Ein Leben nach dem Tod?

      Ein Leben nach dem Tod?

      Denkst du, dass ein Leben nach dem Tode existieren könnte? 9
      1.  
        Ja! (4) 44%
      2.  
        Eher nicht (4) 44%
      3.  
        Keine Ahnung/Ist mir egal (1) 11%
      Oder eher: "Ein Leben nach dem Sterben?" ^^

      Das obligatorische Thema neben der Religion... :D Allerdings halte ich es gerade in einem Forum über Kriminalliteratur für geeignet, ist es doch vor allem dort ein allgegenwärtiges Element.
      Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod? Wenn ja, wie sieht es eurer Ansicht nach aus? Ist es ewig oder ebenfalls begrenzt? Ist es an eine Religion, der ihr angehört, gebunden oder entstammt es der eigenen Vorstellung?

      Ich persönlich glaube, dass nach dem Ableben nichts für die jeweilige Person folgen wird. In meinen Augen sind wir das, als was uns die moderne Wissenschaft weitestgehend beschreiben kann: Von der Natur geformte Organismen, deren jegliche Aktivitäten auf die Einwirkung von Reizen zurückgeführt werden kann, die vom Gehirn verarbeitet werden und ab Hirntod vollständig zum Erliegen kommen - die Sinne sind fort und die Erinnerungen verloren; die Grundbausteine unseres Bewusstseins verschwinden. Ergo sieht, hört, riecht und fühlt man nichts mehr und es ist kein (funktionierendes) Gehirn mehr vorhanden, das dazu imstande wäre, diese Informationen zu verarbeiten und uns als Organismus dazu befähigt, eine Reaktion an die Umwelt abzugeben.

      Diese Vorstellung trage ich persönlich nahezu schon immer mit mir herum - einerseits sicherlich begünstigt durch meine Erziehung (die absolut frei von jeglichen religiösen Themen war, sieht man im Entferntesten mal von Weihnachtsfeiern ab XD und dass ich mich selber gerne über das Thema Religion belese), andererseits aufgrund eigener Erfahrungen. Ich "durfte" bereits mehrere Male in meinem Leben ziemlich nahe an die Grenze zum Tod kommen, wenn man so will und da war überhaupt nichts - nichts, dessen ich mich entsinnen könnte; nicht einmal eine gefühlte Zeit, die vergangen wäre. Kein Traum, kein Lichttunnel und/oder verstorbene Familienangehörige, die auf einen warten oder sonstige Nahtoderfahrungen irgendwelcher Art. Es war, als wäre eine Filmrolle an einem Zeitpunkt gerissen, dann fehlt ein ganzes Stück und der Teil, ab dem ich wieder aufgewacht bin, wurde ans abgerissene Ende geklebt. Ich denke, exakt so wird es auch sein, wenn wir irgendwann nicht mehr sind, nur gibt es dann eben keine Fortsetzung der "Filmrolle", egal ab welchem Punkt. ^^

      Mir wurde schon oft gesagt, dass das eine ziemlich trostlose Vorstellung vom Tode sein muss, an einen vollständigen Verlust der eigenen Existenz zu glauben. Allerdings sehe ich es eher positiv: Krankheit und Schmerz spielen keine Rolle mehr (auch wenn jeder, der an ein positiv konnotiertes Jenseits bzw. ein Paradies glaubt, wohl das Selbe sagen würde). Diese uns gegebene Lebenszeit wird ebenso wesentlich wertvoller, da es kein endloses Davor und Danach gibt - weshalb man das eigene Dasein umso mehr schätzen und nutzen sollte, denn irgendwann ist die Zeit, hart ausgedrückt, einfach rum. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ein tatsächlich ewiges Nachleben so berauschend ist. Man muss sich nur einmal versuchen vorzustellen, was es bedeuten würde, eine Ewigkeit wo auch immer zu verweilen. Bei aller paradiesischer Freude wäre dann wohl irgendwann die Luft raus. :D
      (Und sollte das postulierte Paradies einem "verhindern", dass man sich je langweilt und einem immer wieder Freude an den selben Dingen bringen: Wo ist da der Sinn? Und wäre das nicht eine Form des Selbstbetruges?)

      Nun, wie denkt ihr darüber? Viel Spaß beim Mitteilen und Diskutieren.
      Wie immer gilt: Es ist natürlich legitim, seine Zweifel an den Ansichten anderer kund zu tun, aber man sollte dabei schon sachlich bleiben und keinen halben Glaubenskrieg vom Zaun brechen. Letzten Endes hat keiner von uns endgültige (Gegen-)Beweise für irgendeine Ansicht zu diesem Thema.

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      Also ich weiß nicht was nach dem Tod kommt, ob etwas nach dem Tod kommt. Ich habe berufsbedingt und auch schon persönlich einige Menschen sterben sehen. Fast alle hatten dabei am Ende einen friedlichen Ausdruck im Gesicht, ja manche sogar ein angedeutetes Lächeln. Warum das so ist, weiß ich nicht, ob sie in ihren letzten Minuten noch Bilder oder wirklich etwas erleben und sehen. Ich weiß auch nicht, ob ich das ganze so nüchtern sehen kann, in der Hinsicht ob einen das Gehirn da nur einen Streich spielt, damit es wohl leichter ist. Neben deiner Todeserfahrung Puzzle, gibts ja auch all die anderen, die eben ein Licht sehen, oder Angehörige.
      Als mein Vater gestorben ist, da hatte ich in der Nacht das Gefühl, als wäre er noch bei mir. Wenn man mir das als Einbildung auslegen will, mag das so sein, aber es war ein ganz eigenes Gefühl, das ich noch nie so kannte. Es beruhgte mich irgendwie. Weil er es endlich geschafft hatte seinem Leid zu entkommen und einfach weil ich durch das Gefühl vermittelt bekam, er ist da wo es ihm jetzt gut geht. Jedenfalls hoffe ich das irgendwie. Hoffnung ist ja nix verkehrtes.
      Auch ein paar einzelne Erlebnisse bei meinen Schützlingen im Seniorenheim haben mich schon stutzig werden lassen.
      Da war z. B. eine alte, blinde, bettlägrige Frau, nicht dement, sie wusste noch ganz genau was sie sagte. War über 90 Jahre. Eines Morgens war eine andere Frau verstorben. Diese Frau, hat die blinde Frau in keinster Weise gekannt. Es war jetzt auch nicht ab zu sehen, das jene Frau in kurzer Zeit sterben würde, so das die blinde Frau irgendwelche Gesprächsfetzen hätte aufnehmen können. Sie hatte überhaupt keinen Bezug zu ihr gehabt. Jedenfalls habe ich die Frau morgens tot gefunden. Ich benachrichtigte meine Kollegin, die mich ganz seltsam ansah und meinte, sie müsse mich doch jetzt mal kurz zu der blinden Frau mitnehmen. Ich wusste nicht warum, ging aber mit. Und meine Kollegin, die schon früh um fünf mit ihrem Dienst begonnen hatte, fragte die blinde Frau nur: " Hallo, Frau... was haben sie mir heute Morgen denn gesagt, worüber haben wir gesprochen?" Und da sagte die blinde Frau so ganz selbstverständlich:" Na das der Tod rumgeht."
      Also, diese Frau war nicht dement. Diesen Satz hatte sie vorher noch nie gesagt, oder hatte dbzgl. irgendwelche Anwandlungen.
      Ich kanns mir bis heute nicht erklären warum diese blinde Frau das irgendwie wusste oder gespührt hat.
      Das hat mir sehr zu denken gegeben. Denn es wäre schon ein wirklich großer Zufallstreffer. Und warum sollte sie das denn plötzlich so sagen. Im Altenheim sterben zwar Menschen, aber das nicht jeden Tag, jede Woche, oder es vergeht auch mal der ein oder andere Monat ohne Todesfall.
      Ach ja und das eine Mal war auch wirklich seltsam. Ich bin bei einer im sterben liegenden Frau am Bett gesessen und wie aus heiterem Himmel viel plötzlich der Blumentopf vom Fensterbrett, der dort schon eine Ewigkeit gestanden hatte. Nicht verrutscht oder irgendwie unsicher am Rand hängend. Es fuhr kein Laster vorbei, keine Hauptstraße. Es war ruhig, nur sie und ich im Zimmer und plötzlich lag er unten.
      Es gibt auch noch andere Erlebnisse, welche man aber schon in irgendeiner Weise erklären könnte. Doch die beiden, das war wirklich seltsam.
      Naja und deswegen kann ich nicht sagen was nach dem Tod kommt. Ich kann nicht sagen es kommt nix und ich kann nicht sagen es kommt was. Wobei ich leicht dazu tendiere das man vielleicht in einer anderen Art und Weise weiterlebt, die nix mehr mit Mensch sein zu tun hat, weil du ja meintest Puzzle wegen den Verlust der Sinne usw. Aber wissen tut das niemand.
      Erst Recht nicht der Papst :D oder irgendeine andere Religion, oder Sekte.
      Ich bin aber auch dafür das man die Zeit hier so gut es geht nutzt.
      Ich habe soviele Lebensgeschichten durch meinen Beruf gehört und erlebt. Viele Menschen sagen: Hätte ich doch. Und das mehr als: Hätte ich doch nicht.
      Viele haben ihre Werte an materiellen Dingen festgemacht, die aber ihnen dann im Alter nichts mehr bringen. Das kanns nicht im Leben sein. Haus, Auto oder 2, oder was man sonst noch zum angeblich glücklichen Leben braucht. Am Ende nutzt das einen sehr wenig. Die Menschen die zu einem stehen wenn es einem nicht gut geht, oder man eine Krise durchmacht, diese Menschen sind wertvoll. Und so wie ich das sehe ist das leider nicht die Mehrheit auf der Welt.
      Trotzdem habe ich in meinem persönlichen sowie auch in meinem beruflichen Umfeld solche Menschen und das macht einem bei der ganzen beschissenen Weltlage dann doch noch irgendwie Mut. :)
      Also unterstütze ich das Motto: Lebe heute und nicht Morgen. Das ist nicht einfach und man tut sich schwer damit, ich versuche es so gut es geht.xD
      Wenn es dann nach dem Tod weitergehen sollte, dann ist es o.k., wenn nicht hoffe ich doch das ich auch mit einem Lächeln einschlafen kann.

      The truth is still out there!!!
      Danke für deinen ausführlichen und schönen Beitrag, wutz. Ich habe einmal eine Umfrage im Startbeitrag ergänzt.

      Merkwürdige Ereignisse habe ich im Zusammenhang mit Todesfällen auch schon sowohl selbst erlebt, als auch übermittelt bekommen. Eines Morgens fuhr ein Krankenwagen an unserem Zuhause vorbei, als meine Mutter und ich gerade frühstückten - diese wurde auf einmal ganz komisch und unterbrach das Essen. Dass Krankenwagen am Haus meiner Eltern vorbeifahren, ist keine Seltenheit, schlussendlich liegt das Gebäude an einer Hauptstraße - man hört/sieht da nahezu jeden Tag Kranken-, Streifen- und Feuerwehrwagen vorbeifahren, meist auch mehrmals. Ich fragte sie, was los sei, worauf sie meinte, dass sie ein ganz komisches Gefühl bei dem Wagen gehabt habe. Unmittelbar danach erreichte uns ein Anruf meiner Tante, dass mein Opa mütterlicherseits - der eine wichtige Person in meinem Leben und wie ein zweiter Vater war - eben einen schweren Schlaganfall erlitten hat und vom Notarzt mitgenommen wurde. Da er relativ in der Nähe wohnt und der Krankenwagen aus exakt der Richtung kam und er auf dem Weg zum Hospital an meinem Elternhaus vorbeifahren muss, muss mein Opa in genau jenem Krankenwagen gelegen haben. Wie meine Mutter das, sagen wir mal, erahnen konnte, verstehe ich bis heute nicht ganz. Sie holte mich dann am Nachmittag von der Schule ab und hatte Tränen in den Augen, da konnte ich mir dann auch schon denken, was passiert war.

      Allerdings war es damit dann noch nicht ganz getan: Am folgenden Abend ist die Uhr, welche eben jener Opa meiner Mutter einst geschenkt hatte, stehengeblieben, obwohl sie die Batterien erst vor Kurzem gewechselt hatte. Das ist ja ebenfalls ein ziemlich häufig berichtetes Phänomen, wobei die Uhren bei den meisten Familien aber angeblich genau in dem Moment stehenbleiben, wenn der/die Angehörige verstorben ist. In dem Fall halte ich es wirklich nur für einen schlichten Zufall; die Uhr war auch nicht mehr die neueste. Vom Übernatürlichen oder von einem Weiterexistieren nach dem Tode haben mich beide Vorfälle nicht überzeugt. Ich denke persönlich, dass es auch für das vorherige Beispiel eine gute Erklärung geben wird (wie eben eine schlichte Koinzidenz). Selbst wenn es etwas Übernatürliches belegen würde, wäre es eher Telepathie als ein Nachleben.

      Ansonsten kenne ich primär Berichte aus zweiter und dritter Hand - das ist natürlich ohnehin mit Vorsicht zu genießen (ungenaue Erinnerung, Missinterpretation realer Ereignisse, Stille-Post-Prinzip, ...); beispielsweise das Phänomen, dass ältere Leute wohl nicht selten ihren baldigen Tod kommen sehen - selbst wenn sie augenscheinlich putzmunter sind - und dass sie dies wie instinktiv anfangen mit Metaphern zu umschreiben ("Bald werde ich abgeholt" oder "Ich gehe doch bald auf Reisen") - vielleicht ist dir das vom beruflichen Umfeld vertraut, da es garnicht mal so selten sein soll - hier hat man auch einen Artikel dazu. Persönlich denke ich jedoch, dass das in der Tat eine unterbewusste Reaktion des eigenen Körpers/Gehirns ist, der eventuell tatsächlich erste Anzeichen des eigenen Sterbens erkennt und dies versucht, der Umwelt zu verstehen zu geben, dass er bald nicht mehr da ist; also potentiell biologisch/neurologisch erklärbar ist. Außerdem finde ich es oft vage, wenn davon berichtet wird, dass die jeweilige Person "bald darauf" verstorben ist, da man "bald" natürlich sehr unterschiedlich interpretieren kann. Interessant ist es natürlich trotzdem, dass es so etwas gibt und offenbar ist es auch noch nicht wirklich geklärt.

      Ähnlich ist es auch mit ziemlich gruseligen Berichten wie beispielsweise jenen, bei denen ältere Angehörige beim Besuch ängstlich fragen, wieso man diese Männer/Menschen/Wesen in den grauen/schwarzen Anzügen mitgebracht habe, die da hinter einem stehen, obwohl da gar niemand weiter ist, sie sonst nie so etwas erzählt haben und ebenfalls klar im Kopf waren - und nur wenig später verstarb die Person dann auch. Möglicherweise handelt es sich hier ebenso um eine Einbildung, die durch Vorahnungen des eigenen Organismus ausgelöst werden oder dergleichen. Wie man sieht, sind das allerdings natürlich auch nur Mutmaßungen und ich habe auch nicht genug Einblick in die körperlichen Prozesse, um damit zu argumentieren. Aber für mich selbst wäre es eine nachvollziehbare Lösung.

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      Ja, die Erlebnisse, oder diese Phänomene mit der Uhr, oder dem plötlich auftauchenden schwarz gekleideten Mann im Zimmer, das kann ich bestätigen. Das mit der Uhr ist seltsam. Kann natürlich Zufall sein, aber es passiert ja jetzt nicht selten. Kann es natürlich auch irgendeine noch nicht entdeckte Erklärung geben. Man weiß es einach nicht.
      Kann mich nur an eine Frau erinnern, die in der Nachtschicht immer läutete und mich doch bat diese ganzen schwarz gekleideten Leute aus ihrem Zimmer zu entfernen, sie könne nicht schlafen.
      War da alleine im Nachtdienst. Sah um mich herum natürlich niemand. Das hatte auch eine ganz eigene Atmosphäre. xD Habe sie dann einmal gefragt, was denn diese Leute da machen in ihrem Zimmer. Sie antwortete mir das einige bügeln. Also da hab ich mir dann gedacht, wenn das wirklich echt sein sollte, dann ist das aber wirklich doof. Im Jenseits muss man immer noch bügeln. :D
      Gut, den ganzen Sachverhalt kann man auch mit Altersschizophrenie erklären. Aber es ist schon seltsam, das die Menschen wirklich Personen, oder eine Person in schwarz sehen, die dann in ihrem Zimmer herum steht. Eine andere Frau meinte mal zu mir, das in dem Eck dort drüben ein Mann steht der überhaupt nichts sage. Nichtmal grüßen würde er. Sie war sichtlich verärgert. xD
      Und in einer anderen Nachtschicht war ich bei einer Dame, die war auch vollster Pflegefall und die betete die ganze Nacht das "Gegrüßet seist du Maria". Aber wirklich voll durch, jede Nacht. Doch einmal schaute sie mich plötzlich an, unterbrach ihren Vortrag und meinte aus heiterem Himmel: Dein Opa, er steht hinter dir.
      Das war wirklich gruselig, ich hab da echt ein ganz ungutes Gefühl im Nacken bekommen. Mein Opa war ja da schon verstorben.
      Das war einer meiner ersten Erfahrungen mit dem Tod. Er war auch schon schwach und bettlägrig zum Schluss, auch etwas "verwirrt". An dem Tag an dem er starb schaffte er es jedoch von alleine, ohne das irgendjemand es merkte, bis zum Telefon in der Küche. Ich hab ihn zufällig durch die Türe gesehen und hab mir nur gedacht wie er jetzt nur da hinkam. Er wählte eine 10 stellige Nummer, die Nummer meiner Tante und meinte zu ihr, sie solle doch heute noch kommen, er stirbt heute. Meine Tante hat sich sofort ins Auto gesetzt und kam natürlich. Und wirklich war es dann so auch.
      Viele Leute, die sich nicht mehr mitteilen können warten auf jemanden, damit sie sterben können. Viele, bei denen die Angehörigen am Bett sitzen, die sterben, wenn jene gerade eben mal aus der Türe draussen sind um mal kurz aus zu rasten.
      Es ist ein schwieriges Thema, der Tod. Aber ich glaube vor dem Tod muss man keine Angst haben. Das Sterben ist das, was der wenigere schöne Teil daran ist. Palliativ Medizin erreicht nicht jeden. Scheitert an zuwenig Info, Hausarzt zieht nicht mit, Angehörige wissen nicht bescheid usw.
      Ich bereue es aber nicht, das ich mich mit dem Thema, auch durch den Beruf, beschäftigen muss. Ich glaube das ist sogar ein Vorteil. Es kann einem einige neue Sichtweisen vermitteln, die für einen im persönlichen Leben auch viel bringen können. Ich bewundere die Leute die Hospizarbeit machen, die meisten ja sogar noch ehrenamtlich. Die sind im Dauereinsatz in dem Thema. Und da sterben auch junge Menschen. Bei unseren älteren Herrschaften, die weit über 80 und 90 sind, das ist jetzt meistens Standard, die haben ihr Leben gelebt und man kann sagen sie habens dann auch wirklich geschafft.
      Jedenfalls finde ich es gut, das du einfach mal zu dem Thema einen Thread eröffnet hast, weils eben ein Thema ist, das mich auch beschäftigt.xD

      The truth is still out there!!!
      Interessant sind diese mysteriösen Phänomene auf jeden Fall, egal ob es nun eine natürliche oder überweltliche Erklärung dafür gibt (was eventuell auch einen eigenen eher allgemeineren Parawissenschafts-Thread wert wäre? :D). Und ich finde es auch ganz wichtig - da du sagtest, du fändest es gut, dass dieser Thread eröffnet wurde, da es dich auch selbst beschäftige - dass sich über diese verschiedensten Facetten und Ansichten von Sterben und Tod ausgetauscht werden kann. Ich denke, eine der eher nachteiligsten Punkte an der ganzen Thematik ist diese, vor allem in unseren Breiten, übertriebene Tabuisierung des Themas. Wer sich nicht damit auseinandersetzen mag - in Ordnung, das ist eine rein persönliche Entscheidung - aber es scheint ja ein gesellschaftlicher Sport, direkte Gespräche darüber in der Öffentlichkeit zu meiden, als würde einem nur bei Erwähnung des Wortes "Tod" selbiger sofort anhängen. Natürlich kann man hier, bei solchen Debatten, keinen Konsens oder gar eine endgültige Auflösung des Rätsels "Was kommt nach dem Tod" erwarten (zumindest nicht, bevor er bei einem selbst eintritt ^^), aber es würde für so manche Person sicherlich einmal entlastend wirken, frei über eigene Ängste und auch belastende Erfahrungen nach dem Versterben Nahestehender sprechen zu können. Indem man all das tabuisiert und eher meidet, schafft man meiner Ansicht nach ja nur wieder eine weitere "Mystifizierung" und Unnahbarkeit des Ganzen, was das beklemmende Gefühl gegenüber dem Unbekannten in diesem Punkt nur verstärkt und damit natürlich erst recht Ängste schürt und/oder vergrößert.
      Sehe ich auch so. Wenn man sich von vornherein mit auch negativen Lebensthemen beschäftigt, dann ist man in einer wirklich akuten Situation (und Krankheit und Tod treten ja meist von jetzt auf dann auf) vielleicht schon ein wenig vorbereiteter. Aber ich muss sagen, die meisten Menschen sind einfach so. Ich sehe es an vielen Angehörigen. Wir haben in meiner Arbeitsstätte einen extra Bereich der Gerontopsychatrie. Ich und meine 2 Kolleginnen sind jetzt nicht in der direkten Pflege tätig, wären auf jeden Fall Ansprechpartner für die Angehörigen um ihnen zu erklären warum ihre Mutter mit Demenz sich so verhält. Zusätzlich gibt es einen Angehörigenstammtisch einmal im Monat abends um 18 Uhr. Da sind auch alle Angehörigen eingeladen um solche Themen, Demenz, Tod, Krankheit und sonstiges zu besprechen. Von 100 Menschen die in unserem Heim ihr Zuhause haben kommen von den Angehörigen leider nur zwischen 6 und 8 Leuten. Das ist eigentlich traurig, denn hier könnten sie vieles erfahren was ihnen den Umgang mit der Situation erleichtern könnte.
      Und wie gesagt, in dem Beruf den ich habe muss man sich zwangsläufig mit Tod und Sterben auseinandersetzen und eine Einstellung entwickeln. Man muss ja einen Weg finden damit für sich persönlich um zu gehen. Sonst kann man den Beruf einfach nicht machen. Ich weiß noch wie schwer es war, als ich das erste Mal die Angehörigen anrufen musste, das ihre Mutter jetzt verstorben sei. Da war mir ganu z flau im Magen. Aber es war dann halb so schlimm. Es ist eine traurige Sache - so ist es halt nunmal.
      Mein Facharbeitsthema für meine Weiterbildung war ja dann auch "Suizid im Alter". Also auch wieder was mit Tod. Hatte zwei Selbstmorde in meinem Beruf mitbekommen. Da hatte ich doch schon einges zu der Facharbeit bei zu tragen. "Genau dein Thema" meinte meine bessere Hälfte, als er hörte über was ich schreibe. :D

      The truth is still out there!!!
      Ich habe eine gewisse Angst vor dem Tod entwickelt, sowohl vor meinem als auch den von nahen Verwandten, da ich genauso eine nüchterne Einstellung wie Puzzle dabei habe. Das Ich ist nur ein Sinneseindruck des Gehirns und sobald dieses nicht mehr arbeitet, ist alles, was einen ausmacht, eben auch verloren, so einfach ist das. Egal, wie hoch der Mensch entwickelt ist, ist er auch nur ein normales Lebewesen und im Sinne der Natur nichts Besonderes. Funktionieren überlebenswichtige Teile nicht mehr und der Organismus bricht zusammen, war's das.

      Und das ist auch das, was mir solche Angst bereitet. Dass es irgendwann mit jedem vorbei und er einfach weg ist. Ich habe darüber mit meinem Freund schon mehrmals gesprochen, weil mir das Grüblen darüber bereits mehrmals den Schlaf raubte, aber nichts hat mir bisher wirkliche Erleichterung verschafft. Ich kann nichts an dem Schicksal ändern, das ist mir natürlich bewusst, aber vielleicht fehlt mir auch einfach die Erfahrung, dass ein Großelternteil stirbt, welches mir das Thema ein wenig näher bringt und ich es nicht mehr als etwas Abstraktes betrachte, worüber ich nur nachdenken kann. Früher oder später wird es schließlich passieren.

      Außerdem finde ich, dass der Glauben an ein Jenseits, das Paradies oder andere schöne Dinge, die einen nach dem Tod erwarten, nur etwas sind, was einem die Angst davor nehmen soll. Manche sehr Gläubige führen es ja so weit, dass sie nur für das Ableben leben, da sie dort von allem erlöst werden. Ich kritisiere niemanden dafür, aber ich finde, dass man dadurch die Augen vor der Wahrheit verschließt.

      aber es scheint ja ein gesellschaftlicher Sport, direkte Gespräche darüber in der Öffentlichkeit zu meiden


      Das ist auch mein persönlicher Eindruck. Es hat aber wohl auch etwas damit zu tun, dass für manche das Thema einfach total in der Zukunft liegt, oder sie nicht wahrhaben wollen, dass sie eines Tages sterben. Schließlich tut man alles, um möglichst jung auszusehen (Botox, Anti-Agining-Creme...), und somit sein Alter in den Hintergrund zu drängen. Nicht umsonst war „ewige Jugend“ schon seit der Antike ein unerreichbarer Traum.

      Ich musste mich gegen Jahreswechsel noch einmal persönlich mit dem Thema konfrontieren (lassen), da einer meiner besten Freunde - und wie mancher hier sicher weiß, bin ich keine sehr kontaktfreudige Person mit vielen nahestehenden Menschen - bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Das war einer jener Momente, bei dem ich mir entgegen meiner eigenen Überzeugung wünschte, dass es so etwas wie ein - wenngleich nur temporäres - Jenseits gäbe, da ich es schlichtweg als ungerecht empfinde, dass jemand gerade einmal zwei Jahrzehnte gelebt und so viele Pläne für die Zukunft gemacht haben und dann einfach von einem Moment auf den Nächsten aus der Existenz entschwunden sein soll. Ich weiß nicht einmal, ob er noch Schmerzen leiden musste oder vielleicht nicht einmal mehr bewusst wahrgenommen hat, dass es zu einem Crash kam und alles plötzlich vorbei sein soll; allerdings werde ich das wohl auch nie erfahren und es ist eventuell auch ganz gut so.
      Ironischerweise ist es jedoch, obwohl ich von (subjektiv empfundener) Ungerechtigkeit sprach, gerade dieser Aspekt, dass eine mehr oder weniger zufällige Kette kausaler Zusammenhänge zu seinem Ableben führte, auf gewisse Weise die objektiv gesehen "Fairness", dass es rein theoretisch jederzeit absolut jeden treffen kann und der Tod somit keinerlei Unterschiede macht. Ich bin mir allerdings bewusst, dass diese Vorstellung in diesem speziellen Kontext nicht sonderlich viel Trost spendet.

      Mal noch ein Zitat zu diesem Thema, das von der Denkweise her allerdings eher nur Kugawas und meiner Einstellung entspricht:

      Isaac Asimov schrieb:

      There is nothing frightening about an eternal dreamless sleep. Surely it is better than eternal torment in Hell and eternal boredom in Heaven.

      Mich hat besonders der Verlust meines Vaters und meines Großvaters dazu veranlasst, über den Tod nachzudenken. Bei meinem Opa war es vorhersehbar, da er ein starker Raucher war und das Rauchen selbst dann nicht aufgegeben hatte als er bereits an Lungenkrebs erkrankt war und nur noch einen Lungenflügel übrig hatte. Der andere wurde ihm in einer Operation entfernt, da der Krebs sich bereits so stark ausgebreitet hat. Dennoch war ich als Kind jeden Tag nach der Schule bei meinen Großeltern und war mein Opa fast wie ein zweiter Vater für mich. Bei meinem Papa hingegen war es überraschend, da er erst das 43 Lebensjahr erreicht hatte als er einen Herzinfarkt erlitt. Der Infarkt an sich war nicht die Todesursache, sondern eine Notoperation als die Herz-Lungen-Maschine eines Nachts ausgefallen war. Bei dieser Operation wurde die Hauptschlagader zum Gehirn blockiert, weshalb dieses nicht mehr mit Blut versorgt wurde und er danach auch nie mehr aufgewacht ist. Ich kenne jedoch auch Fälle aus meinem Bekanntenkreis, wo nie geraucht wurde, aber dennoch Lungenkrebs aufgetreten ist und ein unvorhersehbarer Hirnschlag das Leben beendet hat.

      An Himmel und Hölle glaube ich nicht, aber ich glaube daran, dass jeder Mensch und jedes Tier eine Seele besitzt. Klar geworden ist mir das als ich eines meiner Kaninchen einschläfern lassen musste und als das Herz aufgehört hat zu schlagen, ist auch ein gewisser Funke in dessen Auge erloschen und von dem Zeitpunkt an wusste ich, dass ich nur noch die sterbliche Hülle in Händen halte, die Seele aber entwichen ist. Daher ist für mich die Theorie des Buddhismus noch am ehesten nachvollziehbar. Dort glaubt man daran, dass ein Mensch oder ein Tier nach dem Tod wiedergeboren wird und der Kreislauf wiederholt sich so lange, bis man die Erleuchtung erlangt hat. Wenn man dann stirbt, darf man ins Nirvana eintreten. Das ist, wie Puzzle so schön zitiert hatte, ein "Eternal Dreamless Sleep". Mit dieser Vorstellung kann ich selbst gut leben. Wie es dann wirklich ist, wird man ohnehin erst dann sehen, wenn es soweit ist. Angst davor habe ich selbstverständlich schon. Wäre auch eigenartig, wenn nicht.
      "A thief is a creative artist who takes his prey in style... But a
      detective is nothing more than a critic, who follows our footsteps." -
      Kaito Kid