Kaneshiro=Anokata Theorie 2.0

      Kaneshiro=Anokata Theorie 2.0

      Nachdem ich nun meine beiden Klausuren geschrieben habe und die letzen beiden des Semsters erst in 4 Woche sind, hab ich mal die um Neujahr angefangene Neuversion der Kaneshiro=Anokata Theorie fertig gestellt. Sie ist deutlich umfangreicher als die erste Version, was auch kein Wunder ist, da ich jene damals aus Jux einfach mal an nem Sonntag Morgen geschrieben hab. Bei dieser hier hab ich mir etwas mehr Zeit genommen und einige neue Schwerpunkte gelegt. Für die, die erste Version nicht kennen, sind vor allem die Punkte "Der Baron der Nacht" und "Das Ziel der Organisation" neu. Es lohnt sich aber trotzdem die gesamte Theorie zu lesen (hoffe ich doch :D). Also dann, viel Spaß!



      Beginnen wir doch damit, unseren Boss-Kandidaten vorzustellen. Sein Name ist Kaneshiro Genichiro, er ist 74 Jahre alt und der Präsident einer Computerfirma. Zusammen mit seiner Haushälterin Shizue Hayashi (56 Jahre alt) begibt er sich nach Izu – Präfektur Shizuoka – um an der sogenannten Mystery Izu-Tour teilzunehmen, in dem es darum geht, den Veranstalter, der sich als Baron der Nacht ausgibt, zu entlarven. Der Preis dafür ist zum einen ein kostenloser Luxus-Hotelaufenthalt und zum anderen, wie die meisten anderen Teilnehmer vermuten, der gleichnamige Virus „Baron der Nacht“, der als sehr gefährlich gilt und offenbar heiß begehrt ist.

      Exposition


      Gleich zu Beginn des Falles sieht man Conan, wie er am Strand liegt und sich darüber beklagt, dass er dort auf der faulen Haut läge anstatt lieber den Männern in Schwarz nachzujagen. Auffallend ist, dass dies bis heute der einzige Fall ist, indem Conan über die Organisation nachgedacht hat, im Anschluss diese aber keine Rolle mehr spielte. Klar, das Ganze könnte eventuell auch einfach nur auf den Virus abgezielt haben, der sich, wie wir wissen, im Besitz der BO befindet. Dennoch erscheint es ein wenig merkwürdig, dass es nicht einmal mehr zur Erwähnung der Organisation kam und auch später, als Conan erfährt, dass die BO den Virus nutzt (Ais Debütfall), kommt er nicht auf die Idee, nochmal über die Izu-Tour nachzudenken, wo dieser Virus so stark im Fokus stand, und sich zu fragen, ob die BO nicht eventuell auch da gewesen sein könnte oder gar müsste. Plothole oder steckt da eine Intention seitens Gosho Aoyama dahinter? Schließlich hätte so eine Denkblase von Conan, in der er sich an die Izu-Tour erinnert, unausweichlich den Fokus der Leser auf diesen Fall und deren Charaktere gelenkt, die potentiell zur BO gehören. Wer weiß, vielleicht war es Aoyama zu früh bzw zu offensichtlich nochmal auf diesen Fall hinzuweisen, weil jemand wie Kaneshiro zu schnell und zu einfach als Anokata entlarvt worden wäre.


      Berühmte Vorsicht des Bosses


      Ins Deutsche übersetzt bedeutet die Aussage etwa:
      „Ist der Mensch sich seiner selbst nicht bewusst, gibt er mehr von seiner wahren Identität preis, als ihm lieb ist.“ (dt. Anime Übersetzung). Der deutsche Manga übersetzt es vielleicht nicht ganz so hervorstechend, aber sinngemäß kommt das selbe bei raus: „Wenn Menschen überrascht sind, kann ihre Reaktion mehr verraten als man meinen würde...“
      Wie auch immer, sehr weise Worte, das muss man dem Alten lassen. Hinzu kommt noch der Umstand, dass diese Aussage rein zufällig haargenau die Situation unseres zum Grundschüler geschrumpften Meisterdetektivs beschreibt. Conan ist jemand, der unter falscher Identität lebt und agiert. Stets muss er auf der Hut sein, nicht irgendetwas falsches zu tun oder zu sagen, das seine wahre Identität entlarven könnte. Wie wir aber wissen, gelingt ihm das nicht immer und ununterbrochen, sodass auch er hin und wieder, sei es durch super schlaue Aussagen, die eigentlich kein Grundschüler wissen sollte, oder anderen „Versprechern“ Leuten Grund genug gibt an seine Identität zu zweifeln bzw. in Rans Fall sogar kurz davor sind, ihn als Shinichi zu entlarven.
      Kurz gesagt bin ich der Meinung, dass auch Kaneshiro als Boss der Organisation sich ganz genau bewusst ist, dass in Situationen der Unachtsamkeit, er (bzw. auch seine Begleitung, weshalb er sie anspricht) etwas falsches tun oder sagen könnte, das Rückschlüsse auf seine Identität als Boss einer gefährlichen, kriminellen Organisation zulässt (oder zumindest auf die Zugehörigkeit einer solchen Organisation). Aus diesem Grund versucht er immer sehr behutsam bei seinen Handlungen zu sein, was man auch daran erkennt, dass er bei der Frage von Shiro Konno, ob er der Baron der Nacht sei, von allen Teilnehmern mit Abstand die längste Zeit brauchte, um zu reagieren (6,29 Sekunden). Nicht zuletzt seine Bemerkung, als er von Kogoro Mori erfährt: „Die Anwesenheit von Kogoro Mori zwingt uns zu höchster Vorsicht... Ein Profi wie er kommt schnell hinter die Identität des Barons...“. Ob er mit „Baron“ nicht in Wahrheit sich selbst meint? Dazu gleich mehr, aber so oder so kommt hier nochmal sein „Vorsichtswahn“ zur Geltung.

      Alles in allem lässt sich an dem Ganzen also hervorragend die berühmte Vorsicht des Bosses herauslesen, von der Vermouth uns in Kapitel 704 berichtet.


      Weitere Parallelen zum Boss


      Es lassen sich abgesehen von der berühmten Vorsicht des Bosses noch weitere Gemeinsamkeiten zwischen Anokata und Kaneshiro Genichiro feststellen. Gehen wir mal der Reihe nach vor: Was wissen wir über Anokata?

      -Ein Fan von Krimis?

      Es ist zwar nirgends bestätigt, aber der Schluss liegt nahe, dass Anokata bzw. die Organisation ein gewisses Faible für Krimis und Rätsel hat. Dies lässt sich zum einen daraus ableiten, dass die Organisation meist mit verschlüsselter Sprache kommuniziert, wie man beispielsweise im Kir-Arc gesehen hat (Stichwort: Eddy P. , DJ, Vane...). Sicher fällt das auch einfach unter der Schublade „Vorsichtsmaßnahme“, aber dass ein gewisser Reiz zum Miträtseln geboten wird, ist denke ich nicht von der Hand zu weisen, zumal man andernfalls auch einfach Codes benutzen könnte, die überhaupt keinen Schluss auf die Pläne der BO zulassen und lediglich vorher abgesprochen wurden.
      Der zweite Punkt ist vielleicht etwas eindeutiger. Die BO nutzt gerne Namen aus der Sherlock Holmes Reihe für ihre Gifte. So wurde beispielsweise das APTX4869 nach Sherlock Holmes höchst persönlich benannt, die Vorstufe davon nach Shelling Ford, der ursprünglichen Version des Sherlock Holmes.
      Es gibt also berechtigte Indizien dafür, die zum Schluss verleiten, bei Anokata handele es sich um einen Fan von Krimis. Wie kommt man da aber auf Kaneshiro? Nun ja, dafür gibt es im Grunde Zwei wesentliche Anhaltspunkte. Der erste wäre wohl, dass Kaneshiro an der Mystery Izu-Tour teilgenommen hat, in der es darum geht, den Baron der Nacht unter den Teilnehmern ausfindig zu machen. Kurz: Es handelt sich also um eine krimiähnliche Veranstaltung, bei der detektivische und deduzierende Fähigkeiten gefordert sind, um zu gewinnen. Der zweite Anhaltspunkt ist die Tatsache, dass Kaneshiro ziemlich gut mit dem Kriminalroman „Der Baron der Nacht“ vertraut ist, dem Werk eines Krimischriftstellers namens Yusaku Kudo. Es ist also nicht abwegig zu behaupten, dass Kaneshiro gerne solcher Krimis liest und folglich genau wie Anokata ein Fan von Krimis ist.

      - Eiskalt?(/Das Motiv an der Tour teilzunehmen)

      Von Anokata kann man wohl ausgehen, dass es sich bei ihm grundsätzlich um einen eher gefühlskalten Menschen handelt, dem der Tot von Menschen nicht sonderlich viel Kummer bereitet. Dies lässt sich denke ich an genug Stellen fest machen, weshalb ich das nicht so intensiv diskutieren möchte. Als Beispiele seien mal nur die Anordnung zur Ermordung von Pisco und der von Domon im Kir-Arc genannt.
      Jedenfalls gibt es in dem Nachtbaronfall eine Stelle, die meines Erachtens auch auf Kaneshiro als eher gefühlskalten Menschen schließen lässt:



      Hier sieht man deutlich, wie offenbar reichlich peripher es unseren alten blinden Herren tangiert, dass gerade ein Mensch auf ziemlich grausame Weise gestorben ist. Hauptsache der Baron sei tot und das Spiel damit vorbei. Hieraus lässt sich sogar herauslesen, dass Kaneshiro relativ zufrieden wirkt, weil dies der Fall ist, was ja eigentlich paradox ist, bedenkt man, dass er ja eigentlich an der Tour teilgenommen hat, um den Virus in die Hände zu kriegen und folglich doch eigentlich eher verärgert und angepisst sein müsste, dass der Veranstalter tot ist da somit die Gelegenheit, den Virus zu gewinnen verpufft. Andernfalls, für jemanden der den Virus bereits hat und an dieser Veranstaltung nur teilnimmt, um zu überprüfen, wer sich die Frechheit erlaubt, genau diesen Virus anzubieten und folglich eventuell irgendwelche Informationen über die BO haben könnte, passt es ganz gut, dass dieser jemand nun tot ist. Dies wäre dann auch das eigentliche Motiv Kaneshiros gewesen, warum er überhaupt an dieser Tour teilgenommen hat. Er wollte denjenigen ausfindig machen und beseitigen, weil jene Person aus irgendeinem unerklärlichen Grund etwas über die Organisation wissen könnte. Und nicht etwa, weil er scharf auf einen Virus war, den er ohnehin schon hat.

      Nochmal zurück zu dem „eiskalten“ Auftreten Kaneshiros: Die Reaktionen der Beteiligten darüber wie Kaneshiro die vorliegenden Geschehnisse kommentiert spricht da imo für sich. Vor allem Conans kritischer Blick ist auffallend, den man in Hinblick auf eine vorherige Szene auch weiter interpretieren könnte. Wir wissen, dass Conan zu Beginn des Falles, als alle Teilnehmer an der Rezeption versammelt waren und gerade dabei waren zu gehen, einen Schockmoment in Form eines eiskalten Blicks gespürt hat. Später auf dem Balkon fragt er sich nochmal, was das war und erwähnt dabei, er habe ein ungutes Gefühl. Die einfachste und offensichtlichste Antwort ist zweifellos, dass es sich bei dem Blick um den der Täterin gehandelt hat, welche auch kurz danach Conan im Nachtbaronkostüm vom Balkon in den Pool stürzt. Klar, das macht alles super Sinn und würde passen, keine Frage. Nur möchte ich gerne einmal erläutern, warum es sich bei dem Schockmoment und dem unguten Gefühl eventuell nicht um Akiko Sayama, sondern jemand anderem gehandelt haben könnte. Und ausschlaggebend ist dafür meiner Meinung nach die Tatsache, dass Conan einen eiskalten Blick gespürt haben will. Akiko hat zwar einen Mord begangen, aber wenn wir mal ehrlich sind, ist sie im Grunde kein böser Mensch, wie man am Ende des Falles sieht, wo sie anfängt zu weinen als ihr Verlobter ihr verspricht, auf sie warten zu wollen. Auch ihr Motiv rechtfertigt zwar keineswegs eines Mord, aber er ist zumindest 100x nachvollziehbarer als die meisten Motive der Täter aus DC, die wegen den unwichtigsten Dingen Leute umgebracht haben. Ich will sie keineswegs als Engel auf Erden schön reden, aber sie ist dennoch meines Erachtens eher in die Schublade „Täter mit gutem Kern“ zu packen, ähnlich wie Seiji Aso oder Matasaburo Saika(Täter beim Jube-Fall) beispielsweise. Was ich damit sagen will, ist, dass sie jemandem Unschuldigem nie ernsthaft etwas antun könnte und daher ein derart „eiskalter Blick“, den Conan spüren kann, nicht wirklich zu ihr passt. Aus diesem Grund folgender Vorschlag: Bei dem Schockmoment handelt es sich in Wirklichkeit um Kaneshiro, den Conan gespürt hat. Dagegen spricht wahrscheinlich, dass Kaneshiro zu dem Zeitpunkt noch keinen Grund hatte Conan irgendwie anzugucken, aber naja, eventuell hat er in dem Moment einfach jeden seiner Konkurrenten (die gleichzeitig auch potentielle Veranstalter sind) kurz beobachtet, um sich ein Bild zu machen.

      -Schwarze Kleidung

      Bestimmt nicht das stärkste Argument, aber sowohl Kaneshiro als auch insbesondere seine Haushälterin waren komplett in schwarz gekleidet. Genauso, wie die Mitglieder der Organisation es zu pflegen wissen.


      Zusätzliche Anmerkungen zu Kaneshiro

      Es gibt noch einige kleine Ungereimtheiten bezüglich dem Charakter Kaneshiro Genichiro in dem Fall. Zunächst einmal die Tatsache, dass er sich blind stellt. Er begründet dies am Ende des Falles mit der Behauptung, man würde ihn so nicht als ernsten Gegner in der Runde annehmen. Interessant ist dabei aber, dass offenbar keiner der Anwesenden persönlich etwas über Kaneshiro zu wissen scheint. Hier und da weiß man scheinbar schon einiges zu seiner Firma, seinen Projekten und dass jemand sein ach so geliebtes Programm „Bodocious High School Girls Division“ vernichtet hat, aber zu ihm selbst weiß man offenbar so gut wie nichts, andernfalls hätten die Teilnehmer sonst wissen müssen, dass Kaneshiro gar nicht blind ist und das Ganze nur spielt. Dies spricht meiner Meinung nach dafür, dass er was die Tätigkeiten in seiner Firma anbelangt bzw. in den Medien sich eher bedeckt hält. Hierzu ein interessantes Panel mit Ai:

      Wie man unschwer erkennen kann, führte Ai ihre Forschungen in einer offiziellen Arzneimittelfirma undercover durch. Das heißt also, dass die Sache mit der Arzneimittelfirma nur Tarnung war und in Wahrheit dort die BO ihre Forschungen betrieben hat. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass auch Kaneshiros Firma in erster Linie nur Tarnung ist, ebenso wie die äußerst unsinnigen Programmen à la Bodocious High School Division, die in der Außenwelt als seine „Söhne“ präsentiert werden. In Wirklichkeit laufen da tiefgründige Forschungen im Bereich der Software-Entwicklung, die dem Ziel der BO dienen, ab. Dazu aber gleich mehr. Jedenfalls bin ich denke ich nicht der Einzige, der das Motiv, er wollte den Virus in die Finger kriegen, um sich bei einer Firma zu rächen, die besagtes mega weltbewegendes Programm vor 4 Jahre zerstört hat, arg lächerlich und unglaubwürdig. Das eigentliche Motiv, warum er daran teilgenommen hat, hatte ich ja oben bereits aufgeführt, aber ich will nicht ausschließen, dass es wirklich ein sehr wichtiges Programm gab, das Kaneshiro zerstört wurde (Evtl. sogar vom FBI oder der CIA?). Zumindest klangen seine Worte zu Conan in dem Gespräch ziemlich ernsthaft und glaubwürdig, als er meinte, sein „Sohn“ verstarb vor 4 Jahren.

      Des Weiteren sieht man in dem Fall, dass der „alte Lustmolch“ sehr intelligent ist. In dem Gespräch mit Conan stellt er nach nur ein paar harmlosen Fragen fest, dass dieser kein gewöhnlicher ist und er es ziemlich drauf hat. Er warnt zugleich auch direkt seine Haushälterin, sie solle auf der Hut sein. Aber wovor? Davor, dass er herausfinden, dass er in Wirklichkeit nicht blind ist? Möglich, aber irgendwie auch nicht wirklich überzeugend, wenn man bedenkt, welch relativ simple Fehler Kaneshiro im Folgenden an das Gespräch mit Conan macht, die zeigen, dass er nicht blind ist. Davor allerdings hat er keinen Einzigen gemacht. Zufall? Oder wollte Kaneshiro den kleinen gefährlichen Jungen auf die Probe stellen? Jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass mit dem „auf der Hut sein“ jegliche Aktionen, die ihre wahren Absichten und Zugehörigkeiten, nämlich die einer geheimen Verbrecherorganisation, verraten könnten, gemeint war.


      Der Baron der Nacht


      Kommen wir nun wenig zum Baron der Nacht, welcher meiner Meinung nach noch eine entscheidende Rolle bei der Frage wer Anokata ist spielen wird. Wieso? Naja, eigentlich ist der Grund ziemlich simple: Er kommt verdächtig oft vor. Und nicht nur das, er kommt sogar stets im Zusammenhang mit der Organisation bzw. dem Mainplot vor. Mir sind 4 Stellen bekannt, bei denen der Baron der Nacht eine Rolle spielt. Als erstes beim Debüt von Shinichis Eltern, welche sich als Organisationsmitglieder ausgeben. Yusaku hatte sich dabei als Baron der Nacht höchst persönlich verkleidet. Zufall? Möglich, aber nicht zwingend. Das zweite Mal begegnet uns der Baron der Nacht in Form eines gefährlichen Computervirus, den – überraschenderweise – die BO besitzt. Drittens im New York-Fall, wo bekannt wird, dass Yukikos Künstlername „Nightbaroness“ an die Romanfigur aus Yusakus Werk angelehnt ist. Wir erinnern uns, dass bei dem Fall Vermouth, als Vertreterin der Organisation, eine wichtige Rolle gespielt hat und zusammen mit dem FBI auch sonst viel Mainplot vorhanden war. Zu guter Letzt wird der Baron vor gar nicht mal so langer Zeit in Kapitel 812 von Sera erwähnt, welche zugibt, ein Fan von dem Roman zu sein. Da auch Sera mehr oder weniger zum Mainplot gehört, sieht man wieder die enge Bindung des Barons zur Haupthandlung. Alles in allem sieht man also, dass sich der Baron der Nacht wie ein roter Faden durch die Handlung zieht und immer wieder irgendwie Erwähnung findet, was meines Erachtens foreshadowing auf eine noch relevante Rolle impliziert.
      Nun denn, stellen wir den Baron der Nacht doch mal vor. Es bietet sich denke ich an, Conan hierbei zu zitieren: „Der Baron der Finsternis ist eine mysteriöse Figur, die mein Vater Yusaku Kudo erdacht hat... Ein gerissener Dieb, der über die Finsternis herrscht und auch vor grausamen Morden nicht zurückschreckt... Und seine Identität hat mein Vater Yusaku noch nicht gelüftet...“(S. 8). Kaneshrio beschreibt den gleichnamigen Virus wie folgt: „Selbstredend war es ein ein perfektes Programm, das man weder aufspüren noch ausschalten konnte. Das dieser Virus kam und ging, so als würde er über die Finsternis herrschen, gaben ihm die Leute einen Namen... Baron der Finsternis!!“
      Beide Beschreibungen hören sich sehr stark nach unserer bekannten Schwarzen Organisation an. Nicht nur, dass diese ebenfalls stiehlt und mordet, sie hinterlässt auch nie spuren und ist praktisch unaufspürbar, genau wie der Baron. Möglich, dass Gosho bewusst diese Parallele eingebaut hat, um zu zeigen, dass es eine Verbindung zwischen dem Baron und der Organisation bzw. Anokata gibt. Vor allem die Tatsache, dass die Identität des Baron ebenfalls noch nicht gelüftet wurde, ist äußerst merkwürdig. Aus diesem Grund gibt es eine berechtigte Annahme dafür, dass der Baron der Nacht bei der Auflösung des Rätsels um Anokata noch eine wichtige Rolle spielen könnte. Wie das Ganze konkret dann aussieht, kann ich natürlich nicht sagen, ich will da auch nicht allzu sehr theoretisieren, da es einfach zu spekulativ an dieser Stelle wäre. Eventuell kriegen wir dann noch in näherer Zukunft weitere Hinweise diesbezüglich.

      Was hat das Ganze aber mit Kaneshiro=Anokata zu tun? Zunächst einmal nicht viel. Dieser Abschnitt war eher eine allgemeine Veranschaulichung und Präsentation des Baron der Nachts mit einer Verknüpfung zur Organisation. Wollte man das Ganze noch auf Kaneshiro beziehen, so gibt es dann zumindest eine Stelle, die hierzu Interpretationsspielraum bietet. Beim Tod des Opfers sagt Kaneshiro folgendes: „Der unbesiegbare Baron der Finsternis ist also tot...? Welch enttäuschendes Ende.“. Insbesondere das Wort „unbesiegbar“ sticht hier hervor, was andeutet, wie großartig und gefährlich Kaneshiro den Baron der Nacht findet. Dass er so einen einfachen Tod enttäuschend findet, kann man eventuell so interpretieren, dass ihm (als Anokata) bzw. seiner Organisation so etwas nicht passieren würde. Er personifiziert quasi den Baron, indem er sich selbst als dieser sieht.
      Das ist natürlich sehr stark zwischen den Zeilen gelesen und muss selbstverständlich nicht so interpretiert werden. Wer weiß, eventuell kann man solche Interpretationen auch nur machen, wenn man Anhänger dieser Theorie ist, aber ich wollte es halt einfach mal runterschreiben.


      Die Organisation und ihr Ziel


      Auch dieser Punkt wird relativ allgemein gehalten. Ich werde lediglich am Ende ein mögliches Szenario darlegen, wie man das Ziel der Organisation auf Kaneshiro beziehen könnte. Falls Bedarf besteht, kann ich diesen Teil im Anschluss dann auch in den entsprechenden Thread rein kopieren.

      Also dann, fangen wir an. Was wissen wir grob über die Ziele der BO? Zum einen wissen wir, dass sie offenbar an einem Mittel forschen, das anscheinend in irgendeinem Zusammenhang mit dem Nichtaltern bzw. Verjüngung steht. Dies erkennt man an zwei Versuchsobjekten: Conan(/Ai) und Vermouth. Conan bekam das APTX4869 verabreicht und schrumpfte dadurch zum Kind, ebenso wie Ai. Vermouth hingegen altert seit nachweislich mindestens 20 Jahren nicht mehr. Dass es sich dabei um ein und das selbe Mittel handelt, kann man wohl ausschließen, da Gin in Kapitel 1 erwähnt, dass es sich bei dem APTX um ein neues Gift der Organisation handelt. Dieses Gift ist das, das Ai entwickelt hat, weshalb es Vermouth schlecht vor über 20 Jahren genommen haben kann. Weiterhin weiß man, dass Ais Eltern an einem Mittel arbeiteten, welches innerhalb der Organisation mit dem Namen „Silver Bullet“ betitelt wurde und als Traumdroge gilt. Was es genauer damit auf sich hat, weiß man noch nicht, aber es wird erwähnt (unter anderem von Pisco), dass Ai jene Forschungen weiterentwickelt hat. In Itakuras Tagebuch bekommen wir ein sehr wichtiges Zitat von Vermouth geliefert, das jedem von uns wohl bekannt ist:

      „We can be both, god and the devil. Since we're trying to raise the dead against the stream of time“

      Es ist aus zweierlei Gründen wichtig. Zum einen weil daraus hervorgeht, dass das Ziel der BO etwas mit Wiederbelebung zu tun hat und zum anderen, weil das Ziel der BO offenbar sowohl für „gute“ als auch für „böse“ Zwecke genutzt werden kann. Vor allem Zweiteres ist meines Erachtens etwas, das bislang in der Community viel zu wenig berücksichtigt wurde. Warum sonst sagt Vermouth, sie können sowohl Gott als auch Teufel sein? Gott und Teufel sind gegensätzliche Wesen, wobei in der Regel Gott für das Gute und der Teufel für das Böse steht. Das ist also schon mal die erste wichtige Erkenntnis, die wir ziehen: Man kann das Ziel der BO auf zweit verschiedene Arten nutzen.




      Auch eine meines Erachtens sehr wichtige Stelle. Zunächst einmal sieht man am Anfang, dass Ai auf Conans Frage, an was ihre Eltern geforscht haben mit „Wiederbelebung von Toten“ antwortet. Damit wird schon mal ersichtlich, dass sie und Vermouth das selbe behaupten, und somit die Sache mit der Wiederbelebung gefestigt wird. Denn obwohl Ai im Anschluss behauptet, ihre Forschungen würde sich nicht mit solchen Hirngespinnsten befassen, antwortet sie genau so, dass sie Conans Erwartungen erfüllt. Schließlich hat sie in Agasas Büro lediglich am Ende mitbekommen, wie Conan und Agasa etwas über „Tote Wiederbeleben“ gelesen haben und konnte daraus schlussfolgern, dass es etwas mit der BO zu tun hat. Würde sich die BO aber nicht mit solchen Hirngespinnsten befassen, könnte sie diesen Schluss unmöglich ziehen → Die Sache mit der Wiederbelebung verstärkt sich.
      Die Zweite wichtige Erkenntnis, die wir ziehen können, befindet sich ebenfalls auf dieser Seite, und zwar am Ende. Ai sagt: „Vielmehr handelt es sich um ein albernes Erzeugnis, das kaum jemand auf der Welt wertzuschätzen weiß. Ja. Genauso wie diese Puppen, die auch nur für die Mädchen dieses kleinen Landes von Bedeutung sind.“, woraufhin Conan nachdenklich wird. Wie es den Anschein hat, handelt es bei dem Ziel der BO auch irgendwie um eine Sache, die nur für bestimmte Personen(-gruppen) relevant sind. Sprich also, nicht jeder kann damit was anfangen. Aus Ais Debütfall wissen wir sogar, dass es noch weitere Leute außerhalb der BO gibt, die die Projekte der Organisation mitfinanziert haben, wie Ai berichtet als sie über die Diskette mit den Daten zum APTX4869 redet. Offensichtlich scheinen sich auch diese Personen von den Zielen der BO etwas zu erhoffen, andernfalls würden sie diese wohl kaum finanzieren.

      Darüber hinaus beschränkt sich das Ziel der BO offenbar nicht nur mit den wissenschaftlichen Forschungen eines Wundermittels, nein, das Ziel scheint auch etwas mit Software-Entwicklung zu tun zu haben. Dies sehen wir daran, dass Tequilla, ein Organisationsmitglied, an einer Liste mit jungen und talentierten Software-Entwicklern interessiert war, welche er in die Finger kriegen wollte. Aber auch die Tatsache, dass Itakura an einer Software weiterarbeiten sollte, die er seiner Aussage nach zunächst zum Wohle der Menschheit aufgegeben hatte und auf die die BO ganze 2 Jahre gewartet hat, spricht dafür. Dass die beiden Fraktionen – Software-Entwicklung und Forschung am Gift – unabhängig von einander sind, ist zwar prinzipiell möglich, es erscheint mir allerdings relativ unwahrscheinlich, bedenkt man, wie wichtig beides der Organisation zu sein scheint. Abgesehen davon, dass Vermouth – die ja eigentlich in die Forschungsabteilung Schublade zu stecken ist – bei der Sache mit der Software-Entwicklung aktiv ist. Nein, das Ganze wird wohl darauf hinauslaufen, dass das Ziel der BO sowohl etwas mit einem biochemischen Mittel als auch mit Software-Entwicklung zu tun hat.




      Auch hier kriegen wir einen wichtigen Hinweis in Bezug auf das Ziel der Organisation. Conan erinnert sich bei dem Zitat Vermouths an eine Aussage, die Ai mal getätigt hat. Die Stelle „Der Mensch kann dem Fluss der Zeit nicht trotzen. Und wenn er es widersinnigerweise versucht, ereilt ihn eine Strafe“, ist hier das Relevante, da hier genau auf Vermouths Aussage mit dem „stream of time“ eingegangen wird. Conans besorgter Gesichtsausdruck mal außen vor gelassen, erkennt man, dass er sich in erster Linie fragt, was das für eine Strafe sein soll. Gosho gibt uns also den direkten Hinweis, dass das Ziel der BO in irgendeiner Weise mit einer Strafe, bzw. um es abstrakter auszudrücken, mit einem negativen Beigeschmack verbunden ist.


      Alles in allem lassen sich also einige spezifische Hinweise extrahieren, die wir Leser bei unserer Lösung berücksichtigen sollten. Conan fasst es grob für uns eigentlich schon mal zusammen als er im Schließfach eingesperrt war: „Aber was um aller Welt haben die eigentlich vor? Ai musste für sie dieses mysteriöse Gift herstellen, aber Itakura war System-Programmierer, was nichts mit Giften zu tun hat. Er schrieb, er habe zum Schutz der Menschheit seine Arbeit an dem Programm eingestellt... Was hat es damit nur auf sich...?“
      Fassen wir meine oben aufgeführten Hinweise, kommen wir auf 8 Bedingungen, die das Ziel der BO erfüllen muss:
      - Es hat etwas mit einem Mittel (wahrscheinlich ein Gift) zu tun, das in irgendeiner Weise den Körper manipuliert
      - Es hat etwas mit Wiederbelebung zu tun.
      - Es hat etwas mit Dingen aus dem Bereich der Software-Entwicklung zu tun (Grafik- und/oder Spielesoftware).
      - Es kann zu „guten“(God) und zu „bösen“(Devil) Zwecken genutzt werden.
      - Es ist nur für bestimmte Leute und für einen speziellen Zweck relevant (also so etwas wie Geld Machen kann man als primäre Intention ausschließen).
      - Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Forschungsarbeiten der BO und der Software-Entwicklung.
      - Es gibt eine Art Strafe, die mit dem Ziel der BO einhergeht.
      - Das Ziel ist eine Bedrohung für die Menschheit


      Soweit zu den Fakten. Wie versprochen kommt jetzt ein Vorschlag, wie das Ziel der Organisation aussehen könnte und wie man dieses Ziel mit Kaneshiro in Einklang bringen kann:

      Eins scheint schon mal sicher. Dem Boss muss das Projekt wirklich sehr wichtig sein. Immerhin verbringt die Organisation schon mehrere Dekaden damit, dieses Ziel zu erreichen. Ai sagte mal, Conan stecke bereits tief in einem halben Jahrhundert altem Projekt drinnen. Es ist also anzunehmen, dass dieses Ziel bereits seit etwa 50 Jahren verfolgt wird. Die Organisation existiert seit nachweislich mindestens 30 Jahren (Zeitpunkt, wo die Miyanos aus der Öffentlichkeit verschwunden sind). Selbst wenn man annimmt, dass die BO dieses Projekt nur weitergeführt hat, sind das mindestens 30 Jahre lange Forschungen. Ziemlich lange Zeit für ein Projekt. Es muss also etwas sein, das dem Boss nachhaltigen Nutzen verspricht, wenn er mindestens 30 oder gar 50 Jahre damit verbringt, dieses Ziel zu erreichen. Irgendein simples Mittel, womit man viel Kohle machen kann, wird es eher nicht sein, bedenkt man, dass der Boss es in Kauf nimmt so lange damit seine Zeit zu verbringen. Was nützt jemandem, der 50, 60 oder 70 Jahre alt ist so viel Geld, wenn er eh nicht mehr so lange zu leben hat? Das Argument mit dem Generationswechsel bei dem Boss ist da auch eher bescheiden, da der erste Boss dann trotzdem sein ganzes Leben damit verbracht hat, das Projekt, das er angefangen und nicht beendet hat, fertigzustellen, nur um seinem Sohn etwas Wertvolles zu hinterlassen. Der erste Boss hätte also gar keinen Nutzen (Es sei denn, er tut es absichtlich, um seinem Sohn ein schönes Leben zu gewähren, aber das klammern wir mal aus). Also macht es wie gesagt viel mehr Sinn, dass der Boss eigennützige Ziele, die ihm nachhaltig Nutzen versprechen, verfolgt. Gosho schloss in einem Interview „einfache Unsterblichkeit“ aus („may not be simply immortility“ hieß es glaub ich bei der Übersetzung). Wie sieht's aber mit komplizierter Unsterblichkeit aus mit Option auf Wiederbelebung? Konkret meine ich damit eine virtuelle Welt, in der man sein Bewusstsein transferiert und in welcher man ewig leben kann. Ich stelle mir das wie folgt vor: Die Software-Entwicklung dient dazu, eine entsprechende Welt, die der realen gleicht, zu entwickeln. Das Gift, an dem die BO forscht, wäre ein Mittel, welches in irgendeiner Weise die Vitalfunktionen eines toten Mensch wieder funktionstüchtig macht (oder zumindest das Gehirn), sodass der Körper an einen Computer angeschlossen werden kann, der das gesamte Gedächtnis und Bewusstsein des Menschen in diese Virtuelle Welt übertragen wird. Sollte der Boss also sterben, kann man ihn auf so eine Weise wiederbeleben und ewiges Leben ermöglichen. Ebenso wie allen anderen Personen, die an dem Projekt beteiligt sind und es mitfinanzieren. Das „God“ käme dann dadurch zustande, dass man im Grunde Gott spielen würde, in dem man den Naturgesetzen zuwider handelt und Menschen die Unsterblichkeit schenken kann. Ob so etwas als „gut“ zu bezeichnen ist, sei mal dahingestellt, da wir eh wissen, dass die BO ihre Ziele auf irgendeine Weise positiv sieht. Wie erklärt man aber das „Devil“? Nun ja, zum einen kann man diesen Personen zwar ein ewiges Leben ermöglichen, allerdings bleibt dies im Rahmen einer virtuellen, von Menschen erstellen, Welt. Das heißt also, man kann von außen Einfluss auf diese Welt und ihre Person haben. So kann man dieser nicht nur ein schönes-, sondern auch Leben voller Leid zufügen, es quälen oder sonst was, das diabolische Züge aufweist. Die „Strafe“ von der Ai spricht, wäre auch einfach zu erklären. Auch wenn es ewiges Leben ist, kann ein solches Leben auf Dauer nicht das Wahre ersetzen. Man würde anfangen das Ganze in Frage zu Stellen und eventuell sogar sterben wollen, wenn jedoch im Anschluss selbst das nicht mehr möglich wäre, wäre dieses Zuwiderhandeln der Natur („Stream of time“) wahrlich mit einer Strafe verbunden. Und naja, warum das Ganze eine Gefahr für dich Menschheit ist: Es könnte zum Trend werden, dass jeder diese Möglichkeit nutzt, sich auf so eine Weise ein ewiges Leben zu sichern, wodurch die reale Menschheit irgendwann aussterben würde.

      So, das war jetzt nur eine Idee, die so wahrscheinlich nicht zu 100% zutreffen wird, aber so etwas ähnliches könnte man sich denke ich als Ziel der BO vorstellen.



      Sonstiges/Fazit


      Im Grunde war es das an dieser mit der Kaneshiro=Anokata Theorie. Es gibt aber noch hier und da ein paar Punkte zu Anokata, auf die ich bewusst nicht eingegangen bin. So beispielsweise die Tatsache, dass Vermouth Anokatas Liebling ist, der Name der Organisation die Identität Anokatas verraten würde, Goshos Notizen zum Vermouth-Arc oder der Tatsache, dass Anokata vor Kapitel 551 bereits schon aufgetreten ist. Dies sind nämlich alles Punkte, die sehr viele Lösungen haben können bzw. ohnehin auf Kaneshiro zutreffen oder zumindest keinen Widerspruch bilden. So kann man Vermouths Status auf quasi jeden Charakter anpassen, wenn man sie als „Versuchsobjekt“ der BO erachtet. Allein schon ihre Attraktivität könnte der Grund sein, was vielleicht sogar am Ehesten zu Kaneshiro passen würde (siehe Ende des Falles). Ebenso die Notizen aus dem Vermouth-Arc. Gosho kann alles mögliche auf den Unterlagen notiert haben, das Rückschlüsse zum Boss gibt. Ich bin mir zwar zu 90% sicher, dass es irgendwas mit der E-Mail des Bosses zu tun hat, aber theoretisch sind 1000 Lösungen denkbar. Genauso wie der wahre Name der Organisation, der wahrscheinlich irgendein Wortspiel beinhaltet, das aber Japanischkenntnisse erfodert, die ich nicht habe. Dass Kaneshiro vor Kapitel 551 und mit vollem Namen aufgetreten ist sollte klar sein. Er kam mit Band 8 sogar relativ früh vor, was eventuell noch ein plus Argument ist, berücksichtigt man, dass Gosho ursprünglich die Serie viel kürzer plante.

      Alles in allem konnte ich hoffentlich deutlich machen, warum Kaneshiro meiner Meinung nach der wahrscheinlichste Anokata-Kandidat ist. Sein Verhalten ist äußerst mysteriös und weist einige Ungereimtheiten auf, die so nicht geklärt sind. Des Weiteren ist er mit seinen 74 Jahren einer wenigen Charaktere, die alt genug sind, die Organisation von Anfang an gegründet und bei dem Projekt betreut zu haben. Es gibt sicherlich stärkere und weniger überzeugende Argumente in meiner Theorie, aber ich hoffe doch zumindest, dem einem oder anderen verständlich gemacht zu haben, warum dieser Kandidat bis heute mein Favorit ist.


      So, ihr habt's geschafft. Danke für's Lesen :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „pinki“ ()

      Also erstmal Danke für deine Mühe pinki, dass du uns hier eine neue Diskussionsgrundlage bereitstellst. Im folgenden möchte ich kurz auf ein paar Punkte eingehen, die mEn wichtig sind, bzw. wo ich eine andere Ansicht vertrete.

      pinki schrieb:

      Gleich zu Beginn des Falles sieht man Conan, wie er am Strand liegt und sich darüber beklagt, dass er dort auf der faulen Haut läge anstatt lieber den Männern in Schwarz nachzujagen. Auffallend ist, dass dies bis heute der einzige Fall ist, indem Conan über die Organisation nachgedacht hat, im Anschluss diese aber keine Rolle mehr spielte. Klar, das Ganze könnte eventuell auch einfach nur auf den Virus abgezielt haben, der sich, wie wir wissen, im Besitz der BO befindet.

      Das ist in der Tat einer der wesentlichen Punkte für die Theorie, bzw. zunächst für die Relevanz des Falles. Es ist in der Tat fraglich, ob mit dem Computervirus bereits die gesamte Relevanz abgedeckt ist. Auch die später von dir erwähnte Parallele zwischen Anokata und der noch ungeklärten Identität von Yusaku Kudos Nachtbaron, ist auffällig. Das Problem an der Sache ist für mich aber, dass wenn der Nachtbaron symbolisch für den Boss zu verstehen ist, dann denken die Leser zunächst vor allem an Yusaku, der wiederum von Gosho bereits als Boss ausgeschlossen wurde. Kaneshiro ist zunächst einmal nur einer von mehreren Fallcharakteren, wo offen ist, ob er genug hervorsticht, sodass der Leser ihn direkt mit dem Nachtbaron assoziiert.

      pinki schrieb:

      Kurz gesagt bin ich der Meinung, dass auch Kaneshiro als Boss der Organisation sich ganz genau bewusst ist, dass in Situationen der Unachtsamkeit, er (bzw. auch seine Begleitung, weshalb er sie anspricht) etwas falsches tun oder sagen könnte, das Rückschlüsse auf seine Identität als Boss einer gefährlichen, kriminellen Organisation zulässt (oder zumindest auf die Zugehörigkeit einer solchen Organisation).

      Man kann die Szene so interpretieren, das ist korrekt. Auch das er Shizue nach seinem Gespräch mit Conan warnt, passt ins Bild. Das Problem ist allerdings, dass Kanshiro sich erst danach während der Befragung verrät, also das Conan erkennt, dass er seine Blindheit nur vorspielt. Das passt eigentlich nicht zu dem von dir ihm unterstellten Verhalten, da er ja Conans Anwesenheit im Befragungsraum bemerken muss.

      pinki schrieb:

      Es gibt also berechtigte Indizien dafür, die zum Schluss verleiten, bei Anokata handele es sich um einen Fan von Krimis. Wie kommt man da aber auf Kaneshiro? Nun ja, dafür gibt es im Grunde Zwei wesentliche Anhaltspunkte. Der erste wäre wohl, dass Kaneshiro an der Mystery Izu-Tour teilgenommen hat, in der es darum geht, den Baron der Nacht unter den Teilnehmern ausfindig zu machen. Kurz: Es handelt sich also um eine krimiähnliche Veranstaltung, bei der detektivische und deduzierende Fähigkeiten gefordert sind, um zu gewinnen. Der zweite Anhaltspunkt ist die Tatsache, dass Kaneshiro ziemlich gut mit dem Kriminalroman „Der Baron der Nacht“ vertraut ist, dem Werk eines Krimischriftstellers namens Yusaku Kudo. Es ist also nicht abwegig zu behaupten, dass Kaneshiro gerne solcher Krimis liest und folglich genau wie Anokata ein Fan von Krimis ist.

      Ja das würde ich auch so sehen, bzw. ist deine Herleitung für Kaneshiros Interesse an Krimis durchaus plausibel. Zumindest das erste Argument mit der Tourteilnahme gilt aber natürlich auch für die anderen Teilnehmer.
      Mir persönlich kommt aber gerade an diesem Punkt ein anderer Charakter in den Sinn, von dem eine Leidenschaft für Krimis bezeugt ist und dessen Auftritt uns Gosho trotz vielen indirekten Erwähnungen noch schuldig ist, nämlich der Chef des Café Poirots. Das ist aber zugegeben eine andere Baustelle, ein Argument gegen die Theorie, bzw. dein Argument ist es nicht.

      pinki schrieb:

      Bestimmt nicht das stärkste Argument, aber sowohl Kaneshiro als auch insbesondere seine Haushälterin waren komplett in schwarz gekleidet. Genauso, wie die Mitglieder der Organisation es zu pflegen wissen.

      Ich würde sogar sagen es ist kein Argument, da wir schlichtweg keine Farbzeichnung von Aoyama zur Verfügung haben. Im Anime ist Kaneshiros Anzug in einem hellen Blau gehalten, und auch im Manga ist sein Anzug erkenntbar helle als der von Shizue oder dem Hemd Seadas (siehe Scan 2).

      Andernfalls, für jemanden der den Virus bereits hat und an dieser Veranstaltung nur teilnimmt, um zu überprüfen, wer sich die Frechheit erlaubt, genau diesen Virus anzubieten und folglich eventuell irgendwelche Informationen über die BO haben könnte, passt es ganz gut, dass dieser jemand nun tot ist. Dies wäre dann auch das eigentliche Motiv Kaneshiros gewesen, warum er überhaupt an dieser Tour teilgenommen hat. Er wollte denjenigen ausfindig machen und beseitigen, weil jene Person aus irgendeinem unerklärlichen Grund etwas über die Organisation wissen könnte. Und nicht etwa, weil er scharf auf einen Virus war, den er ohnehin schon hat.

      Die Erklärung ist stimmiger als die, das der Boss den Virus für die BO erwerben möchte, bzw. ergibt diese ja ohnehin keinen Sinn, das es im Manga belegt ist, dass die BO den Virus bereits besitzt. Der Punkt beibt aber dennoch, warum sollte der Boss sich dem Risiko aussetzen, zumal er ja wie weiter oben dargelegt so vorsichtig dann auch nicht verhät.

      pinki schrieb:

      Conan bekam das APTX4869 verabreicht und schrumpfte dadurch zum Kind, ebenso wie Ai. Vermouth hingegen altert seit nachweislich mindestens 20 Jahren nicht mehr. Dass es sich dabei um ein und das selbe Mittel handelt, kann man wohl ausschließen, da Gin in Kapitel 1 erwähnt, dass es sich bei dem APTX um ein neues Gift der Organisation handelt.

      Das es sich um das gleiche Mittel handelt ist in der Tat fraglich, allerdings wissen wir seit dem aktuellen Fall, dass Ai das APTX nach Forschungsergebnissen ihrer Eltern konstruiert hat (sozusagen neu entwickelt) und das bereits vor 17 Jahren zumindest ein bis zwei Personen damit ermordet wurden (Koji Haneda und vermutlich auch Amanda Hughes).

      pinki schrieb:

      Eins scheint schon mal sicher. Dem Boss muss das Projekt wirklich sehr wichtig sein. Immerhin verbringt die Organisation schon mehrere Dekaden damit, dieses Ziel zu erreichen. Ai sagte mal, Conan stecke bereits tief in einem halben Jahrhundert altem Projekt drinnen. Es ist also anzunehmen, dass dieses Ziel bereits seit etwa 50 Jahren verfolgt wird. Die Organisation existiert seit nachweislich mindestens 30 Jahren (Zeitpunkt, wo die Miyanos aus der Öffentlichkeit verschwunden sind). Selbst wenn man annimmt, dass die BO dieses Projekt nur weitergeführt hat, sind das mindestens 30 Jahre lange Forschungen. Ziemlich lange Zeit für ein Projekt. Es muss also etwas sein, das dem Boss nachhaltigen Nutzen verspricht, wenn er mindestens 30 oder gar 50 Jahre damit verbringt, dieses Ziel zu erreichen.

      Also so ein wenig klingt in diesem und den folgenden Abschnitten für mich durch, dass bei diesem langen Projekt der Boss ein hohes Alter haben muss, weil ein Wechsel als nicht plausibel angesehen wird. Da kann man sich jetzt drüber streiten, interessant fand ich aber nochmal die formelle Trennung, die du hier zwischen der Aussage Ais und der gesicherten Zeit der Existenz der Organisation machst. Denn gerade wenn zuerst das Projekt war, und daraus später die Organisation gegründet wurde, wäre ein Bosswechsel, bzw. das es dann erst seit ca. 30 Jahren einen Boss geben müsste, auch ein Argument für jüngere Kandidaten. Ich werde mir das auf jeden Fall mal für die Atsushinokata-Theorie merken ^^

      Spürnase schrieb:

      Das Problem an der Sache ist für mich aber, dass wenn der Nachtbaron symbolisch für den Boss zu verstehen ist, dann denken die Leser zunächst vor allem an Yusaku, der wiederum von Gosho bereits als Boss ausgeschlossen wurde. Kaneshiro ist zunächst einmal nur einer von mehreren Fallcharakteren, wo offen ist, ob er genug hervorsticht, sodass der Leser ihn direkt mit dem Nachtbaron assoziiert.


      Hm, da hast du mich ein wenig missverstanden, bzw. zu viel reininterpretiert. Dass Gosho gezielt den Nachtbaron symbolisch für Anokata ausgewählt würde meiner Theorie zufolge nur indirekt zutreffen. Eigentlich ist es ganz einfach: Kaneshiro ist fasziniert von dem Baron der Nacht und seiner Art Verbrechen zu begehen, sprich also keine Spuren zu hinterlassen und unaufspürbar zu sein. Dieses Verhalten eignet er sich auch zu bzw. tut es schon die ganz über auf diese Weise, wodurch ihm die Parallele zwischen ihm und dem Baron auffällt. Praktisch sieht er sich dann quasi auch auf irgendeine Weise als Nachtbaron, weil er genauso wie er agiert. Aus diesem Grund findet er auch einen so einfachen Tod des "unbesiegbaren Barons" in dem Fall enttäuschend.

      Spürnase schrieb:

      Das Problem ist allerdings, dass Kanshiro sich erst danach während der Befragung verrät, also das Conan erkennt, dass er seine Blindheit nur vorspielt. Das passt eigentlich nicht zu dem von dir ihm unterstellten Verhalten, da er ja Conans Anwesenheit im Befragungsraum bemerken muss.


      Ja, deswegen schrieb ich auch in der Theorie, dass er diese vergleichsweise einfachen Fehler bewusst macht, um Conan auf die Probe zu stellen. Warum? Nun ja, im Grunde passiert ihm dieser Fehler ja erst nach dem Tod des Opfers, davor passierte ihm kein Einziger. Ich könnte mir also vorstellen, dass er, als es einen Mord gab, bemerkte, dass die ganze Veranstaltung in Wirklichkeit nur ein Vorwand war, um einen Mord zu begehen und somit doch keine Gefahr für ihn und seine Organisation besteht. Folglich war es ihm nicht mehr so sehr wichtig nicht als blinder Mann aufzufliegen, weil er nichts mehr zu befürchten hat. Also hat er dann einfach mal den cleveren kleinen Jungen getestet, wie gut seine Kombinationsgabe wirklich ist.

      Spürnase schrieb:

      Ich würde sogar sagen es ist kein Argument, da wir schlichtweg keine Farbzeichnung von Aoyama zur Verfügung haben. Im Anime ist Kaneshiros Anzug in einem hellen Blau gehalten, und auch im Manga ist sein Anzug erkenntbar helle als der von Shizue oder dem Hemd Seadas (siehe Scan 2).


      Naja, im Manga sieht der Anzug schon ziemlich dunkel aus. Nicht so dunkel wir die Kleidung von Shizue, aber immer noch so, dass er als schwarz/dunkelgrau durchgehen könnte. Ist aber auch eher irrelevant, weil es wie gesagt ein nur sehr marginales Argument ist.

      Spürnase schrieb:

      Der Punkt beibt aber dennoch, warum sollte der Boss sich dem Risiko aussetzen


      Kommt halt drauf an, wie stark man das Risiko einschätzt. Einige glauben ja, dass Anokata jemand ist, der verschlossen in irgendeinem Hotelzimmer sein leben verbringt, um ja nicht aufzufliegen. So sollte man wie ich finde die "Vorsicht" nicht interpretieren. Eher ist es tatsächlich so gemeint, dass er keine Spuren hinterlässt und wirklich jede Brücke hinter sich einreißt. Somit darf man meiner Meinung nach auch annehmen, dass Anokata persönlich hier und da mal einen Job erledigt.
      Abgesehen davon kann es sein, dass Anokata(=Kaneshiro) sich selbst als die beste Option gesehen, ein solches Spiel zu gewinnen, weil er seinen deduzierenden Fähigkeiten einfach am besten vertraut. Klar, einen Gin hätte er theoretisch auch hinschicken können, aber im Hinblick auf seinen Charakter ist er denke ich nicht unbedingt die beste Wahl für so eine Veranstaltung, wenn du verstehst war ich meine^^ Und naja, ob so Charaktere wie Bourbon oder Rum zu dem Zeitpunkt von Gosho schon geplant waren, darf meiner Meinung nach zumindest angezweifelt werden.

      Spürnase schrieb:

      Also so ein wenig klingt in diesem und den folgenden Abschnitten für mich durch, dass bei diesem langen Projekt der Boss ein hohes Alter haben muss, weil ein Wechsel als nicht plausibel angesehen wird. Da kann man sich jetzt drüber streiten, interessant fand ich aber nochmal die formelle Trennung, die du hier zwischen der Aussage Ais und der gesicherten Zeit der Existenz der Organisation machst. Denn gerade wenn zuerst das Projekt war, und daraus später die Organisation gegründet wurde, wäre ein Bosswechsel, bzw. das es dann erst seit ca. 30 Jahren einen Boss geben müsste, auch ein Argument für jüngere Kandidaten. Ich werde mir das auf jeden Fall mal für die Atsushinokata-Theorie merken


      Ja, das hast du richtig herausgelesen. Was die Sache mit der Gründung der Organisation anbelangt, so glaube ich zwar, dass sie schon seit 50 Jahren existiert, aber nachweislich gibt es nun mal nur die 30 Jahre. Selbst dann müsste der Boss aber - vorausgesetzt, er hat die Organisation mit etwa 20 Jahren gegründet - auch mindestens um die 50 sein.

      pinki schrieb:

      Hm, da hast du mich ein wenig missverstanden, bzw. zu viel reininterpretiert. Dass Gosho gezielt den Nachtbaron symbolisch für Anokata ausgewählt würde meiner Theorie zufolge nur indirekt zutreffen. Eigentlich ist es ganz einfach: Kaneshiro ist fasziniert von dem Baron der Nacht und seiner Art Verbrechen zu begehen, sprich also keine Spuren zu hinterlassen und unaufspürbar zu sein. Dieses Verhalten eignet er sich auch zu bzw. tut es schon die ganz über auf diese Weise, wodurch ihm die Parallele zwischen ihm und dem Baron auffällt. Praktisch sieht er sich dann quasi auch auf irgendeine Weise als Nachtbaron, weil er genauso wie er agiert. Aus diesem Grund findet er auch einen so einfachen Tod des "unbesiegbaren Barons" in dem Fall enttäuschend.

      Also bedenkt man den Altersunterschied zwischen Yusaku und Kaneshiro, dann wird nur die zweite Möglichkeit stimmig sein, da wir ja bei der Ermordnung von Jodies Vater vor 20 Jahren bereits den gegenwärtigen modus operandi sehen.


      pinki schrieb:

      Ja, deswegen schrieb ich auch in der Theorie, dass er diese vergleichsweise einfachen Fehler bewusst macht, um Conan auf die Probe zu stellen. Warum? Nun ja, im Grunde passiert ihm dieser Fehler ja erst nach dem Tod des Opfers, davor passierte ihm kein Einziger. Ich könnte mir also vorstellen, dass er, als es einen Mord gab, bemerkte, dass die ganze Veranstaltung in Wirklichkeit nur ein Vorwand war, um einen Mord zu begehen und somit doch keine Gefahr für ihn und seine Organisation besteht. Folglich war es ihm nicht mehr so sehr wichtig nicht als blinder Mann aufzufliegen, weil er nichts mehr zu befürchten hat. Also hat er dann einfach mal den cleveren kleinen Jungen getestet, wie gut seine Kombinationsgabe wirklich ist.

      Gut, aber welchen Zweck sollte er damit verfolgen? Bislang wurde noch kein Organisationsmitglied in irgendeiner Weise auf Conan angesetzt, von daher fehlt mir da ein wenig die Konsequenz, zumal Kaneshiro sich in dem Falle zum damaligen Zeitpunkt nur unnötig verdächtig gemacht hat. Es hätte ja prinzipiell auch anderen Beteiligten auffallen können, sprich für vermeidbaren Ärger gesorgt.

      pinki schrieb:

      Naja, im Manga sieht der Anzug schon ziemlich dunkel aus. Nicht so dunkel wir die Kleidung von Shizue, aber immer noch so, dass er als schwarz/dunkelgrau durchgehen könnte. Ist aber auch eher irrelevant, weil es wie gesagt ein nur sehr marginales Argument ist.

      Wobei dies bei Schwarz-Weiß-Zeichnung auch ein dunkles Blau oder ein Braunton sein könnte. Wie geschrieben, ohne Farbzeichnung ist dieser Punkt nicht zu klären, egal was man jetzt in diesen Grauton von Kaneshiros Anzug hinein interpretiert.

      pinki schrieb:

      Kommt halt drauf an, wie stark man das Risiko einschätzt. Einige glauben ja, dass Anokata jemand ist, der verschlossen in irgendeinem Hotelzimmer sein leben verbringt, um ja nicht aufzufliegen. So sollte man wie ich finde die "Vorsicht" nicht interpretieren. Eher ist es tatsächlich so gemeint, dass er keine Spuren hinterlässt und wirklich jede Brücke hinter sich einreißt. Somit darf man meiner Meinung nach auch annehmen, dass Anokata persönlich hier und da mal einen Job erledigt.
      Abgesehen davon kann es sein, dass Anokata(=Kaneshiro) sich selbst als die beste Option gesehen, ein solches Spiel zu gewinnen, weil er seinen deduzierenden Fähigkeiten einfach am besten vertraut. Klar, einen Gin hätte er theoretisch auch hinschicken können, aber im Hinblick auf seinen Charakter ist er denke ich nicht unbedingt die beste Wahl für so eine Veranstaltung, wenn du verstehst war ich meine^^ Und naja, ob so Charaktere wie Bourbon oder Rum zu dem Zeitpunkt von Gosho schon geplant waren, darf meiner Meinung nach zumindest angezweifelt werden.

      Schwer zu sagen. Ich denke schon, dass der Boss wohl auch mal vor die Tür gehen wird. Aber bedenkt man mal die potentiell vielen E-Mails, die der Boss bekommt, ggf. beantworten muss und auch die Geschwindigkeit mit der er seine Befehle sich ändernden Umständen anpassen kann (z.B. die Exekution Piscos, die Zieländerung in Kirs Debütfall), dann spricht das schon dafür, dass er eher zurückgezogen leben muss, da er sonst wohl damit auffallen würde bzw. der Zeitaufwand einen regulären Beruf auch schwer ermöglichen wird.
      Btw. es gibt auch durchaus ein Vorbild für eine solche Variante. Blofeld, der Chef von Spectre aus den James Bond-Filmen, nimmt in dem Film Diamantenfieber die Identität eines Immobilienmoguls an und lebt als dieser völlig zurückgezogen in einem Apartment in Las Vegas. Übrigens gibt es dafür sogar ein reales Vorbild, den Multimillionär Howard Hughes.

      Es ist richtig, inwieweit andere BO-Mitglieder schon geplant waren ist zu dem Zeitpunkt schwierig zu beurteilen, aber Tequilla, der auch auf diesem Gebiet arbeitete, taucht nur 4 Bände später auf und schon in dem damaligen Fall wird ein weiteres Mitglied (lustigerweise Bourbon) angedeutet. Aber das führt jetzt wohl etwas OT.

      Spürnase schrieb:

      Gut, aber welchen Zweck sollte er damit verfolgen? Bislang wurde noch kein Organisationsmitglied in irgendeiner Weise auf Conan angesetzt, von daher fehlt mir da ein wenig die Konsequenz, zumal Kaneshiro sich in dem Falle zum damaligen Zeitpunkt nur unnötig verdächtig gemacht hat. Es hätte ja prinzipiell auch anderen Beteiligten auffallen können, sprich für vermeidbaren Ärger gesorgt.


      Es kann viele Gründe haben, warum er das getan hat. Es kann auch platt ganz einfach die pure Neugier gewesen sein, zu ermitteln, was ein so kleiner Junge alles drauf hat. Dass er gleich Agenten auf ihn ansetzt wäre dabei auch ein wenig zu viel des Guten, weil Conan eben nichts relevantes herausgefunden hat, das so eine Maßnahme notwendig machen würde.

      Und du sagst es, es hätte prinzipiell jedem auffallen können, dass er nicht blind ist. Tut's aber nicht. Conan ist der Einzige, dem das auffällt und wäre er nicht gewesen, wäre das auch nie aufgeflogen. Und dass Conan als einer der intelligentesten Charaktere des gesamten Manga darauf kommt, ist denke ich keine große Schande. (Das Argument bezieht jetzt darauf, mal angenommen, der Fehler wäre Kaneshiro doch nicht absichtlich passiert.)

      Spürnase schrieb:

      Aber bedenkt man mal die potentiell vielen E-Mails, die der Boss bekommt, ggf. beantworten muss und auch die Geschwindigkeit mit der er seine Befehle sich ändernden Umständen anpassen kann (z.B. die Exekution Piscos, die Zieländerung in Kirs Debütfall), dann spricht das schon dafür, dass er eher zurückgezogen leben muss, da er sonst wohl damit auffallen würde bzw. der Zeitaufwand einen regulären Beruf auch schwer ermöglichen wird.


      Schwieriges Thema. Es stimmt schon, dass wir häufigen E-Mail Kontakt zwischen den Mitgliedern und dem Boss zu Gesicht bekommen haben. Jedoch sollte man mMn dabei berücksichtigen, dass dies stets in Situationen der Fall war, wo gerade ein Attentat oder eine große Aktion seitens der BO vorlag. Beim Pisco-Fall der Mord an dem einen Politiker, im Vermouth-Arc die Sache mit der Halloween-Party und Ai, im Kir-Arc das Attentat an DJ, beim CORAB Kirs Befreiung etc. . Das waren also alles Situationen bei denen Anokata mehr oder weniger von wusste und vorbereitet war. Und naja, wenn die Izu-Tour gerade zu einem Zeitpunkt stattgefunden hat, an denen keine wichtige Mission anstand, kann er wohl auch damit rechnen, dass er nicht so viele E-Mails von seinen Mitglieder bekommen wird, die seine Anweisungen erfordern.

      Spürnase schrieb:

      Es ist richtig, inwieweit andere BO-Mitglieder schon geplant waren ist zu dem Zeitpunkt schwierig zu beurteilen, aber Tequilla, der auch auf diesem Gebiet arbeitete, taucht nur 4 Bände später auf und schon in dem damaligen Fall


      Naja, ob Tequilla die hellste Leuchte ist, weiß ich ja nicht so recht... Ihm so einen (intelligenzmäßig) anspruchsvollen Auftrag zuzumuten wäre denke ich zu riskant.