17. Türchen

      Meine Lieben, heute durfte ich das Türchen gestalten und ich hoffe es gefällt euch. Heute ist mal kein Keksrezept dran, aber ich lade alle enttäuschten ein, in den Rezepte-Thread zu schauen, wo ich letzten Jahr ein Lebkuchrezept gepostet habe. Hier in London schneits natürlich nicht, aber ich hoffe, dass es bei euch in Österreich, Deutschland und wo auch immer ihr sonst so wohnt schneit und ihr weiße Weihnachten haben werdet. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit meiner kleinen Geschichte und ein frohes Fest euch allen! :)


      Leise rieselt der Schnee oder nur noch eine Woche bis Weihnachten

      Es begann zu schneien. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel, jede einzelne wunderschön. Eine landete auf meiner Nase. Es war ein schöner Moment. Gemeinsam mit meinen Freundinnen Sonoko und Masumi ging ich von der Schule nach Hause und wir überlegten, ob wir den Schneefall ausnutzen sollten um den Tag im Park bei einer Schneeballschlacht zu verbringen anstatt sonst, wie so üblich, beim Karaoke. „Ran?“, riss uns der kleine Conan und seine Freunde aus der Diskussion. Wir begrüßten die fünf und schlossen sie in unsere Überlegungen ein. „Oh ja!“, riefen Genta, Ayumi und Mitsuhiko begeistert, „Wir müssen unbedingt eine Schneeballschlacht machen!“ Conan und Ai hielten sich wie immer zurück, obwohl man ihnen ansah, dass auch sie an der Idee gefallen hatten.

      „Ist es nicht toll, dass es genau eine Woche vor Weihnachten zu schneien beginnt? So haben wir auch am Heilig Abend Schnee!“, rief Ayumi begeistert aus. „Nur noch eine Woche bis Weihnachten! Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“, begannen Genta und Mitsuhiko fröhlich zu singen. Schnell stimmte auch Ayumi mit ein. Wie schön, dass sich die Kinder noch so freuen können. Je älter man wird, desto eher verliert man diese kindliche Freude daran. Eigentlich sehr schade. Aber dieses Jahr habe ich auch einen Grund mich nicht so sehr über Weihnachten zu freuen, wie all die anderen Jahre. Shinichi ist immer noch unterwegs und mit seinem Fall beschäftigt. Er ist schon so lange weg und meldet sich immer weniger. Ich vermisse ihn jeden Tag mehr. Unser letztes Weihnachtsfest zusammen ist mir noch gut in Erinnerung. Wir haben den Tag zusammen verbracht. Erst ein gemeinsames Frühstück in meinem Lieblingscafé und dann haben wir eine Schneeballschlacht veranstaltet. Und abends haben wir dann mit unseren beiden Familien zusammen gefeiert. Sogar Mama und Paps haben sich zusammen gerissen und Weihnachten zusammen verbracht. Wie schön es damals war!

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      In einer Woche werde ich mit Paps und Conan gemeinsam feiern. Vielleicht schaffe ich es ja noch Paps davon zu überzeugen Mama dieses Jahr auch wieder einzuladen? Alle zusammen wäre viel schöner, als mit jedem einzeln.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Die Geschenke habe ich schon alle besorgt. Conan kriegt einen neuen Krimi. Mama eine CD ihrer Lieblingsband und für Paps habe ich eine neue Krawatte besorgt. Für Shinichi habe ich noch nichts. Sicher hat er auch auf mich vergessen und ich werde ihn sowieso nicht sehen. Oder soll ich ihm vielleicht doch etwas besorgen? Manchmal taucht er ja wie aus dem nichts auf oder er versteckt sich im Schatten, aber ich kann spüren, dass er ganz nah bei mir ist. Was soll ich nur tun`? Sonoko würde mir raten ihm nichts zu schenken. Aber was ist, wenn er mir etwas schenkt? Dann steh ich ziemlich blöd da. Ich sollte ihm etwas besorgen! Zumindest eine Kleinigkeit.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Ich werde Paps bitten morgen einen Baum zu besorgen und ihn dann mit Conan schmücken. Letztes Jahr gab es diese wunderschönen Christbaumkugeln im Angebot, die ich unbedingt haben wollte. Damit werden wir den Baum schmücken. Die silbernen und roten Kugeln sehen richtig niedlich zusammen aus und abgerundet wird das Ganze noch mit kleinen, weißen Schneeflocken aus Metal. Am Heiligen Abend werden wir dann Kerzen anzünden und Lieder singen. Die werde ich morgen auch mit Conan üben, damit es nicht so schlimm wird wie im letzten Jahr. Mamas Katze Goro hat sich aus ihren Armen gewunden und ist Conan angesprungen. Hoffentlich schaffen wir mehr Lieder als nur ‚Oh, Tannenbaum’. ‚Stille Nacht, heilige Nacht’ und ‚Kling Glöckchen, klingelingeling’ wären auch noch schön.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Ich werde die CD mit den Weihnachtsliedern doch noch kaufen. So haben wir ganz sicher weihnachtliche Stimmung.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Nur noch eine Woche bis Weihnachten. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Gerade war es doch noch Anfang Dezember und jetzt sind es nur mehr zwei Wochen und schon ist das Jahr wieder vorbei.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Oh, nein! Nur noch eine Woche bis Weihnachten! Und ich habe noch nicht mal angefangen Kekse zu backen. Verdammt Ich muss sofort nach Hause und anfangen, sonst geht sich das alles nicht mehr aus. Der Lebkuchenteig muss 24-Stunden stehen und rasten, mit dem fange ich an. Danach mach ich mich an die Vanillekipferl und die Linzer. Morgen kommen die Schokokekse und Rumkugeln dran und der Lebkuchen wird fertig gemacht. Übermorgen backe ich noch normale Kekse, die ich noch schön dekorieren werde und schon ist auch die Weihnachtsbäckerei fertig. Puh! Geht sich zum Glück noch alles aus.

      „Nur noch eine Woche bis Weihnachten!“

      Hastig verabschiede ich mich von meinen Freunden und den Kindern und eile in den Supermarkt. Schnell alle Zutaten besorgen. Die Weihnachts-CD haben sie auch. Perfekt! Die nehme ich auch gleich mit. Oh, die Dose sieht aber hübsch aus, ich glaube, die kaufe ich auch noch und fülle sie mit ein paar der Kekse. So habe ich ein tolles Geschenk für Shinichi. Alles, was ich noch machen wollte, habe ich erledigt. Nur die Kekse muss ich noch backen, aber das geht sich ja noch gut aus. Ich lächle.

      Entspannt trete ich aus dem Supermarkt in den Schnee. Tokio hat sich in ein Winterwunderland verwandelt und zwischen all den hektischen Menschen, die von Geschäft zu Geschäft auf der Suche nach Geschenken eilen, kann man eine Gewisse Ruhe erkennen. Je näher Weihnachten kommt, desto ruhiger wird es, bis am Heiligen Abend für einen Moment alles komplett still ist und man merkt, dass nun wirklich Weihnachten ist.

      Summend gehe ich nach Hause.

      Leise rieselt der Schnee,
      Still und starr ruht der See.
      Weihnachtlich glänzet der Wald,
      Freue dich s’Christkind kommt bald.“