11. Türchen

      Eri, Kogoro und das Missverständnis an Weihnachten (Teil 2)
      英理と小五郎と誤解のクリスマス (後編)

      Eri trat wieder auf den Platz vor dem Hotel. Es war, als wäre eine Granate in ihrer Nähe eingeschlagen. Ihre Ohren klingelten und ihr Blick verschwamm, was allerdings auch an den Tränen lag, die sie nicht zurückhalten konnte. Sie begann sich in Bewegung zu setzen. Sie hatte kein Ziel, sie dachte gar nicht darüber nach wohin sie ging, Eri wollte einfach weg von diesem Ort. Inzwischen war es nicht nur kalt, sondern auch noch unangenehm windig. Dadurch flog der fallende Schnee den Passanten unangenehm ins Gesicht, was Eri aber gar nicht wahrnahm.

      Kogoro wollte sie vergessen, er wollte nicht über sie nachdenken. Aber warum?! Es war noch gar nicht so lange her, da hatte er sie um einen Neuanfang gebeten, da wollte er das sie nach Hause kommt, damals als Conan noch da war. Eri hatte die Aufnahme sogar noch, manchmal hatte sie sie sich angehört und die Aufrichtigkeit und Sehnsucht in seiner Stimme genossen, denn das war mehr der Kogoro in den sie sich vor Urzeiten mal verliebt hatte. Was hatte sich geändert? Auch wenn er an ihrem Geburtstag spektakulär versagt hatte, er hatte ja immerhin die besten Absichten. Und als er den ganzen Tag in der Pachinko-Spielhalle verschwendet hatte als sie im Krankenhaus war, war er sofort zu ihr hingehetzt als er davon erfahren hatte, auch wenn er dann Witze auf ihre Kosten gerissen hatte. Und jetzt das? Gerade als Eri dachte, dieses Weihnachten könnte nicht schlimmer werden, tadaa, Kogoro Mori, meine Damen und Herren, mit der Methode um alles noch schlimmer zu machen. Applaus, Applaus, Applaus!

      Plötzlich tauchte vor Eri eine Wand auf. Sie blieb stehen, schaute sich um und erschrak sich kurz. Eri war so in ihre Gedanken versunken, dass sie in einige Seitengassen gewandert war und nun in einer Sackgasse stand. Auch das noch. Sie schüttelte sich kurz und beschloss zu ihrem Auto zu gehen und nach Hause zu fahren, sich ins Bett zu legen und unter ihrer Bettdecke die Welt zu ignorieren, als wäre sie wieder ein Teenager. Gerade als sie sich umdrehte, hörte Eri ein Stöhnen. Aus purem Instinkt nahm Eri eine Kampfposition ein, bereit ihre Judokenntnisse anzuwenden. Spät Abends, eine Frau alleine in einer dunklen Gasse, der ideale Stoff für den Beginn eines Krimis. Darauf hatte Eri momentan aber keine Lust, denn in diesem Fall wäre sie das Mordopfer.

      Das Stöhnen kam näher und war jetzt um die Ecke zur Sackgasse gekommen. Eri hatte einiges erwartet: einen Betrunkenen, der einfach weitertorkelt, einen aggressiven Schläger, der jemanden zum Abreagieren sucht, aber was dann tatsächlich um die Ecke kam, damit hatte sie nicht gerechnet. Denn die Person ging nicht aufrecht, sondern kroch auf dem Boden, weswegen Eri sie auch erst nicht sah. Sie war etwas verwirrt, denn warum jemand bei Schnee und Eis auf dem Boden kriechen sollte erschloss sich ihr in diesem Moment nicht (dass es auch bei Sommerwetter ziemlich unsinnig war, auf Asphalt zu kriechen, kam ihr im Adrenalinrausch nicht in den Sinn). Langsam nähert sich Eri der Person am Boden. Sollte es wirklich ein Betrunkener sein, der vielleicht einfach nicht mehr stehen konnte, dann brauchte die Person Hilfe und zwar dringend.

      Nach einigen Schritten fiel ihr ein furchtbares Detail auf: der Mann (dass es ein Mann war konnte sie inzwischen recht deutlich erkennen) zog eine Blutspur hinter sich her. Geschockt davon, lief Eri noch schneller auf den Mann zu, nur um sofort den nächsten Schock zu erleiden.
      "Kogoro!!" Eris Schrei hallte durch die Gassen als sie zu ihren verletzten Ehemann sprintete. Sie kniete sich neben ihn; Kogoro blutete aus dem Kopf, die Wunde sah an sich allerdings nicht sehr schlimm aus, sie blutete nur viel.

      "E...Eri...?", fragte Kogoro hörbar verwirrt und weniger betrunken als in der Bar. Scheinbar hatte der Schlag auf seinen Hinterkopf auch bei ihm einen Adrenalinrausch ausgelöst und ihn zumindest einigermaßen nüchtern werden lassen.

      "Ruhig, Kogoro, bleib ganz ruhig. Du blutest stark, ich rufe eine Krankenwagen", versuchte Eri ihren Mann zu beruhigen und fummelte ihr Smartphone aus der Manteltasche.

      Zwei Stunden später saßen die Beiden im Universitätsklinikum der Beika Universität. Kogoros Kopf war inzwischen mit einem Verband versorgt worden; mit einer Schleife könnte man seinen Kopf fast für ein Weihnachtsgeschenk halten. Ein Streifenpolizist nahm gerade Kogoros Anzeige auf. Das Schnittchen, dass er in der Bar abgeschleppt hatte, hatte ihn in einer Gasse mit einem Knüppel von hinten angegriffen und ihm sowohl sein Handy, als auch seine Brieftasche geklaut. Er kannte ihren Namen nicht ("Ich hab halt nicht gefragt."), deshalb musste sich der Polizist mit einer Beschreibung begnügen. Kogoro konnte trotz Kopfverletzung mehr Details zu dem Schnittchen angeben, als Eri bei ihrer kurzen Beobachtung der beiden erhaschen konnte, weswegen sie ihre Anwesenheit in der Bar nicht erwähnte. Nachdem der Polizist abgezogen war, gab der behandelnde Arzt Kogoro noch ein Schmerzmittel und schickte ihn nach Hause, denn das Krankenhaus quoll quasi über, weswegen harmlosere Fälle wie seiner nicht stationär behandelt wurden. Um ganz sicher zu gehen, dass Kogoro auch wirklich wohlbehalten Zuhause ankam, rief Eri ein Taxi und begleitete ihn zurück nach Hause.

      Wenig später befanden sich die Zwei auch schon im Wohnzimmer von Kogoros und Rans Apartment, wobei letztere in diesem Moment wohl einen angenehmen Nachmittag in Los Angeles genoss. Kogoro saß am Tisch in der Mitte des Raums und hielt sich den Kopf. Eri kam aus der Küche mit einem Glas Wasser, damit Kogoro die Schmerztablette, die ihm verschrieben wurde, leichter schlucken konnte. Sie reichte ihm das Glas, worauf Kogoro etwas grummelte, dass man als Danke hätte interpretieren können, und nahm die Tablette zu sich.

      "Na, da kann ich wohl echt von Glück reden, was?", fragte Kogoro. "Wie groß war schon die Wahrscheinlichkeit, dass mich jemand in der Gasse findet, ganz zu schweigen davon, dass ausgerechnet du mich findest."

      Eri zuckte mit den Schultern. "So unwahrscheinlich ist das gar nicht, mein Büro ist immerhin ganz in der Nähe ... naja, ist ja auch egal. Ich werde jetzt gehen. Leg dich hin und mach was der Doktor dir gesagt hat." Sie drehte sich um und ging auf die Tür zu.

      "Warte, warte mal!", rief Kogoro. "Willst ... ich meine ... wie wäre es, wenn du noch ein bisschen bleibst? Ich könnte ein wenig Gesellschaft vertragen, gerade an diesen Weihnachtstagen, es ist so leise hier ohne Conan und Ran..."

      "Ach ja?" Eri musste erstmal tief Luft holen. "Weißt du ... ich war in der Bar. Ich war da, als du dich mit dieser Frau getroffen hast."

      "Du warst...?"

      "Ich hab auch gehört, was du gesagt hast", unterbrach ihn Eri. "Da wolltest du mich noch vergessen und wolltest nicht über mich nachdenken. Tja, und die nächstbeste Braut brät dir eine über und schon bin ich wieder gut genug für dich? Danke, nein danke. Du hattest genug Zeit mich anzurufen und mit mir Zeit zu verbringen, aber das hast du nicht getan." Sie ging wieder auf die Tür zu.

      "Ich wollte dich ja anrufen ... ich hab das Telefon so oft, so lange angestarrt, aber ... naja ... und dann, als ich dich persönlich fragen wollte ... ach, was soll's...", sagte Kogoro kleinlaut, als Eri schon den Türgriff in der Hand hatte. Der Teil mit dem Telefon kam ihr doch irgendwie bekannt vor...

      Sie drehte sich um, ging wieder ein Stück in das Wohnzimmer rein und lehnte sich gegen die Wand. "Na schön, ich will mal nicht so sein. Also, was war als du mich persönlich fragen wolltest? Warum hast du es nicht getan?" Das hätte ich nämlich sehr schön gefunden, fügte sie in Gedanken hinzu und hoffte inständig, dass er an dem Tag nicht einfach nur zu betrunken war um das Haus zu verlassen.

      Kogoro kratzte sich am Hinterkopf. Offensichtlich rang er sich gerade dazu die Geschichte zu erzählen, was Eris Hoffnungen sofort wieder senkte. Wenn er sich schon durchringen musste ... da schaffte es Kogoro auch schon, den Kiefer auseinander zu kriegen. "Naja ... also, dass war so ... ich wollte dich einladen, mit mir heute essen zu gehen ... und naja, auch morgen vielleicht, ich hatte zwar für den Tag keinen genauen Plan, aber naja, ich hatte gehofft ... ach, keine Ahnung. Ich hab dir sogar ein Geschenk gekauft..." Kogoro kratzte sich erneut am Hinterkopf. "Ich hatte keine Lust mehr die ganze Zeit auf das Telefon zu starren, also bin ich vor einer Woche zu deinem Bürogebäude gegangen, um dich persönlich zu fragen, wie gesagt ... ich stand schon draußen vor der Tür, da hab ich noch kurz durch die Glasfront in die Lobby geschaut ... und naja, da hab ich dich gesehen. Mit diesem Typen..."

      Diesem Typen? Eri durchsuchte ihre Erinnerung. Wen könnte er gemeint haben? Moment ... vor einer Woche ... doch nicht etwa?!

      "Du hast bis über beide Ohren gestrahlt, weil er dir Blumen geschenkt hat", erzählte Kogoro weiter. "Naja, ich bin ja nicht von gestern ... ich hab eins und eins zusammengezählt und bin abgezogen ... in die nächste Bar..."

      So ist das also, deshalb konnte sie ihn an diesem Tag nicht erreichen. Diese Information registrierte Eri zwar in ihrem Hinterkopf, aber gerade war sie mit anderen Gedanken beschäftigt. "Du ... du ... Kogoro, also ... ich muss schon zugeben..."

      Kogoro zuckte mit den Schultern. "Naja, ich wollte keine Szene machen, kein Grund sprachlos zu sein..."

      "Keine Szene, ah ja, soso..." Eri ballte wieder die Fäuste. "Nein, deswegen bin ich nicht sprachlos. Ich bin sprachlos, weil ... weil ... WEIL DU SO EIN UNGLAUBLICHER, KOMPLETTER, VOLLSTÄNDIGER IDIOT BIST!!" Das hatten wahrscheinlich auch die Nachbarn gehört oder sie waren jetzt zumindest wach.

      "W-was...?"

      "Der Mann, der mir vor einer Woche Blumen geschenkt hat, war Atsunori Nabei, ein Klient von mir. Ich habe ihn vor Gericht vor einer langen Haftstrafe bewahrt und mit den Blumen wollte er sich bedanken." Eri musste sich stark zusammenreißen nicht weiterhin zu schreien. "Ich dachte, du ließt gezielt über alle meine Fälle in der Zeitung. Stand ganz groß drin, war nicht zu übersehen. Oder du hast damit inzwischen aufgehört..."

      "Nein, so ist das nicht." Kogoro vergrub sein entsetztes Gesicht in seinen Händen. "Es ist nur so ... Ran verbringt so viel Zeit außer Haus in diesen Tagen und sie hatte mir oft die Zeitung mitgebracht, aber momentan stellt sie mir immer nur ein paar Mahlzeiten in den Kühlschrank und verabschiedet sich den ganzen Tag, kommt nach der Schule nicht nach Hause und bleibt sogar über Nacht weg ... Ach, weißt du Paps, wir machen immer Hausaufgaben und wenn da wird es immer so spät wird, naja, dann ist es doch viel praktischer wenn ich einfach bei Shinichi übernachte. Abends ist es immer so kalt, es liegt so viel Schnee und die Villa hat doch genug Schlafzimmer und..."

      "Lenk nicht vom Thema ab!", unterbrach Eri Kogoros Klagelied und seine halbherzige Ran-Nachahmung (natürlich war absolut nichts davon neu für Eri und wenn Kogoro nicht immer gleich ausrasten würde, würde Ran ihm auch noch mehr erzählen). "Wir waren gerade dabei festzustellen, was für ein Riesenidiot du bist. Also, Fazit deiner Erzählung: du siehst mich mit einem Mann, er schenkt mir Blumen und ich sehe glücklich aus. Deine Schlussfolgerung: Beziehung." Eri schüttelte mehrmals den Kopf. "Ich fass es einfach nicht ... beschwerst dich bei diesem Schnittchen über Shinichi und bezeichnest ihn als drittklassigen Detektiv-Loverboy, kriegst aber selbst nicht mal mehr die einfachsten Sachen auf die Kette. Wann hast du eigentlich das letzte Mal einen Fall gelöst, hm? Die Zeitung machen sich auch schon über dich lustig; 'Der Schlafende Kogoro leidet wohl an Insomnie', und das war noch einer der freundlicheren Artikel..."

      "Ja doch, ja doch, ist ja schon gut..." Kogoro blickte zu ihr auf. "Ich hab einen Fehler gemacht, okay? Ich hab mal wieder die falschen Schlüsse gezogen, ich sehe es ja ein... aber dann musst du auch verstehen..."

      "Was muss ich verstehen, hm? Das du die Kleine in der Bar nur abgeschleppt hast, weil ich es zuerst getan habe? Das macht es okay, willst du das sagen?"

      "Nein, versteh doch ... klar, vor allem bin ich mit dieser Dame mitgegangen, weil ich betrunken war, aber ... naja, ich war auch verletzt, weil ich eben dachte, dass es für dich endgültig aus ist ... dass ich es endgültig vermasselt habe und dich endgültig verloren hätte. Ich weiß, dass entschuldigt nichts und es macht mein Handeln auch nicht okay, aber bitte, du musst mir glauben, selbst wenn du mit diesem Nabei in einer Beziehung gewesen wärest, hätte ich nüchtern niemals etwas mit einer anderen Frau angefangen, solange wir noch verheiratet sind. Bitte, Eri, dass schwöre ich bei allem!"

      Eri drehte sich weg von ihm. Was sollte sie davon halten? Einerseits war es schön ihn so offen und ehrlich reden zu hören und er schien auch tatsächlich ehrliche Reue zu empfinden ... und auch ein bisschen Freude darüber, dass sie in keiner neuen Beziehung war, meinte Eri in seiner Stimme erkannt zu haben. Andererseits war er kurz davor sie zu betrügen... zugeben, nur weil er emotional verletzt war (seine eigene Schuld) und weil er unzurechnungsfähig war (Schuld des Alkohols; ergo seine eigene Schuld), aber naja ... irgendwie konnte sie ihm nicht wirklich böse sein. Wie er das schon wieder geschafft hatte, verstand Eri selber nicht so ganz.

      "Ich werde jetzt gehen...", sagte Eri.

      "Eri, bitte. Ich... kannst du nicht noch ein wenig bleiben? Wir könnten noch ein bisschen plaudern, naja, über dies und das eben ... ich, ähm, also ... wie gesagt, es ist so schrecklich still hier, seit Ran immer öfter wegbleibt ... manchmal wünsche ich mir fast, Conan wäre nicht zu seinen Eltern in die USA zurückgegangen, wer hätte das gedacht ... und ... also, was ich sagen will ... ich vermisse dich. Das hab dir schon mal gesagt, aber du hattest Kopfhörer auf, dass hatte ich nicht bemerkt, von daher sage ich es jetzt nochmal: du fehlst mir." War es die Reue, die Kopfverletzung oder das Schmerzmittel, die Kogoro momentan so ehrlich und offenherzig werden ließ? Oder vielleicht alles zusammen?

      "Ich sag dir was", fing Eri an und drehte sich wieder zu Kogoro um. "Ich hab auch sehr lange auf mein Telefon gestarrt und hab mich ebenfalls nur einmal dazu durchgerungen, einen Kontaktversuch zu unternehmen. Und aus Frustration darüber, habe ich dir kein Geschenk gekauft. Deshalb werde ich dir einen Vorschlag schenken: es ist schon spät, ich gehe jetzt und fahre nach Hause. Aber morgen, morgen darfst du mich zum Essen einladen. Und du darfst mir dein Geschenk schenken. Und dann sehen wir mal weiter; das ist mein äußerst großzügiges und vor allem einmaliges Geschenk an dich diese Jahr, also, versau das nicht." Damit ging sie wieder zur Tür und verließ die Wohnung diesmal auch. Da sie sich nicht mehr umdrehte, sah sie das kleine Lächeln auf seinem Gesicht nicht mehr.

      Den 26. Dezember, der Tag, der für Paare gedacht war, verbrachten Eri und Kogoro dann tatsächlich fast vollständig zusammen. Einkaufsbummel, Essen gehen und so weiter; das volle Programm und Kogoro schaffte es wirklich, dass Eri es nicht bereute ihm diese zweite Chance gegeben zu haben. Sogar das Geschenk war diesmal das Richtige und er versuchte auch nicht, vorher ihre Erwartungen zu senken. Und Eri freute sich sehr darüber.

      ***

      Die Villa von Yusaku und Yukiko Kudo, Los Angeles, 15 Uhr Ortszeit. Zum gefühlt hundertsten Mal hörte Ran das Rufzeichen klingeln, bevor sie erneut frustriert auflegte.

      "Komisch", sagte Ran zu Shinichi, der neben ihr auf dem Sofa saß und gerade in Agatha Christies Roman Alibi vertieft war, "ich kann Mama nirgendwo erreichen. Weder in ihrer Wohnung, noch in der Kanzlei geht sie ans Telefon und ihr Handy ist abgeschaltet. In Japan ist es doch schon 8 Uhr morgens am 27. Dezember; normalerweise ist sie um diese Zeit doch schon längst wach ... Menno, ich wollte sie doch fragen, ob Paps sich doch noch dazu durchgerungen hat, mit ihr etwas an Weihnachten zu unternehmen..."

      "Vielleicht ist sie gerade auf dem Weg von ihrer Wohnung zur Kanzlei und ihr Handy hat einfach nur keinen Akku mehr...", sagte Shinichi während er die Seite umblätterte, den Blick immer noch auf das Buch gerichtet. "Obwohl, dass kann ich mir bei deiner Mutter eigentlich nicht vorstellen, über Handy ist sie doch eigentlich immer zu erreichen ... naja, vielleicht hat sie gestern den ganzen Tag mit deinem Vater verbracht und ist über Nacht bei ihm geblieben ... urgh ..." Shinichi schüttelte sich, scheinbar bemüht diesen Gedanken aus dem Kopf zu kriegen.

      "Ach, Shinichi, sei doch nicht albern!", entfuhr es Ran und sie gab ihm einen sanften Klaps auf den Arm. Nun starrte sie wieder auf das Telefon. Nein, das konnte doch nicht sein ... oder ...? Ran spürte wie sie leicht errötete; schnell wählte sie die Nummer von ihrem Zuhause. Schon nach dem dritten Klingeln hörte sie eine Stimme von der anderen Seite der Leitung.

      "Hier bei Kogoro Mori, Eri Kisaki am Apparat. Mit wem spreche ich?"

      ~~Ende~~

      Heyo, ich hoffe dieser Zweiteiler hat euch gefallen. Um ehrlich zu sein, war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob Eris Entscheidung Kogoro noch eine Chance zu geben, nachvollziehbar genug war bzw. ob es nicht ein bisschen zu aufgesetzt wirkt. Aber am Ende war ich dann doch ganz zufrieden mit der Auflösung der Situation, ich hoffe, dass ihr das auch seit. Wenn ihr noch mehr wollt, dann achtet darauf das 18. Türchen zu öffnen, wo ich mich mit einem weihnachtlichen Oneshot mit Jodie und Okiya zurückmelden werde.
      Also mir als Kogoro und Eri Fan hat deine Geschichte super gefallen. Eine gute Idee etwas zu schreiben wie eine mögliche Wiederannäherung ausfallen könnte, wenn Ran und Shinichi in Zukunft dann mal irgendwann (im nächsten Jahrhundert xD) zusammen kommen. Ist alles logisch durchdacht. Vor allem auch ein schöner Schluss mit Ran, die dann durch den Telefonanruf sicher gehen kann, das ihre Eltern endlich wieder zusammen gefunden haben. Das hat sie sich ja schon ewig gewünscht.
      Waren wirklich zwei sehr schöne Türchen. :)

      The truth is still out there!!!
      Also mir hat dieser zweite Teil ebenfalls gut gefallen, sprachlich schön geschrieben, wie schon der erste Teil. Mir kam Eris Entscheidung btw. nicht aufgesetzt vor, sondern schien die Entwicklung schon passend zu sein. Klar, Kogoro hat sich falsch verhalten und insofern wäre es rational gewesen, wenn sie ihm einen Korb gegeben hätte. Aber genau solche kleinen Irrationalitäten gehören doch zu Beziehungen dazu, von daher fand ich die Entwicklung zwischen den beiden überzeugend.
      Insgesamt zwei schöne Türchen :thumbup: