doch, dass der Film haufenweise fiktive Konflikte dazudichtet (Turings Vorgesetzer war nie gegen ihn, seine Mitarbeiter haben ihn unterstützt) und den einzigen echten, der ihn in den Tod getrieben hat, massiv herunterspielt.


      Heiji schrieb:

      Beste Regie halte ich wie oben erwähnt für Quatsch, hier hätte ein Fincher oder die Frau von Selma viel eher stehen müssen, überhaupt erinnerte vieles an dem Film an einen BBC-Fernsehfilm.
      Nachdem ich jetzt auch Selma gesehen habe - Ja, auf jeden Fall.

      Heiji schrieb:

      Die beiden Schauspielnominierungen sind hochverdient.
      Meiner Meinung nach nicht, zumindest Cumberbatchs nicht, denn er hat über weite Teile des Films seine Standardrolle gespielt und nicht Alan Turing. Und wenn ein David Oyelowo keine kriegt erst recht nicht.

      Heiji schrieb:

      Bestes Produktionsdesign: Tja, es ist ein Period Piece... darauf steht halt die Academy^^
      Na ja, ist für mich eh einer der nicht so relevanten Oscars. Aber stimmt schon, das Produktionsdesign war gut.

      Heiji schrieb:

      Beste Musik: Die Klaviermelodien waren recht gut, gewinnen sollte Desplat aber nicht.
      Hängen geblieben ist mir ehrlich gesagt nichts, aber Musik finde ich auch am schwersten nach irgendwelchen Kriterien zu beurteilen.

      Bester Film kann ich eigentlich auch nicht unterstützen, bestes Drehbuch vielleicht noch eher. The Imitation Game war für mich ein guter Film, aber keiner der bei den besten mitspielen kann.

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      Filme, die ich zuletzt geguckt habe:

      Eigentlich wollte ich mich ja aktuell auf Oscar-Kandidaten beschränken, aber weil mein kleiner Bruder unbedingt wollte habe ich mich von ihm am Dienstag dann doch in Fury - Herz aus Stahl reinschleifen lassen. Okayer Film, aber wirkte auf mich unfassbar kalkuliert. Der Film hatte ein klar patriotischen und kriegspositiven Grundton, aber weil die Macher sich dessen bewusst waren und sich das nicht vorwerfen lassen wollten, haben sie gerade genug Szenen von Kriegsverbrechen und moralischer Ambivalenz eingebaut, um einen Film gemacht zu haben, der nicht dem Hurra-Patriotismus fröhnt. Langweilig war der ganze Film jedenfalls nicht und mit ein paar gelungenen Charaktermomenten konnte er auch durchaus überzeugen, auch wenn insgesamt wenig Neues geboten wurde.
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      Hin und wieder hat sich der Film allerdings auch selbst lächerlich gemacht. Den ganzen Film über zesprengen und zerfetzen Pistolenkugeln und Gewehrschüsse Köpfe und Körperteile, aber am Ende wird Brad Pitt fünfmal getroffen, lebt immer noch in präsentabler Form weiter und chillt in seinem Panzer, woraufhin die Nazis im zwei Granaten in den Schoß werfen, die ihn dann endlich umbringen ... was sich in einer leichten Brandwunde in seinem Gesicht äußert.


      und heute konnte ich dann endlich Selma sehen, der richtig, richtig gut war. Ich habe zwar Mühe, mir David Oyelowos Namen zu merken, aber was er hier geleistet hat, macht das unabdingbar. Wie er zwischen charismatischem Redner, der einen selbst als bloßen Kinozuschauer in seinen Bann ziehen kann und seinen privaten Selbstzweifeln und Problemen changiert, ist wirklich meisterhaft. Ich kann eigentlich gar nicht mal viel zu diesem Film schreiben, weil Schauspieler, Drehbuch und Regie mir allesamt sehr positiv aufgefallen sind und ich nichts Negatives benennen kann. Ich versuche, bis Sonntag noch mehr Nominees zu sehen, aber momentan ist das für mich der Film, dessen Sieg ich mir bei Best Picture wünsche, auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass die Academy nach (dem deutlich schlechteren) 12 Years a Slave noch einmal einen Film mit einem sehr ähnlichen Thema zum Sieger kürt.
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      Corab schrieb:

      Hm, das sehe ich anders. Das Ende fand ich gelungen. Es ist kein Happy End, denn Turing ist ein gebrochener Mann, zu einer Hormontherapie gezwungen und kaum mehr fähig zu arbeiten. Die von dir erwähnte positive Botschaft gleicht diese schlechten Dinge keineswegs aus. Es ist ein Bittersweet Ending, in dem Turings Situation selbst trostlos und düster ist, er aber ein großartiges Vermächtnis vorzuweisen hat - was auch genau zum Tenor der letzten Texteinblendung passt (und so eben auch die Realität ist).
      Bittersweet wäre es für mich, wenn Knightleys Charakter zwar ihre aufmunternde Rede gehalten hätte, aber es für Turing keine Hilfe wäre, so erschien es mir, dass er durch die Rede neuen Lebensmut fassen konnte für die Zukunft, nur dass dieses positive Gefühl für mich als Zuschauer sofort danach gecrushed wurde durch die Verkündung seines Selbstmordes. Eigentlich seltsam, dass ich über den Selbstmord so überrascht war, ich wusste eigentlich, dass Turing Selbstmord begangen hatte, aber der Film hatte mich dies vergessen lassen, durchaus ein Punkt, der von der Qualität des Films zeugt.

      Corab schrieb:

      Na ja, da fallen mir durchaus noch mehr Momente ein. Z.B. wo Turing die Idee seines Kollegen als "gar nicht mal so restlos dumm" bezeichnet oder er seine Rolle als Wingman zu verkacken droht und unter dem Tisch getreten wird. Das könnte ich mir so auch absolut aus Sheldons Mund vorstellen.
      Hmm... stimmt. Ich achte wohl nicht auf solche Parallelen weil ich zum Glück schon mehrere Jahre kein TBBT gesehen habe.

      Corab schrieb:

      Cumberbatch einfach nur einen bestimmten Typus spielen kann. Denn sein Turing erinnerte schon stark an seinen Sherlock. Und dieses fast schon stereotype antisoziale Genie ist keine besonders anspruchsvolle Rolle. [...] Deshalb stört es mich, wenn ein Benedict Cumberbatch die paar Marotten die der reale Turing hatte, in extremen Autismus verwandelt und dafür dann eine Oscar-Nominierung abstaubt.

      Mir scheint, dass du Cumberbatch viel zu wenig Kredit gibst, als er es verdient hat. Ich bin vorallem erstaunt darüber, dass du den Serien-Sherlock und Film-Turing so sehr gleichsetzt. Cumberbatchs Khan ist ziemlich ähnlich zu seinem Sherlock, aber Turing? Haben wir wirklich den selben Film gesehen? Sherlock zeichnet es aus, dass er sehr wenig Empathie zeigt, nehmen wir die äußere Schale weg ist Turing da doch das krasse Gegenteil. Ja, Sherlock und Turing teilen sich gewissen Eigenschaften, weshalb ich mein Missgefallen über Cumberbatches Typecasting ausgedrückt habe, doch sie gleichsetzen kann man nicht; während Sherlock durch die Bank empathielos äußerlich bleibt, sieht man bei Turing deutlich seine Gefühle je mehr er sich in seine Arbeit hineinsteigert. Während beim Bewerbungsgespräch mit Tywin Lannister, äh dem Commander, man noch einen Sherlock sieht, ist dieser gänzlich verschwunden wenn sich Turing verzweifelt dagegen wehrt, dass Tywin seine Maschine abschaltet.
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      Oder wenn er während der Hormontherapie seinen Gefühlen freien Lauf lässt als Knightley ihm Mut zusprechen will.

      Wenn ich mir deinen oder wutz' Beitrag anschaue oder allgemein wenn ich mich ein wenig im deutschsprachigen Raum umhöre, komme ich mehr und mehr zum Schluss, dass in Deutschland, oder Europa ein völlig falsches Bild von Cumberbatchs Karrierestand herrscht: Dies ist Cumberbatchs erste echte wahrgenommene große Schauspielrolle. Davor war er nur ein Hauptdarsteller einer Serie, die in Amerika nur bedingt geschaut wird, eine Nebenrolle als Antagonist in einem Blockbuster und ein Hauptdarsteller eines bei Publikum und Kritik durchgefallenen Films (The 5th Estate). Mit Preisen wird dieser Mann sicher nicht überhäuft.
      Bislang hat man Cumberbatch stets als kühlen Kopf gesehen, in diesem Film hat er auch ganz andere Seiten seiner Schauspielkunst gezeigt, dass diese nur honoriert werden durch Oscarnominierungen (gewinnen wird er nicht), kann ich nur unterstützen.

      Corab schrieb:

      Und Fakt ist doch, dass der Film haufenweise fiktive Konflikte dazudichtet
      Och, hier vertrete ich eigentlich eine ziemlich liberale Meinung. Solange man aus Menschen wie Stauffenberg keinen Freiheitskämpfer für Menschenrechte (Operation: Walküre) oder aus Dschingis Khan einen falsch verstandenen visionären Herrscher (Der Mongole) macht, kann ich durchaus mit Dramatisierungen leben. Als Filmemacher ist man in erster Linie dafür verantwortlich einen guten Film zu machen.

      Corab schrieb:

      Nachdem ich jetzt auch Selma gesehen habe - Ja, auf jeden Fall.
      Meiner Meinung nach nicht, zumindest Cumberbatchs nicht, denn er hat über weite Teile des Films seine Standardrolle gespielt und nicht Alan Turing. Und wenn ein David Oyelowo keine kriegt erst recht nicht.
      Das es nicht einfach seine Standardrolle war, habe ich bereits oben ausgeführt, ich will mich hier eher auf Oyelowo beziehen und seine und Selma im allgemeine Nichtnominierung. Selma hatte das Problem, dass er sehr spät herauskam, außerhalb von Filmfestivals bekam er erst am 25.12. einen limited Release, Screener wurden anscheinend auch keine verteilt, das führte dazu, dass viele Selma schlichtweg nicht gesehen hatten.
      Zum Rennen um die Hauptdarstelleroscars muss man folgendes feststellen: Sobald die ersten Preise verteilt wurden stellte sich heraus, dass drei Schauspieler ohne wenn und aber stets gesetzt waren: Keaton, Redmayne und Cumberbatch. Es stellte sich viel eher die Frage wer die beiden verbliebenen Plätze bekommen sollte. Sobald dann die ersten Stimmen über Selma kamen, ging man eigentlich davon aus, dass es nunmehr 4 gesetzte Schauspieler gab und der letzte Platz sich entscheiden würde aus Gyllenhall oder Carell, Cooper hatte Außenseiterchancen. Carell hätte auch in die Nebendarstellersparte gedrückt werden können. Höchstwahrscheinlich aus den oben genannten Gründen wurde Oyelowo (echt mal, und ich dachte Ejiofor wäre ein schwieriger Name) übergangen, und aus irgendeinem Grund fand die Academy American Sniper supertoll, also wurde Cooper nominiert. Oyelowo hat seinen Platz nicht gegenüber Cumberbatch verloren, sondern viel mehr an Carell und Cooper.

      Corab schrieb:

      Ich versuche, bis Sonntag noch mehr Nominees zu sehen, aber momentan ist das für mich der Film, dessen Sieg ich mir bei Best Picture wünsche, auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass die Academy nach (dem deutlich schlechteren) 12 Years a Slave noch einmal einen Film mit einem sehr ähnlichen Thema zum Sieger kürt.
      12 Years a Slave soll deutlich schlechter gewesen sein? Na, da bin ich gespannt, fand 12YaS richtig stark. Nur schade, dass die Luther King Erben dem Film verweigert hatten echte MLKjr. Reden zu verwenden.
      Let the bullets rain.
      Ich habe mir gestern Avengers 2: Age of Ultron angeguckt, was nach den ganzen Oscar-Filmen mit künstlerischem Anspruch, die ich mir in letzter Zeit so im Kino angesehen habe, eine schöne Popcorn-Kino-Abwechslung sein sollte. Insgesamt weiß ich aber nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Er war auf jeden Fall klar besser als sein direkter (und meiner Meinung nach trotz seines Hypes nur leicht überdurchschnittlicher) Vorgänger, wenn es um die Integration der verschiedenen Charaktere ging. Besonders Gestalten wie Hawkeye und Black Widow, die im ersten Avengers in erster Linie durch Irrelevanz glänzten, konnten in diesem Film endlich einen Platz im Ensemble finden. Was die Charakterbeziehungen angeht, lässt sich nicht viel Schlechtes über den Film sagen, vom recht ununterscheidbaren Haufen Sprücheklopfer des ersten Teils haben sie sich glücklicherweise entfernt. Leider gab es trotzdem keinen Arc, der wirklich bewegend war.
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      Der Film hatte seine Ansätze: Tony, der in seiner Überheblichkeit den Ultron kontrollieren zu können glaubt und so eine massive Zerstörung herbeiführt; ein Captain America, der den Krieg braucht, weil alles, was er in Friedenszeiten hatte, lange verloren ist; ein Hawkeye, der im Geheimen eine Familie hat und das Menschliche zwischen einem Haufen Götter repräsentiert... Leider klingt das bereits jetzt, während ich es schreibe, bedeutend krasser und emotionaler als es im eigentlichen Film präsentiert wurde. Die einzige Charakterbeziehung, die meiner Meinung nach nicht bloß eine schwach umgesetzte schöne Idee war, war die Romanoff-Banner-Liebesgeschichte. Das gegenseitige Verständnis, das die beiden sich einander aus gewissen Gründen entgegenbringen, hat schön funktioniert. Bereits im ersten Avengers war der Hulk der interessanteste Charakter - und das ist hier nicht anders. Geradezu ärgerlich schwach fand ich leider den Bösewicht. Marvel-Bösewichte waren ja noch nie richtig gut, aber im Vergleich zum wenigstens charismatischen Loki des ersten Teils hat mich Ultron ziemlich enttäuscht. Whedon wollte ihn wohl als eine Art Extremisten darstellen, der einen guten Grundgedanken ins Absurde übertreibt - leider kam nichts davon bei mir als Zuschauer an. Anders als ein Robert Redford in Captain America: The Winter Soldier, bei dem das funktionierte, hatte Ultron lediglich einen klischeehaft simplen Menschheitszerstörungsplan nebst ebenso klischeehaften und wenig überzeugenden Motivationen zu bieten - da helfen auch irgendwelche Pinnochio-Referenzen nicht. Ganz abgesehen davon, dass manche Details - wie die Frage, warum sich in Lokis Zepter jetzt plötzlich eine Über-KI versteckt - einfach nicht erklärt wurden (oder ich hab die Erklärung in all den Explosionen verpasst?)
      Plotmäßig war der Film eh nicht gerade das Gelbe vom Ei. Viel zu oft springt der Whedon von Setpiece zu Setpiece und sammelt dabei Plot Points ein, die nicht miteinander verwoben, sondern aneinander geklatscht wirken. Thor geht mitten im Film in einer bisher gänzlich unerwähnten Höhle baden? Jarvis kann auf einmal die Ultron-KI overpowern und mit ihr zusammen ein komplett neues Wesen erzeugen? Bestimmte Dinge wurden auch einfach ignoriert, ich meine mich z.B. daran zu erinnern, dass Tony am Ende von Iron Man 3 seine Karriere an den Nagel hängte und seine Anzüge alle in die Luft sprengte? Hier hat er auf einmal wieder tausend Millionen Waffen und Anzüge? Wtf?
      Trotz aller Kritik war der Film natürlich unterhaltsam. Die Actionszenen setzten besonders in Hinblick auf die Inszenierung des Teamworks neue Maßstäbe. Die Dialoge waren spaßig. Es war kein schlechter Film, aber er doch weit von dem entfernt, was Superheldenfilme heutzutage können.

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      Wir waren heute Abend in Mad Max - Fury Road.
      Für die alten Mad Max Teile mit Mel Gibson, ebenfalls von Georg Miller, konnte ich mich jetzt nicht so richtig erwärmen. Aber da Tom Hardy der neue Max sein sollte und ich auch schon lange keinen Action Film mehr im Kino erleben durfte, dachte ich, da könnte man doch mal reinschauen. Vor allem weil er ja auch von den meisten Kritiken so gelobt wurde.
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      Also erst mal dazu was mir gefallen hat. Die Bilder waren wirklich gut, die Technik sehr schön... alleine der Vollblut - E Gitarrenspieler war sowas von kultig... da hat jemand sein Instrument echt geliebt xD. Einfach in jeder Situation in die Saiten gehauen. xD Auch die Kostüme, die verschiedenen Figuren, alles wirklich sehr gut gemacht. Tom Hardy sehe ich ja sowieso sehr gerne, hatte leider nicht viel Text, so wie auch alle anderen. Aber er hat, genauso wie Charlize Theron sehr gut auch ohne viele Worte geschauspielert. Ein großer Pluspunkt für den Film, denn es gab viele Dinge, die ich jetzt weniger mochte, oder die mich etwas ratlos zurück gelassen haben.

      Am Anfang war ich jedoch mit der ganzen Action und Bildern überfordert, Reizüberflutung definitiv.
      Allgemein, die ganze Sache mit dem Immortal Joe (wegen dem Namen konnte ich den Bösewicht schon nicht ernst nehmen..xD) Wie das alles zusammenhängt, was die Muttermilch genau sollte usw. Klar, spielt in der Wüste, postapokalyptisches Szenario, Wasser ist wertvoll und knapp. Und Joe ein Diktator, unterdrückt Frauen und sein Volk usw... Was aber genau die weißen Jungs jetzt hatten, warum sie so zu sagen einen "Blutspender" brauchten, warum Furiosa damals entführt wurde, was die nackte Frau im Strommasten sollte, warum man auf den Truck aufspringen kann wenn man ihm nachläuft. Aber die anderen vielen Autos, die sie verfolgten sie fast nie einholten.. sehr seltsam. Naja, ist halt ein Action Film und da muss man wahrscheinlich nicht alles verstehen.
      Ich hätte mir aber, wie in einigen wenigen schlechteren Kritiken auch, etwas mehr Story gewünscht. Sie hätten mehr auf die Hauptfiguren eingehen sollen, auf Max und Furiosa. Die hatten wirklich gute Schauspieler dafür gehabt. So blieb das auf der Strecke. Und als dann der Film am Ende war hatte ich noch überlegt ob das ganze jetzt einen tieferen Sinn hatte, da bekommt man dann einen solchen Abschlusssatz hingeschmissen als Zitat von einem Menschen, den man überhaupt nicht kannte. Wenn ich mich recht erinnere, der Mensch suche in der Wüste immer nach seinem besseren Selbst. So wie in dem Film das Wort "Hoffnung" eine Rolle spielte. (Wenn man einen Film über Hoffnung anschauen will, sei "Die Verurteilten" empfohlen, aber nun wirklich nicht Mad Max..xD) Max hatte also keine mehr (aus bekannten Gründen) und in dem er jetzt Furiose und Co gerettet hatte, hat er sie wohl wieder gefunden. Leider verzieht sich Max (genauso wie Lucky Luke - sorry für den Vergleich.. xD) am Ende dann wohl wieder in die Wüste. Warum auch immer. Wahrscheinlich um einen zweiten Teil der Saga vor zu bereiten. Nach dem großen Erfolg wird da wohl noch was kommen. Vielleicht erklärt er ja dann etwas mehr... was ich aber nicht glaube.
      Allgemein war es schon sehr schräg, teilweise habe ich gedacht, diesen Film hat ein Mensch fabriziert, der wohl doch in einem ziemlichen Wahn lebt..xD Ich weiß ja nicht wies George Miller z. Z. so geht... :D

      The truth is still out there!!!
      Meine letzten Kinofilme waren Avengers, Ex Machina und Tomorrowland (bzw. A World Beyond).

      Von den drei hat mir Ex Machina am besten gefallen, weil er atomsphärisch unglaublich stark war, überraschende Wendungen hatte und mich das Thema sehr interessiert, für mich jetzt schon einer der besten Filme des Jahres. Avengers war typisch unterhaltsames Popcornkino, wobei ich fand, dass der Film ein wenig so wirkte, als hätte man Einiges rausschneiden müssen, weshalb manche Szenen etwas einen vernünftigen Kontext vermissen ließen und er nicht ganz so gut funktionierte wie der letzte Teil.

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      Die Liebesgeschichte mit Black Widow und dem Hulk war aber nett, generell fand ich beide Charaktere fast am besten umgesetzt. Der Rest wirkte bis auf Iron Man eher wie ein Haufen Pappkomparsen.


      Bei Tomorrowland hat mir das Design der "Zukunftsstadt" sehr gut gefallen und auch die Geschichte war ganz nett, obwohl man irgendwie das Gefühl hatte, dass sie zuerst zu langsam in Schwung kommt und dann zu schnell vorbei ist.
      Gerade noch Ex Machina geguckt. Fand ich richtig geil. Ohne Hektik baut der Film in ruhigen Bildern und ziemlich geiler musikalischer Untermalung eine subtile, bedrückende Spannung auf. Man weiß nie so ganz, worauf es hinauslaufen wird. Dialoge, Schauspieler und Szenenaufbau haben mir ebenfalls sehr gut gefallen und Ava hat eines der besten Roboterdesigns, die es gibt. Die perfekte Mischung von Menschlichem und Künstlichem.
      Ich hatte schon beim Trailer das Gefühl, dass der gut werden würde und bin froh, mich bestätigt fühlen zu dürfen.
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      Lediglich das Ende erschien mir nicht ganz plausibel. Der Pilot hat einen Mann abgeliefert, weiß, dass er diesen Mann wieder abholen soll und sagt am Anfang des Films, dass es sich um ein streng geheimes Sicherheitsgelände handele, zudem selbst er Abstand behalten müsse. Wie konnte Ava ihn in fünf Sekunden davon überzeugen, sie mitzunehmen???

      Mein letzter Kinobesuch war im April, kurz nach meinem Geburtstag und es war Fast and Furious 7.

      Da ja Paul Walker noch vor dem Ende des Films verstorben war, war mir natürlich die Lust ein wenig vergangen am Film.
      Als ich allerdings dann den vollendeten Film zu sehen bekam, war ich echt positiv überrascht. Er ist in meinen Augen gut gelungen und es gab wie immer witzige Wortwechsel und tolle Actionszenen.

      Aber am Meisten berührt hat mich das Ende, die Widmung für Paul Walker und dem äußerst passenden Song dazu.

      "Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!"
      Ich habe heute Mission Impossible: Rogue Nation gesehen. Richtig guter Film, meiner Meinung nach der beste der MI Reihe. Er kombiniert das beste von Teil 1 & 3 mit dem besten von Teil 4. Viele empfanden ja damals Teil 4 als den besten weil er endlich wieder kreative handgemachte Action bot und auch wenn ich dem zustimme, fehlte mir der Thriller-Aspekt, der Spionageanteil an dem Film. Er war einfach ein schnörkelloser stark gemachter Action-Film. Teil 5 behält die kreativen Actionideen bei, inkl. einer grandiosen, größenteils tonlosen Szene unter Wasser und der besten Verfolgungsjagd seit... hmm, wahrscheinlich seit Ben Afflecks The Town, wenn man sich nur auf Motorradjagden beschränkt ist es wohl die beste bislang dagewesene. Und wie gesagt, vergisst es dabei nie die echten Spionageagentenwurzeln, klasse Unterhaltung.
      Meine Mission Impossible Reihenfolge: 1. MI5, 2. MI3, 3. MI1, 4. MI4, 5. MI2.
      Let the bullets rain.
      Nach längerer Abstinenz habe ich mir gestern wieder einen Film im Kino angeschaut, und damit eine Gelegenheit gefunden hier in dem Thread auch mal etwas beitragen zu können.
      Bei besagtem Film handelt es sich um Ant-Man, eine genaue Inhaltsangabe kann sich jeder interessierte bei Wikipedia durchlesen.
      Insgesamt betrachtet erschien mir die Handlung des Films nicht besonders originell, was nicht bedeuten soll dass sie unbedingt schlecht wäre, aber es handelt sich letztlich um viele bekannte Versatzstücke, die in variierter Zusammensetzung immer wieder in Filmen auftauchen. Ein Beispiel wäre der gerade aus dem Knast entlassene „Held“, der nun um seine Reputation kämpft.

      Auch das Thema mit den Superhelden im Ganzkörperanzug in wahrlich nicht neu, zugleich liegt in diesem Punkt aber dann auch eine Stärke des Films, und das ist der Humor. So nimmt der Film sich selbst nicht immer an allen Stellen ernst und verweist auch indirekt darauf, dass noch so ein Superheld nicht das aller kreativste ist. Darüber hinaus gibt es aber auch sonst immer wieder lustige Dialoge oder Szenen (z.B. eine übergroße „Thomas die Lokomotive“-Lokomotive und „hässliche Hunde“ (vergrößerte Ameisen). Die Aktion kommt ebenfalls nicht zu kurz, wobei es sehr viele direkte Kämpfe gibt und nicht so sehr die großen Materialschlachten.
      Die obligatorischen Liebesgeschichten hatten mEn einen eher geringen Umfang, was zumindest meiner Meinung nach dem Film nicht geschadet hat, aber da hat jeder ja seinen ganz eigenen Geschmack.

      Bei der Wertung der Schauspieler tue ich mir immer schwer, hatte aber ein wenig den Eindruck, dass das Zugpferd des Filmes (Michael Douglas) ein wenig steif wirkte, bzw. nicht so recht in der Rolle eines alternden Wissenschaftlers überzeugte, der um die verheerenden Auswirkungen seines Werkes fürchtete. Es kann hier allerdings auch ein wenig an der deutschen Synchronisation wirken, mit Douglas deutscher Stimme konnte ich mich noch nie anfreunden.

      Lange Rede, kurzer Sinn, der Film wird zwar mEn nicht als Meilenstein in die Filmgeschichte eingehen, aber gerade wegen seines Humors bietet er trotzdem eine kurzweilige Unterhaltung für den Zuschauer.

      Ich habe mir heute den neuesten und vielleicht letzten Ghibli-Film angesehen: Erinnerungen an Marnie. Ghibli sollte eigentlich jedem hier für leuchtende Augen sorgen. Abermals wie in den letzten Jahren ist dies mehr ein Film verankert in einer realen Welt, auch wenn es immer wieder traumähnliche Einlagen gibt. Jedem dem charakterbezogene und starke (wie so oft bei Ghibli weibliche!) Figuren gefallen, die best gezeichnetsten, nicht CGI verseuchten Bilder lieben, sollten sich diesen Film anschauen. Man muss sich nur auf ihn einlassen und nicht ein episches Abenteuer wie Prinzessin Mononoke oder Nausicaä erwarten. Diese ganz große Qualität erreicht Regisseur Yonebayashi nicht, aber man kann auch nicht erwarten, das jeder sofort ein Miyazaki oder Takahata ist.
      Schaut euch diesen Film an, es ist eine verfluchte Schande, dass so ein Studio Geldprobleme hat und vielleicht nie wieder einen Film machen wird. Vielleicht sind es eure Euros die Ghibli retten ;)
      Let the bullets rain.
      Habe in letzter Zeit 2 Filme im Kino gesehen, einmal "Der Marsianer" nach dem Buch von Andy Weir (was ich nicht gelesen habe) und danach den neuen James Bond - Spectre.

      "Der Marsianer" ist meiner Meinung nach ein richtiger Wohlfühlfilm. Matt Damon in der Hauptrolle gibt einen außerordentlich-schlauen Astronauten namens Dr. Mann :D Mark Watney, der das Los gezogen hat, auf dem Mars überleben zu müssen. Der Humor in dem Film war wirklich super und mir hat auch gefallen, dass sich die Hauptfigur wegen dieser ungünstigen Situation nicht in Selbstmitleid ertränkt hat, sondern cool geblieben ist und einfach mal gemacht hat. Auch kommt der Film im Prinzip ohne Intrigen aus, was mir gefallen hat, denn mich persönlich nervt es zunehmend, wenn in Filmen/ Serien noch schnell ne (unglaubwürdige) Intrige eingebaut wird, damit man halt eine drin hat. Außerdem hat der Film viele Aufnahmen, die sich wirklich sehen lassen können. Einzig der Eintrittspreis von 15,20 € hat mir ein Tränchen abverlangt :D

      Also all in all ein Film, den man sich wirklich mal im Kino geben kann, gerade wenn man auf Weltraummissionen, andere Planeten etc. steht. Hat hier jemand die Buchvorlage gelesen? Würde mich mal interessieren, inwieweit sich Buch und Film unterscheiden.
      There are three things all wise men fear: the sea in storm, a night with no moon, and the anger of a gentle man.

      ― Patrick Rothfuss, The Wise Man's Fear

      15,20 Euro? Gott wird mir übel, da komm ich hier in der Gegend mit meinen 9,50 - 11,50 Euro günstig weg.
      Sorry, hat nix mit dem hauptsächlichen Thema zu tun, aber musste meinem Entsetzen über diesen Wucher Ausdruck verleihen.xD Gott sei Dank war der Film dann anscheinend gut an zu sehen.

      The truth is still out there!!!
      15,20€ ist aber auch extrem oO. Ich mein was war das? Premium IMAX 3D in goldenen Ledersesseln mit Privatbedienern :D ? Ich habe für den selben Film knapp die Hälfte bezahlt :whistling:
      Zum Film selbst hast du eigentlich schon alles gesagt. Ein wirklich guter Film, der sich anfühlt als sei er tatsächlich on location gedreht worden^^
      Let the bullets rain.
      Jo, hab heute dann auch endlich den Film gesehen, der die Menschheit aktuell wohl am meisten beschäftigt: Star Wars: The Force Awakens. Nun ja:

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      Ein Episode-1-Desaster war er jedenfalls nicht. Wirklich gut aber leider auch nicht. Klar war es schön, das alte Star-War-Feeling und die alten Charaktere wieder zu erleben (bei Han Solos Auftritt habe ich zum ersten Mal erlebt, dass im Kino jemand klatscht), aber letztlich entbehrte der Film jeglicher originellen Idee. Von der ersten bis zur letzten Szene plagiiert der Film mal mehr mal weniger gut die Originaltrilogie. Den Gedanken dahinter kann ich natürlich verstehen. Die zurecht massiv kritisierte Prequeltrilogie war zwar schlecht, aber wenigstens auch etwas Neues - logisch, dass man es nach der Kritik dann mit Bewährtem versucht. Scheint ja zu funktionieren, denn obwohl der Film die typische Sequel-Strategie "das Gleiche, nur mehr und größer" verfolgt, überschlagen sich die Kritiker vor Begeisterung. Mir persönlich blieb aber zu viel auf der Strecke. Zum Beispiel wurde seit Return of the Jedi offenbar eine neue Republik errichtet... die dreimal erwähnt und dann weggealdeerant wird (und Leia und Han wollen ihren Sohn nach diesem Genozid noch zur hellen Seite bekehren?). Die Enthüllung, dass die Storm Troopers im Wesentlichen gebrainwashte Kindersoldaten sind, war ziemlich gut, aber wieso diese Manipulation ausgerechnet bei Finn nicht greift und wieso er dann keinerlei sichtbare Skrupel hat, seine ehemaligen Kollegen zu töten (die eigentlich unschuldige Opfer wie er sind), blieb unbeantwortet. Ich erwarte von Star Wars keine Charakterstudien, aber ein bisschen plausibler dürften die Motivationen dann doch sein. Dass Rey komplett ohne Training in der Lage ist, einen - wenn auch angeschossenen - bereits ausgebildeten Kylo Ren zu schlagen, hat mir auch missfallen. Ein kompetenter weiblicher Jedi war zwar längst überfällig (die ultranervige Ahsoka aus dem Clone-Wars-Cartoon kanns ja wohl nicht gewesen sein), aber sie von Anfang an so krass mit Fähigkeiten auszustatten war recht unnötig.

      Natürlich soll das nicht heißen, dass ich den Film komplett gehasst hätte, er hatte durchaus Momente die sich episch anfühlten und da er von guten Filmen klaute, kann er ja auch nicht ganz schlecht sein, auch wenn die gleichen Szenen doch deutlich Charme verlieren, wenn man sie lauwarm aufgegossen zum zweiten Mal sieht. Besonders die planetenzerstörende Superwaffe, die einen Schildgenerator hat, der ihren einzigen Schwachpunkt beschützt und deswegen vor der Schlacht deaktiviert werden muss, habe ich dem Film übel genommen, da sie das Ende von Return of the Jedi irgendwie entwertet. Wieso zur Hölle ist das Imperiums-Stand-in nach den Ereignissen dieses Films in der Lage, eine noch mächtigere Waffe als den zweiten Todesstern zu bauen? Ich hatte gehofft/damit gerechnet, dass die Überbleibsel des Imperiums nach dem Sieg der Rebellion eher wie Terroristen wären, die das neue politische System durch kleine Attacken stürzen wollen. Stattdessen wird das Finale von RotJ recyclet. Hoffentlich wird man beim nächsten Teil durch den massiven Erfolg etwas mutiger und traut sich auch was Neues.
      Ja, Star Wars 7 hab ich mir jetzt auch mal gegeben.


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      Also ich fands geil. Klar, es ist fast ein Remake von A New Hope, aber das hat mich beim Ansehen nicht gestört. Meine größten Kritikpunkte wären Leia (verschenktes Potential als Charakter im Film und Carrie Fishers schauspielerische Leistung war grottig), Supreme Leader Snoke der schlecht aussieht (Andy Serkis ohne CGI mit ner Emperor-artigen Robe wäre besser gewesen, ansonsten mal sehen wie es mit ihm in den nächsten Teilen weitergeht). Trotzdem, zweitbester Star Wars Film mMn und bester Film von JJ bisher (keine Kunst bei seinen bisherigen Regiearbeiten...).