7. Türchen

      Hey liebe DCDP-User,
      heute darf ich für euch das 7. Türchen des Adventskalenders 2015 öffnen und präsentiere euch den ersten Teil meiner FanFiction über Bourbon/Toru Amuro. Ich wünsche euch viel Spaß und Unterhaltung damit und schicke meine ersten Weihnachtsgrüße an euch. Außerdem dürft ihr bei meiner FanFiction miträtseln, also viel Freude beim Lesen und Raten!

      MfG
      Black organization member

      Anmerkung: Die FanFiction spielt zwischen Fall 257 (Vergifteter Tee im Haido-Krankenhaus) und der Scarlet-Reihe, beinhaltet aber Informationen aus den Scarlet-Fällen. Ihr habt wahrscheinlich alle schon längst Scarlet gelesen, falls es jemand noch nicht getan hat, so ist das Lesen auf eigene Gefahr wegen möglicher „Spoiler“.


      Bloody Christmas – Mörderisches Fest

      Als die Sonne am Morgen des 24. Dezember aufgeht, ist es in weiten Teilen Tokios noch angenehm ruhig und die meisten Menschen schlafen noch in ihren Betten oder sind gerade erst dabei, aufzustehen und sich zur Arbeit zu begeben. Schließlich ist dieser Tag in Japan kein offizieller Feiertag und trotz der verbreiteten Weihnachtsfeiern stehen die Büros nicht still.
      In einem kleineren Apartment in Beika allerdings leuchten schon seit mehr als einer Stunde die Lichter und an einem Schreibtisch im Wohnzimmer scheint mehr Stress zu herrschen, als in den großen Kaufhäusern, wo an diesem Tag noch Menschen auf den letzten Drücker ein Geschenk kaufen werden, um ihre Liebsten glücklich zu machen. Durch die aufgedrehte Heizung ist der Raum schön warm, während draußen Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen und schon seit Tagen die Schneeflocken auf die Erde rieseln.
      Doch gleichzeitig raucht am Schreibtisch ein schlauer Kopf, die Gedanken kreisen in ihm umher, und ein Kugelschreiber rast in Windeseile über ein Blatt Papier. Wörter entstehen, werden durchgestrichen, dann kommt eine neue Anmerkung dazu und es wird wieder etwas korrigiert. Auf dem Papier herrscht ein wahnsinniges Chaos, das offensichtlich niemand überblicken und verstehen könnte. Nur er kennt die Bedeutung dieser scheinbar kryptischen Notizen, nur er kann das Chaos entwirren, immerhin sind es seine Gedanken, die er da niederschreibt – wobei man in seinem Jargon wohl besser Schlussfolgerungen sagt.
      „Verdammt!“, schnellt es auf einmal lautstark aus ihm heraus und mit der Faust schlägt er auf den Holztisch, wodurch ein dumpfes Geräusch entsteht. Dann greift er sich das Blatt, zerknüllt es und formt daraus eine Kugel, die er in den Papierkorb neben sich wirft, wo sich bereits eine beachtliche Menge an weiteren Papierkugeln angesammelt hat. Leicht genervt greift er zu einem Glas Wasser auf dem Schreibtisch und nimmt einen Schluck, während seine Gedanken bei diesem einen Thema verharren: „Wie? Wie nur? Wie hat er das gemacht? … Ich wusste es, von Anfang an war ich mir sicher. Zwischenzeitlich bin ich auf den Zug aufgesprungen und dachte auch, er würde nicht mehr unter uns weilen... Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Aber ich habe ihn gesehen, mit meinen eigenen Augen, und ich bin mehr denn je davon überzeugt: Er lebt!“
      Mit einer schnellen Handbewegung greift er nach der nächsten Seite und zückt schon wieder den Kugelschreiber. „Meine Schlussfolgerungen sind nicht abwegig, aber... sie sind noch nicht stimmig, mir fehlt eine wichtige Information... ein Beweis!“ Der Mann erinnert sich an einen Fall, der noch gar nicht allzu lange zurückliegt, einen Fall im Haido Krankenhaus, den er selbst gelöst hat. „Neulich... was dieser Inspektor Takagi gesagt hat, ist ein wichtiger Anhaltspunkt. Der Spitzel der Organisation, Rikumichi Kusuda, ist damals plötzlich spurlos verschwunden. Das Einzige, was zurückblieb, war sein Auto... mit jeder Menge Blut und teilweise minimalen Blutspritzern. Kein Zweifel, diese Spritzer müssen von einer Schusswaffe verursacht worden sein... Wenn ich nur wüsste, wer den Abzug betätigte... Kusuda selbst? Oder jemand anderes?“ Während er sich mit der einen Hand durch die blonden Haare fährt, greift er mit der anderen nach einem Buch, das auf seinem Schreibtisch liegt: „Das letzte Problem“ von Sir Arthur Conan Doyle. „Was ist wirklich passiert?“, fragt er sich. „Damals, am Rai-“
      Plötzlich wird sein Gedankengang durch ein Klingeln an der Haustür unterbrochen, das ihn für einen Moment aufschrecken lässt. Langsam erhebt er sich von seinem Stuhl und begibt sich zur Tür, wo er durch den Spion schaut und zwei Männer mit grimmiger Mine in schwarzen Anzügen erblicken kann. Er klopft von innen in einer bestimmten Folge an die Tür und erhält als „Antwort“ ebenso eine Abfolge an Türklopfern, bevor er den beiden Herren die Tür öffnet.
      Die beiden schwarz gekleideten Männer treten ein und folgen dem Bewohner des Apartments, der zum Schreibtisch zurückkehrt. „Nichts für ungut, aber ist dieses Klopfsignal wirklich notwendig?“, fragt einer der beiden. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, ein Erkennungszeichen wird euch schon nicht umbringen. Wir sollten nicht leichtsinnig sein, Yamada-san.“, entgegnet der blonde Mann. „Jedenfalls... weswegen seid ihr gekommen? Gibt es Anweisungen?“ - „Wir wollten es dir eigentlich in den Briefkasten werfen, aber da wir gesehen haben, dass die Lichter brennen, können wir es dir auch persönlich überreichen. Hier, Rei-kun.“, antwortet Yamada und überreicht ihm einen Umschlag, den er aus seinem Anzug hervorholt. „Was ist das?“, möchte der blonde Mann wissen und beginnt, ihn zu öffnen. „Eine Einladung zu unserer Weihnachtsfeier. Die meisten Agenten haben schon zugesagt. Na, was sagst du? Kommst du, Zero?“, erkundigt sich der zweite Besucher.
      „Also erstens: Ihr dürft mich weder Rei-kun noch Zero nennen. Diese Spitznamen aus meiner Kindheit sind Vergangenheit. Für euch immer noch Furuya-san.“, entgegnet Rei, während er mit seinen Augen die Einladung überfliegt. „Und zweitens“, er hebt seinen Blick wieder und schaut zu den beiden Männern, „Ich werde nicht kommen.“ - „Aber warum denn nicht?“, stürzt es aus Furuyoshi, dem zweiten Agenten, heraus. „Ich habe keine Zeit und noch jede Menge Arbeit zu tun. Es hat mir schon gereicht, dass ich gestern wegen des Geburtstags des Kaisers einige Aufgaben aufschieben musste. Die Weihnachtstage sind keine Feiertage. Es gibt Wichtigeres zu tun.“, kontert der 29-Jährige und will sich wieder auf das Rätsel konzentrieren, das ihm keine Ruhe mehr lässt.
      „Du meinst die Sache mit diesem... Wie hieß er noch gleich?“ - „Shuichi Akai.“, kommt Rei Furuyas Antwort wie aus der Pistole geschossen und er legt nach: „War es das? Wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich euch bitten, zu gehen. Viel Spaß bei der Feier, wünsche ich euch.“ Ohne Widerworte verabschieden sich die beiden Agenten und verlassen das Apartment, denn sie wissen: Wenn Rei Furuya einmal in seinem Element ist, dann ist er von seinem Ziel nicht mehr abzubringen. Jede weitere Diskussion wäre sinnlos gewesen.
      „Glaubst du, er hat die Wahrheit gesagt mit der ganzen Arbeit oder war das eine Ausrede, weil er heute Abend noch ausgeht. Du weißt schon, Weihnachten ist hierzulande eine gute Gelegenheit, um jemanden kennenzulernen.“, fragt Yamada, als die beiden Männer in ihr Auto steigen, doch Furuyoshi entgegnet: „Pfff, unser Rei-kun doch nicht. Manchmal frage ich mich echt, was in ihm vorgeht. Er scheint wie besessen von diesem Irrglauben, dass Akai noch lebt. Wahrscheinlich sperrt er sich jetzt drei Tage lang ein und grübelt, um doch wieder zu keinem Ergebnis zu kommen.“
      Rei hört noch, wie draußen der Motor startet und die beiden Agenten wegfahren, doch bevor er sich wieder der Akte Akai zuwenden kann, ertönt auch schon der Klingelton seines Handys. Ein Blick auf das Display verrät ihm die Identität des Anrufers und als er rangeht, hört er sofort die Stimme einer Frau, noch geheimnisvoller als das Mysterium auf seinem Schreibtisch: „Merry Christmas, Bourbon.“ - „Guten Morgen, Vermouth. Irgendwelche Neuigkeiten?“, fragt er und ist dabei froh zu wissen, dass ihn keine Weihnachtsfeier der Organisation erwarten wird. Es würde ihm auch gar nicht gefallen, mit gewissen Mitgliedern auf ein „Frohes Fest“ anzustoßen und in etwa das Gegenteil zu denken. „Ich wollte fragen, wann du heute zum Hauptquartier der Organisation zurückkehren wirst.“, sagt die blonde Frau. „Gar nicht. Ich werde heute nicht mehr kommen.“ - „Oh, was machst du denn Wichtiges am Christmas Eve?“ Vermouth lächelt, als sie diese Frage stellt. „Jedenfalls, ruf mich morgen zurück. Ich muss mit dir sprechen. Bye.“ Bourbon kann kein Wort mehr sagen, denn Vermouth hat bereits aufgelegt. „Sie war mal wieder kurz angebunden. Typisch. Was sie wohl wollte?“, denkt sich das Organisationsmitglied, das anschließend ein Grinsen aufsetzt. „Egal, das hat auch noch bis morgen Zeit. Für heute Abend bin ich beschäftigt, Toru Amuro hat etwas Wichtiges zu erledigen.“


      ***


      Am Abend scheint der Mond über die japanische Hauptstadt, als ein schwarzes Auto durch eine Allee fährt und über einen unebenen Boden holpert, sodass die Insassen jede Erhebung des Weges zu spüren bekommen. Der Fahrer des Wagens ist durch die unangenehme Fahrt zunehmend gereizt und lässt nun Dampf ab. „Verdammt nochmal, was ist das denn für eine Straße? Die sollte mal dringend erneuert werden. Und wo zum Teufel ist denn nun diese Villa?“ - „Beruhige dich, Paps. Ich denke, wir sollten gleich da sein.“, sagt die junge Tochter des Fahrers auf dem Beifahrersitz. Er stößt einen genervten Seufzer aus, bevor er wieder zu nörgeln beginnt: „Warum müssen wir überhaupt zu dieser Feier fahren? Wir hätten doch auch ganz bequem zuhause bleiben und den Weihnachtsabend bei Keksen und Bier ausklingen lassen können.“ Der strenge Blick seiner Tochter verrät ihm, dass er etwas Falsches gesagt haben muss und er versucht, sich noch aus der Misere zu retten. „Ähh... ich meinte natürlich... ähhh... Kekse und Tee.“
      Die Beifahrerin gibt sich damit zufrieden, immerhin kennt sie ihren Vater zu gut, und erklärt es ihm erneut:„Aber ich habe es dir doch schonmal gesagt, Paps. Eigentlich wurde ja Mama zur Weihnachtsfeier dieses Models eingeladen, weil sie ihr einmal bei einem Fall gegen einen Stalker geholfen hat und die beiden seitdem befreundet sind. Aber Mama hat in ein paar Tagen einen wichtigen Gerichtstermin und will sich darauf vorbereiten, also dürfen wir stattdessen hinfahren. Ich finde das toll, das ist doch eine schöne Geste von Mama. Das denkst du doch auch, oder Conan?“
      Sie schaut auf den Rücksitz und wendet sich zu dem kleinen Jungen mit der großen Brille, der dort angeschnallt sitzt. „Ja, da kann ich dir nur zustimmen, Ran. Wir bekommen doch für zwei Tage Essen, das sollte dir doch auch zusagen, Onkel Kogoro.“ - „Gleich setzt es aber was, du kleiner Hosenscheißer! Ich lasse mich doch nicht so blöd von der Seite... Warte mal! Zwei Tage?!?!“ Kogoros Stimme wird lauter und panisch redet er wieder mit seiner Tochter. „Hey Ran, was hat das zu bedeuten? Ich kann da bestimmt nicht so lange bleiben. Morgen Abend findet doch das große Weihnachtskonzert von Yoko Okino statt. Yoko-chan hat uns extra Backstage-Karten besorgt, die können wir doch nicht einfach verfallen lassen. Sollen Yoko-chans Mühen etwa umsonst gewesen sein?“
      „Jetzt komm mal runter, Paps. Die Gastgeberin der Weihnachtsfeier hat eine Zeit lang in Amerika gelebt und dort spielt der 24. Dezember eine geringere Rolle, stattdessen beginnt Weihnachten erst so richtig am 25. Dezember. Deshalb feiern wir quasi in Weihnachten hinein und es soll eine Überraschung geben, das hat mir Mama noch gesagt. Aber ich denke, wir werden rechtzeitig gehen können, um nochmal nach Hause zu kommen und dann auf das Konzert zu gehen.“ Dem Privatdetektiv fällt ein Stein vom Herzen und erleichtert stöhnt er: „Na wenigstens das.“
      „Hey, ist das da vorne nicht die Villa?“, mischt sich Conan ein und deutet nach vorne auf das prachtvolle Gebäude, das die Familie Mori am Ende der Allee nun zu Gesicht bekommt. Hinter einem großen Tor und Gitterstäben befindet sich zunächst ein großer Vorgarten, der in den weißen Schnee gehüllt ist, während sogar ein roter Teppich den Weg zum Haus ebnet. Das Anwesen ist in einem edlen Stil gehalten, sodass man bereits von außen erkennen kann, dass hier kein gewöhnlicher Bürger wohnt.
      Kogoro bemerkt gleich den Parkplatz vor dem großen Tor, wo sich bereits fünf Autos platziert haben, und manövriert seinen Leihwagen in eine Parklücke. „Wow, was für ein wunderschönes Grundstück!“, staunt Ran, als sie aussteigt. „Das ist ja wirklich traumhaft. Und der Schnee lässt die Villa noch viel edler wirken.“ - „Pfff.“, stößt ihr Vater aus. „Sieht für mich eher so aus, als will diese Model-Tussi nur angeben mit diesem Luxus-Tempel. Was Eri schon wieder für Leute kennt...“ - „Musst du denn an Allem rummeckern?“, beschwert sich seine Tochter, während das Trio sich zum Eingang begibt. Dort kommt ihnen bereits ein etwas älterer Herr in einem schwarzen Frack entgegen und öffnet den Moris das große Tor. „Guten Abend und herzlich Willkommen auf dem Anwesen von Frau Tatsumoto.“, begrüßt er seine Gäste und verbeugt sich. „Mein Name ist Tatsuro Kanabe, ich bin der Butler. Und Sie müssen Herr Mori mit seiner Familie sein. Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen, ich habe ja schon so viel von Ihnen gehört. Aber kommen Sie doch erstmal rein, dort können Sie sicherlich von ihren spannenden Fällen berichten.“
      Der Butler führt die Moris über den roten Teppich zur Villa und nimmt ihnen dort zunächst ihre Wintermäntel ab, bevor er sie in das Wohnzimmer bringt, wo bereits ein langer Tisch gedeckt ist. Kaum hat er die Tür zu diesem großen Raum geöffnet, stellt er den drei anwesenden Personen den großen Meisterdetektiv vor: „So, unser nächster Gast ist soeben angekommen, es ist der Ersatz für Frau Kisaki, die aus terminlichen Gründen leider nicht kommen kann. Darf ich vorstellen? Der großartige schlafende Detektiv, Kogoro Mori.“ Als der Name des Privatdetektivs fällt, bemerkt Conan sofort, dass die Stimmung im Raum kippt und sich die Atmosphäre ändert.


      ***


      Währenddessen fährt ein Auto durch die verschneite Allee und kommt ebenfalls an der Villa Tatsumoto an, wo es auf dem Parkplatz abgestellt wird. Der Fahrer steigt aus dem Sportwagen aus und wirft einen Blick in das nebenstehende Auto. Den Augen entgeht kein Detail und einen Augenblick später macht sich ein Lächeln auf dem Gesicht breit, bevor der Fahrer sich dem großen Tor nähert.
      Im Wohnzimmer der Villa tritt ein dickerer Mann hervor, um sich der Familie Mori vorzustellen: „Herzlich Willkommen. Ich bin der Koch von Frau Tatsumoto, Minoru Ishida. Dass ich mal für den großen Meisterdetektiv Kogoro Mori kochen darf... Ich freue mich und hoffe, dass Ihnen meine Kochkünste gefallen werden.“ In der Tat, an seiner weißen Uniform kann man bereits erkennen, dass er für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich ist und Kogoro entgegnet ihm frech grinsend und anschließend mit einem lauten Lachen: „Also besser als meine Frau werden Sie bestimmt kochen können. Hahahahahaha.“
      „Paps!“, empört sich seine Tochter über diesen Spruch und möchte ihm die Leviten lesen, doch bevor sie zu einer Schimpftirade ausholen kann, mischt sich eine schwarzhaarige Frau in einem weißen Kleid in das Gespräch ein: „Hachja, so sind sie wohl, die Männer. Sie wissen oft nicht zu schätzen, was sie an ihrer Frau haben. Und wenn die Frau weg ist, sind sie hoffnungslos verloren und vermissen sie doch. Aber was rede ich, das ist umgekehrt ja auch der Fall.“ - „Wer sind Sie denn, wenn ich fragen darf?“, möchte Conan wissen. „Oh, mein Fehler, tut mir Leid. Ich bin Aya Tatsumoto.“ - „Heißt das, Sie sind...“, setzt Ran an, doch bevor sie ihre Frage zu Ende stellen kann, wird diese auch schon beantwortet: „Ja, ich bin Rikas Schwester. Ich bin die Jüngere von uns beiden.“
      Rans Blick wandert nun zu dem braunhaarigen Mann im blauen Anzug und sie kann kaum glauben, wen sie da vor sich hat. „Sind Sie nicht...“, fragt sie zunächst noch leicht unsicher und schüchtern. „Doch, Sie sind es, ich erkenne Sie. Sie müssen Jinpei Furizawa sein, der berühmte Sänger. Ich bin ein großer Fan von Ihnen.“ - „Das freut mich doch sehr. Mir sind meine Fans sehr wichtig.“, entgegnet er freudestrahlend und Ran fährt fort: „Ich hätte Sie beinahe nicht erkannt, ohne ihre Sonnenbrille als Erkennungszeichen sehen Sie doch etwas anders aus.“ Furizawa greift in eine Innentasche seines Anzugs und zückt tatsächlich eine Sonnenbrille hervor. „Ich habe auch heute Abend eine dabei, doch zu diesem festlichen Anlass nehme ich sie dann doch lieber ab. Die Bühne und mein Privatleben trenne ich lieber voneinander.“
      „Ohja, das kann ich nur bestätigen. Furizawa-san ist privat ganz anders als auf der Bühne.“, ertönt eine Stimme vom Eingang zum Wohnzimmer. Eine wunderschöne Frau mit langen schwarzen Haaren betritt in einem roten Kleid und ebenso roten High Heels den Saal. „Ah, werte Herrin. Schön, dass Sie uns nun Gesellschaft leisten.“, empfängt sie ihr Dienstbote Kanabe. „Natürlich, ich muss meine Gäste doch gebührend empfangen, in MEINER Villa. Auch wenn einige Schmarotzer denken, dass sie sich an meinem Luxus laben könnten, obwohl ICH mir alles so hart erarbeitet habe.“ Ihr strenger Blick könnte einen erstarren lassen und mit ihren blauen Augen schaut sie ihre Gäste so an, dass Conan nicht erfassen kann, wen im Raum sie damit meint. Der geschrumpfte Detektiv bemerkt aber, dass mit dem Auftritt von Rika Tatsumoto die Stimmung kühler und der Ton rauer wird.
      „Was für eine Kratzbürste, dagegen ist Eri vergleichsweise ja noch nett.“, denkt sich Kogoro, auf den die Gastgeberin nun direkt zuläuft. „Und herzlich Willkommen, Herr Mori. Oder sollte ich besser sagen, Schlafender Kogoro? Ich habe schon viel von Ihnen und ihren detektivischen Meisterleistungen gehört, auch von ihrer Frau.“ Ran zaubern diese Worte ein fröhliches Lächeln ins Gesicht, denn dass Eri lobende Worte für Kogoro findet, ist doch eher eine Seltenheit und diese Tatsache lässt ihre Hoffnung auf eine Versöhnung ihrer Eltern doch wieder anwachsen. „Ich fand es schon schade, dass Eri mir absagen musste, aber Sie als Ersatz auf meiner Feier sind doch wirklich ein Hauptgewinn.“, schwärmt Rika in den höchsten Tönen und fügt noch ein Augenzwinkern hinzu.
      Kogoro ist nicht abgeneigt und gibt die Komplimente auch gerne zurück: „Vielen Dank, Frau Tatsumoto, es ist mir ebenfalls eine Ehre. Sie sehen heute Abend wirklich hinreißend aus in diesem Kleid.“ Von der einen Sekunde auf die andere ist Rans Laune schon wieder geknickt und mit einem weiteren Fettnäpfchen reißt ihr Vater ihre Versöhnungshoffnungen wieder ein wie ein Kartenhaus. „Dieser Vollidiot, das ist mal wieder typisch für ihn. Kein Wunder, dass er und Mama keine Fortschritte machen.“, geht es ihr durch den Kopf und sie verzichtet bewusst darauf, ihm nun an Weihnachten vor den Gästen eine Szene zu machen, während Conan mit einem fremdschämenden denkt: „Und vor ein paar Minuten war sie für ihn noch die angeberische Model-Tussi.“
      „Was für ein Zufall! Wenn das nicht Mori-sensei ist.“, kommt eine den Moris bekannte Stimme von der Tür her und ein gebräunter Mann mit blonden Haaren betritt in einem weißen Hemd mit schwarzer Weste das Wohnzimmer. „Amuro-san.“, ist Ran von der Anwesenheit des Kellners aus dem Café Poirot überrascht. „Was machen Sie den hier, Amuro-kun? Sind Sie denn nicht auf der Weihnachtsfeier des Poirot?“, fragt Kogoro. „Ich wurde von Frau Tatsumoto eingeladen und da ich nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, bin ich nun hier.“, antwortet Toru Amuro lächelnd. Währenddessen ist Conan fassungslos, das Organisationsmitglied auf der Feier anzutreffen und der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben. „Bourbon! Was macht ein Mitglied der Männer in Schwarz nur hier? Was will er nur?“, gehen ihm einige Fragen durch den Kopf, als ihn der junge Mann anspricht: „Was ist, freust du dich nicht, mich zu sehen?“ Der Junge mit der Brille antwortet nur mit stockenden Worten: „D...doch, wie kommst du denn darauf, Amuro-niichan?“
      Toru Amuro lässt ohne Antwort auf die Frage von Conan ab und wendet sich wieder seinem Meister zu: „Aber ich habe mir schon gedacht, dass Sie hier sind, Sensei, ich hatte so eine Vorahnung.“ - „Wie denn das?“ - „Als ich hier ausgestiegen bin, habe ich im Auto neben mir ein Handy liegen gesehen. Dein Handy hat doch diesen Seegurken-Anhänger, nicht wahr, Ran-san?“ Das junge Mädchen schaut in ihrer Tasche nach dem Handy, doch bemerkt, dass sie es nicht bei sich trägt. „Ich habe tatsächlich mein Handy im Auto vergessen. Dabei wollte mich Sonoko doch noch anrufen.“ Sie bittet ihren Vater um den Autoschlüssel und kaum hat er diesen aus seinem Jackett gekramt, schnappt sich Ran den Schlüssel und rennt zurück zum Auto.
      „Wie wäre es, wenn Sie in der Küche mal nach dem Rechten schauen würden, Ishida-san? Ich möchte meinen Truthahn nicht verbrannt und meine Gäste haben sicherlich auch einen gewissen Anspruch. Na los, worauf warten Sie noch?“, fordert Rika ihren Koch zur Arbeit auf, der daraufhin auch umgehend in die Küche gegenüber dem Wonzimmer eilt. „Entschuldigung, wo finde ich denn hier die Toilette?“, möchte Conan wissen und bekommt vom Butler die Antwort. „Eine ist hier im Erdgeschoss, einfach aus dem Wohnzimmer raus, dann an der Treppe vorbei und nach links am Ende des Ganges. Im zweiten Stock befindet sich ein weiteres Badezimmer.“ Conan verlässt den Raum und Rika spricht nun den Sänger an: „Und Furizawa-san, ich möchte mich mit Ihnen unterhalten. Wenn Sie mir folgen würden.“ Die beiden Prominenten gehen nun auch aus dem Saal und lassen die weiteren Gäste sowie den Diener zurück.


      ***


      Als Conan kurz darauf von der Toilette zurückkehrt, hört er eine angeregte Diskussion am oberen Ende der Treppe. Aus Neugier versteckt sich der kleine Detektiv und belauscht das Gespräch zwischen Rika und Jinpei. „Was soll das heißen? Du hast das Geld immer noch nicht?“, schnauzt sie den Sänger an. „Es tut mir Leid, aber 2 Millionen Yen sind nicht so einfach aufzutreiben.“ - „Glaubst du, das interessiert mich? Aber schön, wenn du auf meine Forderungen nicht eingehen willst, dann...“ - „Nein, warte! Ich zahle dir das Geld, aber ich brauche noch etwas Zeit.“ - „Das hast du schonmal gesagt. Ich mache dir aber folgenden Vorschlag: Du bringst mir innerhalb der nächsten 3 Tage das Geld. Sonst... Es ist ja nicht MEIN Problem, DIR drohen die Konsequenzen. Hahahaha.“ Rikas Gelächter hallt durch die Eingangshalle, dann läuft sie die Treppe herunter, um wieder ins Wohnzimmer zurückzukehren, während Jinpei noch eine Weile auf der Treppe stehen bleibt und ihr erst dann folgt.
      Conan läuft nun auch an der Treppe vorbei und geht zu den anderen zurück. „Wo bleibt denn Ran? Sie wollte doch nur ihr Handy holen?“, äußert sich Kogoro ungeduldig und schaut auf seine Uhr. Als Conan gerade wieder zu seinem „Onkel“ und Amuro stößt, ertönt ein lauter Mädchenschrei von draußen. Erschrocken dreht sich der Grundschüler um und geistesgegenwärtig stürmt er aus der Villa hinaus in Richtung Parkplatz. „War das nicht Ran?“, meint Amuro und rennt Conan hinterher, gefolgt von Kogoro. „Wartet auf mich! Ich komme schon, Mausebein!“, keucht er, als er durch den Vorgarten eilt.
      Auf dem Parkplatz finden die drei Detektive Ran zwischen den Autos auf dem Boden sitzend vor, das junge Mädchen starrt mit weit aufgerissenen Augen in den Wald direkt neben der Villa, als wäre ihr ein Geist über den Weg gelaufen. Mit dem Zeigefinger deutet sie ins Gebüsch und ihr Körper zittert leicht, doch im Wald ist Nichts zu sehen, was ihr diesen Schreck hätte einjagen können. „Ran! Was ist los? Was ist passiert?“, fragt Conan, der als Erster vor Ort ist. „D...d...d...dort drüben, zwischen den B...B...Bäumen.“, stottert sie, während Amuro und ihr Vater dazukommen. „Ich habe dort jemanden gesehen, einen Menschen.“ - „Eine Person im Wald? Bist du dir sicher?“, möchte der blonde Detektiv wissen. „Ja, kein Zweifel. Da muss jemand gewesen sein. Ich habe ein Geräusch im Gebüsch gehört.“ - „Ach, du hörst doch bestimmt die Flöhe husten.“, wiegelt Kogoro ab. „Das hast du dir bestimmt eingebildet. Wahrscheinlich war das ein Tier, dass am Gebüsch vorbeigestreift ist und in deiner Panik hast du es für einen Menschen gehalten.“ - „Ich bin doch nicht bescheuert!“, wehrt sich Ran lautstark, als sie wieder auf die Beine kommt. Amuro hebt das Handy des Mädchens vom Boden auf und schlägt vor, dass sie sich wieder in die Villa begeben.
      Dort hat der Koch Ishida mittlerweile den Truthahn aufgetischt und im Wohnzimmer nehmen die Gäste Platz, um nun zum Weihnachtsessen zusammenzukommen. Während der Koch das Fleisch schneidet und den Gästen serviert, fällt Ran auf, dass ein Stuhl noch unbesetzt ist. „Ähm.. wird denn noch ein Gast erwartet?“, fragt sie, noch leicht eingeschüchtert aufgrund ihres Schrecks. „Eigentlich ja.“, erwidert Rika. „Aber ich werde bestimmt nicht noch länger auf diesen Nichtsnutz warten, bis das Essen kalt ist. Soll er doch sehen, wo er bleibt.“ Kaum hat sie die Worte ausgesprochen, hört man das Öffnen der Eingangstür und ein lautes „Bin wieder da!“ Rikas Gesichtsausdruck macht deutlich, wie genervt und wütend sie ist und über ihre Lippen kommt ein leises, aber doch für die Gäste hörbares „Wenn man vom Teufel spricht...“.
      Im nächsten Moment wird die Tür zum Wohnzimmer weit aufgerissen und ein junger braunhaariger Mann in Jeans und grauem Hemd betritt den Saal. „Hey. Frohes Fest alle miteinander.“, begrüßt er die Gäste und zeigt dann die zwei Flaschen in seinen Händen. „Ich habe noch Sekt gekauft, wie du wolltest, Mama.“ Rika platzt nun der Kragen und wutentbrannt erhebt sie sich von ihrem Stuhl, stürmt auf den jungen Mann los und verpasst ihm eine Ohrfeige, die einen lauten Knall erzeugt. „Koji! Du bist eine Schande für mich, weißt du das?“ Er weiß es, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass er solche Worte hört, doch Rika hat ihre Wutrede noch längst nicht beendet. „Das ist mal wieder typisch für dich. Selbst an Weihnachten kommst du zu spät zur Feier. Du solltest doch nur Sekt holen. Wo warst du noch? Doch nicht etwa bei diesem Mädchen. Ich habe dir schon zig Mal gesagt, dass du dich mit der nicht abgeben sollst. Habe ich mich nicht klar ausgedrückt?“
      Rika holt kurz Luft, um daraufhin fortzufahren: „Und was soll dieser Aufzug? Kannst du dich nicht angemessen anziehen? Das ist meine Weihnachtsfeier und du stolziert hier rein, als wärst du bei einem Kumpel zu Besuch. Und begrüße gefällig anständig meine Gäste. Dieses „Hey, hier bin ich, frohes Fest“-Gelaber kannst du auf einer Jugendfeier abziehen, aber nicht zu diesem Anlass... Achja, und nenn mich nicht Mama. Nur, weil ich deine Mutter bin, musst du nicht mit dieser Gefühlsduselei daherkommen.“ - „Ja, Tatsumoto-san. Soll ich mich noch umzieh...“, will Koji fragen, doch seine Mutter fährt ihm schon in die Parade. „Nein! Willst du uns etwa noch länger warten lassen? Setz dich jetzt hin und nimm am Essen teil!“, befiehlt sie und ihr Sohn nimmt seinen Platz ein, während er sich die schmerzende und rot angelaufene Backe hält. Die Gäste beobachten den Streit mit Unverständnis, die Moris sind von dieser Szene sogar geschockt, denn im Gegensatz zu den anderen Gästen wissen sie nicht, dass dies fast schon zum Alltag gehört. Ran hat Mitleid und mit dem jungen Mann und schaut ihn mit einem traurigen Gesicht an.
      Einige Minuten später fangen die Gäste an, den Truthahn zu verspeisen, doch Koji hört schon nach kurzer Zeit auf, das Festmahl zu essen und starrt auf den Teller, immer noch seine Wange haltend. „Was ist los? Schmeckt es dir nicht oder hast du keinen Hunger mehr?“, spricht ihn Ran zögerlich an, denn sie ist sich selbst unsicher, ob sie mit dem jungen Mann reden soll. Plötzlich ertönt ein dumpfer, lauter Knall, der alle anwesenden Personen hochschrecken lässt und Kogoro lässt dabei sogar das Sektglas fallen, an dem er gerade nippen wollte. Die Ursache für das Geräusch war ein Schlag von Rika mit der flachen Hand auf den Tisch. „Geh mir aus den Augen, Koji! Du vermiest uns allen die Laune an diesem schönen Tag. Hau ab, du Bastard!“ Ran ist von dieser Wortwahl mehr als geschockt und hält sich die Hand vor den aufgerissenen Mund, während Koji ohne Widerworte aufsteht. „Ich bin auf meinem Zimmer.“, sagt er noch beim Verlassen des Wohnzimmers und begibt sich in den zweiten Stock.Den Gästen ist mittlerweile auch der Hunger vergangen, doch alle essen ihr Weihnachtsessen noch auf und sind anschließend voll des Lobes für den Koch. „Ishida-san, das war wirklich großartig. Ein wahrer Genuss für den Gaumen!“, überschlägt sich Kogoro vor Lob und trinkt an seinem neuen Sektglas, nachdem das alte zerbrochen ist. „Vielen Dank, es freut mich, dass es euch allen geschmeckt hat.“, zeigt sich der Koch stolz, doch Rika scheint keine Gelegenheit auszulassen, um jemanden zu demütigen. „Jetzt machen Sie mal halblang, Ishida-san. Sie brauchen sich hier gar nicht so zu brüsten. Ich bin von Ihrem Truthahn alles andere als angetan. Ihre Kochleistung wird in letzter Zeit auch immer schlechter und das heute war für diesen Anlass nicht angemessen. Wahrscheinlich loben die Gäste Sie auch nur aus Nettigkeit.“
      Ishida kann man ansehen, dass er im wahrsten Sinne des Wortes vor Wut kocht, doch eine Diskussion mit der Hausherrin scheint ihm unangebracht und ohnehin sinnlos, sodass er den Ärger besser runterschluckt. Dennoch bemerkt Conan, dass er seine rechte Hand wütend zu einer Faust ballt. „Ich werde dann mal den Tisch abräumen, alles abspülen und die Küche putzen.“, sagt der Koch und begibt sich mit den ersten Tellern in die Küche. „Dürfte ich Ihnen unter die Arme greifen?“, bietet Ran ihre Hilfe an, doch Ishida lehnt ab: „Vielen Dank, aber Sie sind unsere Gäste und müssen sich nicht diese Umstände machen.“
      „Ich begebe mich mal auf Toilette.“, sagt Rikas Schwester Aya und verlässt den Raum, während Rika für den Koch, der nun den restlichen Tisch abräumt, hörbar sagt: „Sehen Sie, wahrscheinlich hat Aya nun eine Magenverstimmung. Hahahaha.“ Ishida verschwindet daraufhin in der Küche, um seine Aufgabe zu erledigen. „Nungut, ich werde mich dann auch mal auf mein Zimmer zurückziehen.“, meint Rika und wendet sich an Jinpei: „Und vielen Dank für das Geschenk. Ich werde mir die neue Weihnachts-CD gleich mal anhören und mir meine weiteren Geschenke anschauen.“ - „Das freut mich doch sehr. Bis später, Tatsumoto-san.“ - „Ich werde dann gegen 23 Uhr wiederkommen. Bitte rufen Sie mich später, Kanabe-san. Dann gibt es ja noch die große Überraschung.“, erwähnt sie mit einem Augenzwinkern und verlässt den Saal, während ihr Diener ihr zunickt.
      Der Sänger Furizawa holt nun ein Feuerzeug sowie eine Zigarettenschachtel aus seiner Hosentasche und versucht, sich eine Zigarette anzuzünden, doch auf einmal macht er ein schmerzverzerrtes Gesicht und stößt ein leises „Au!“ aus. „Was ist los?“, sorgt sich Ran und Furizawa zeigt ihr seinen rechten Daumen. „Ach, nichts Ernstes. Ich habe mir nur gerade wieder den Daumen geschnitten. Das kommt wohl noch von vor ein paar Tagen, als ich mir beim Gitarrespielen den Daumen verletzt habe.“, erzählt der Sänger und wischt sich das Blut weg, das ganz leicht aus der kleinen Schnittwunde kommt.
      „Sie dürfen aber nicht im Wohnzimmer rauchen, da ist die Herrin ganz empfindlich, das wissen Sie doch.“, erklärt der Diener Kanabe. „Ach stimmt, schon wieder vergessen. Das Raucherzimmer ist doch im zweiten Stock, oder?“ - „Ja, es ist ausgeschildert.“, meint der Butler und Furizawa begibt sich in die zweite Etage. „Schade, so habe ich mir die Feier nicht vorgestellt. Aber was soll´s, das kann man wohl nicht ändern.“, sagt Kanabe. „Wie wäre es, Herr Mori? Würden Sie mir von Ihren spannenden Fällen berichten? Wenn unsere Gäste zurückkommen, sind Sie sicher auch interessiert, was Sie zu berichten haben?“, schlägt der Butler vor. „Aber sicher. Doch vorher hätte ich gerne noch etwas zu trinken. Wären Sie so nett?“, sagt Kogoro und schwenkt dem Diener das Sektglas vor die Nase.


      ***


      Während Kogoro Herrn Kanabe am Tisch mal wieder die einzigen Fälle, die er nicht verschlafen hat, als größte detektivische Meisterleistungen verkauft, schauen Ran, Conan und Amuro aus dem Fenster auf den Garten hinter der Villa. „Wow, der ist ja genauso schön wie der Vorgarten.“, staunt Ran erneut nicht schlecht und bemerkt einen Teich am Haus. „Der Garten hat sogar einen Teich. Er scheint aber nicht zugefroren zu sein.“ - „Das liegt wohl daran, weil die Temperaturen dieses Jahr nicht so kalt sind, dass er gefriert.“, erklärt Amuro. „Ich habe gehört, Frau Tatsumoto züchtet dort nebenbei Karpfen, aber im Winter fängt sie die Fische ein und sie überwintern in einem Aquarium im Haus.“
      Die drei begeben sich nun zu einem Sofa in der Ecke und ein lauter Seufzer kommt Ran über die Lippen, dann sagt sie: „Hach, der arme Koji tat mir vorhin wirklich Leid. Warum musste seine Mutter auch so grausam zu ihm sein? Und das an Weihnachten.“ - „Tja, sie scheint wohl sehr streng mit ihm zu sein. Wahrscheinlich will Frau Tatsumoto nur das Beste für ihn, aber kann es nicht richtig zeigen.“, meint Amuro, doch Ran widerspricht ihm: „Wirklich? Den eigenen Sohn zu demütigen und beleidigen, das sieht für mich nicht nach dem Besten aus.“ - „Das sehe ich ja ähnlich, aber Frau Tatsumoto scheint in der Hinsicht sehr resolute Methoden zu haben.“, erwidert der blonde Kellner.
      „Was ist eigentlich mit Ihnen, Amuro-san? Feiern Sie Weihnachten denn nicht mit ihrer Familie?“, möchte Ran wissen und erhält eine für sie merkwürdige Antwort: „Meine Familie feiert kein Weihnachten.“ Ungläubig und überrascht schaut sie den jungen Mann an, der deshalb beruhigend hinterherschiebt: „A...aber keine Sorge, ich habe mich nicht mit meiner Familie zerstritten, falls du das denkst. Wir sind nur nicht die Art von Familie, die Feste wie Weihnachten zelebriert. Ich bin heute auch nur hier, weil ich eingeladen wurde.“
      Conan beobachtet das Organisationsmitglied genau und versucht, ihn nicht aus den Augen zu lassen. „Das kann ich mir denken, dass deine Familie keine Weihnachten feiert...“, denkt sich der geschrumpfte Shinichi. „Was macht einer dieser Kerle nur hier? Nicht mal an Weihnachten habe ich Ruhe vor diesen Typen. Was führt Bourbon im Schilde? Ist er uns auf diese Feier gefolgt? … Warte, das kann nicht sein! Es scheint, als wäre er wirklich ein Gast von Frau Tatsumoto, sonst hätte sie ihn ja nicht reingelassen.“ Plötzlich fährt ein Schock durch seinen Körper und sein Herz beginnt zu rasen. Sein Atem wird flacher, denn eine Schlussfolgerung versetzt ihn in Angst und Schrecken. „Es sei denn.... Es sei denn... Nein, das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Ist diese Frau Tatsumoto etwa...?“
      „Chris Vineyard.“ Conan schreckt auf einmal auf und erhebt sich von dem Sofa, mit weit aufgerissenen Augen starrt er Bourbon an. „Was hast du denn, geht es dir gut, Conan?“, sorgt sich Ran um ihren kleinen Mitbewohner. Das Organisationsmitglied grinst ihn währenddessen an, was Conans Schreck nicht mindert. „Ähh, d...doch, al..les in Ordnung.“, stammelt der Grundschüler, die Augen wandernd zwischen Ran und Bourbon. Kogoros Tochter ist beruhigt und wendet sich wieder an Amuro, während Conan erneut Platz nimmt. „Also was sagten Sie, Amuro-san?“ - „Ich habe nur bedauert, den Film mit Chris Vineyard heute Abend im Fernsehen nicht sehen zu können.“, entgegnet er mit einem Lächeln, während ihm nicht entgeht, dass Conan ihn im Auge hat.
      „Sie ist wirklich eine tolle Schauspielerin.“, lobt Ran. „Und ihre Mutter erst, sie war eine begnadete Schauspielerin und eine nette Frau. Ich habe Sharon Vineyard sogar mal in New York kennengelernt. Damals noch, mit Shinichi.“ - „Shinichi?“, stutzt der blonde Kellner. „Ja, wir sind Kindheitsfreunde. Er ist ein herausragender Detektiv, wie mein Vater und Sie, Amuro-san. Aber er arbeitet gerade an einem schweren Fall. Ich vermisse ihn sehr. Aber dafür ist Conan ja aufgetaucht, kurz nach Shinichis Weggang und er ist wie ein kleiner Bruder für mich.“ - „Interessant.“, gibt Amuro nur von sich, während Rans Blick aus dem Fenster schweift, in Gedanken an Shinichi. Doch sie wird ganz schnell aus diesen Gedanken gerissen und lässt auf einmal einen lauten Schrei von sich.
      „Was ist los, Ran?“, sorgt sich Conan, während Kogoro am Tisch schon wieder herummosert: „Was schreist du denn schon wieder so, Mausebein? Ich versuche gerade, mich an den einen Fall von damals zu erinnern, als...“ - „A...aber da draußen, da war schon wieder.... Ich habe durch das Fenster schon wieder gesehen, dass da im Wald neben der Villa jemand herumschleicht.“ Toru Amuro tritt nun nah ans Fenster und beobachtet das Gebüsch. „Also ich kann nichts erkennen, Fehlanzeige.“ - „Siehst du? Das habe ich dir doch vorhin schon gesagt.“, sieht sich Kogoro wieder im Recht. „Du siehst Gespenster. Oder vielleicht den Weihnachtsmann. Hahahaha.“, hallt sein Gelächter durch den Raum. „Sehr witzig.“, ist Ran wenig erfreut über die fehlende Unterstützung von ihrem Vater, der sich sofort wieder seinen Detektivgeschichten und dem Diener Kanabe zuwendet.


      ***


      Mit der Zeit finden sich die Gäste der Weihnachtsfeier wieder im Wohnzimmer zusammen, nur Rikas Sohn Koji kommt nicht nach unten, um an den Festlichkeiten teilzunehmen. Toru Amuro bemerkt jedoch einen Unterschied, als sein Blick auf Ishidas rechte Hand fällt. „Was ist denn mit Ihnen passiert? Soweit ich weiß hatten Sie vorhin noch nicht diese dicke Bandage um die Finger.“ - „Ja, ich bin aber auch wirklich ein Idiot.“, erzählt der Koch, „Als ich in der Zwischenzeit einige Vorbereitungen für das morgige Mittagessen getroffen und Gemüse geschnitten habe, war ich für einen Moment unaufmerksam... und schon ist es passiert, ich habe mir in den Finger geschnitten, das ist eine richtig tiefe Wunde. Zum Glück gibt es Verbandszeug in der Küche. Dennoch werde ich morgen einen Arzt aufsuchen, das sieht leider nicht gut aus.“ Amuro nickt dem Koch zustimmend zu, als Furizawa sich in das Gespräch einmischt. „Da habe ich mit meiner kleinen Schramme ja noch Glück. Obwohl aus meinem Daumen auch hin und wieder etwas Blut tropft.“, meint der Sänger und leckt kurz an seinem verletzten Finger, um die Blutung zurückzuhalten.
      Die Gäste unterhalten sich noch eine Weile, während sie auf die Gastgeberin warten. Die Zeit vergeht dabei wie im Fluge und ehe sie sich versehen, ist es fast 23 Uhr. „Ich werde dann mal die Hausherrin wieder in unsere Runde bitten. Immerhin hat sie noch etwas für ihre ehrenwerten Gäste vorbereitet.“, erwähnt Kanabe mit einem Blick auf die Uhr. „Ähm, entschuldigen Sie mich.“, spricht ihn der blonde Detektiv auf einmal an. „Ich werde mit nach oben kommen. Wenn es Recht ist, würde ich gerne noch kurz mit Frau Tatsumoto sprechen.“ - „Kein Problem, wir haben noch einige Minuten. Folgen Sie mir.“, bittet ihn der Dienstbote und die beiden Männer verlassen das Wohnzimmer, um in den zweiten Stock zu gehen.
      Conan überkommt in diesem Moment ein leicht panisches Gefühl, doch ohne die Ruhe gänzlich zu verlieren. Hatte der kleine Detektiv mit seiner Vermutung doch Recht? Spielt Bourbon ein mieses Spiel an Weihnachten? Wenn ja, dann hat er ein Problem... ein schwarzes Problem. „Das ist gar nicht gut. Was will er nur mit Rika besprechen? Oder sollte ich besser sagen... mit Vermouth? Ich habe keinen Beweis, nicht einmal ein Indiz für diese Behauptung. Doch ich habe irgendwie so ein komisches Gefühl. Kann es sein, dass Bourbon und Vermouth uns bewusst in eine Falle gelockt haben?“ Fragen über Fragen schwirren durch den Kopf der geschrumpften Oberschülerdetektivs...., als plötzlich.....
      „Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!“ Ein lauter Schrei aus dem Obergeschoss geht Conan durch Mark und Bein und sein Atem verflacht, sein Herz beginnt zu rasen, seine Knie werden weich. Dieser Schrei... ein Ausdruck des Schocks, der Panik. „Kanabe-san!“, schnellt es Conan durch den Kopf, denn man konnte eindeutig hören, dass es sein Schrei war. Ohne auch nur die geringste Zeit zu verlieren, sprintet Conan aus dem Wohnzimmer und die Treppe hinauf. Auch die anderen Gäste haben auf einmal ein mulmiges Gefühl, Unruhe macht sich inmitten der Partygesellschaft breit und die netten Plaudereien finden augenblicklich ein Ende. „Was war denn das?“ - „Woher kommt dieser Schrei?“ - „Was ist da nur passiert?“ Die Gäste äußern nervös die Fragen, die dieser laute Schrei aufwirft. Ran zuckt erschrocken zusammen, als sie Conan aus dem Wohnzimmer rennen sieht, ruft sie ihm nur hinterher: „Conan! Wo willst du hin?“
      Doch es ist zu spät und der geschrumpfte Detektiv ist schon verschwunden und hetzt die Treppenstufen nach oben in die zweite Etage. Als er im Obergeschoss ankommt, rennt er schwer atmend in den langen Gang und sieht Kanabe auf dem Flur hocken. Der Butler sitzt auf dem Hosenboden und kriecht langsam zurück, bis er mit dem Rücken an der gegenüberliegenden Tür anlehnt. Der Schock ist ihm wahrlich ins Gesicht geschrieben, sowohl seine Augen als auch sein Mund sind weit aufgerissen und wie versteinert starrt er durch die offenstehende Tür vor ihm in den Raum, während sein Körper vor Angst zittert wie Espenlaub.
      Conan spricht den Butler gar nicht mehr an, sondern stürmt direkt in das geöffnete Zimmer und dort erwartet ihn ein grauenhafter Anblick, den er schon in dem Moment vorausgeahnt hat, als der fürchterliche Schrei ertönte. Seine eine Vermutung wird in diesem Augenblick zerschlagen, dafür bewahrheitet sich eine andere: Rika Tatsumoto ist tot! Die Leiche des Models liegt inmitten ihres Zimmers, auf dem Fußboden ist Blut und auf ihrer linken Brustseite klafft eine tiefe Wunde. Gleichzeitig spielt der CD-Player in ihrem Raum die Weihnachts-CD von Jinpei Furizawa, ein fröhliches Lied. Doch an Fröhlichkeit und Weihnachten ist nun nicht mehr zu denken.
      Toru Amuro kniet vor der Leiche von Rika Tatsumoto und entfernt seine Hand von ihrem Puls, sein Verdacht ist Gewissheit. Der Blick des blonden Detektivs wandert für einen Augenblick nach rechts, zum Schreibtisch des Opfers, dann steht er plötzlich auf und rennt auf den Balkon, der offen steht. Er schaut nach rechts und links, dann nach unten in den schneebedeckten Garten der Villa und schließlich nach oben, um einen kurzen Blick auf das Dach des Hauses zu erhaschen. „Die Balkontür steht offen, aber... das ist unmöglich!“, fährt es ihm durch den Kopf, dann dreht er sich um und erblickt den kleinen Jungen im Türrahmen. Conan weiß anhand von Amuros Handlungen bereits, was dieser überprüft hat und fragt zögerlich nach: „Sag mir nicht...!“ Toru Amuro nimmt einen ernsten Gesichtsausdruck an, steckt seine Hände in die Hosentaschen und schaut Conan in die Augen. „Doch.“, sagt er, in den Augen ein Anzeichen von Ehrgeiz. „Mord in einem verschlossenen Raum.“


      Ein Verbrechen überschattet das Weihnachtsfest. Der blutrote Mord und eine schwarze Begegnung. Bourbon/Toru Amuro und Conan.... werden sie den Fall lösen können? Wie wird Weihnachten für unsere Protagonisten ausgehen? Fortsetzung folgt....

      Nächster Teil: 14. Dezember 2015



      Ich hoffe, euch hat der erste Teil meiner FanFiction gefallen. Nun seid ihr gefragt, liebe DCDP-User: Ihr könnt fleißig mitraten und ich bin sehr auf eure Schlussfolgerungen gespannt. Wer ist der Mörder von Frau Tatsumoto? Und welchen Trick hat er verwendet, um die Tat zu begehen?
      Rückmeldungen zu meiner FanFiction sowie Schlussfolgerungen und Theorien zum Mordfall können gerne und sollen im besten Fall gepostet werden, es würde mich sehr freuen, wenn ihr euch an dieser Rätsel-FF beteiligen würdet. Nächste Woche, am 14. Dezember 2015, gibt es im zweiten Teil noch mehr Hinweise für euch zum Fall, Amuro und Conan kommen der Wahrheit näher und damit natürlich auch ihr, bevor in einem dritten Teil die große Auflösung erscheint.
      Viel Spaß beim Raten, ihr Detektive des DCDP-Forums.


      MfG
      Black organization member

      :thumbup: Vielen Dank an Spürnase für den Banner!!! :thumbup:

      Mein Fanfiction-Thread: BOMs BOMbastische Fanfictions
      Bundesligatippspiel 2017/18

      by Beechan & Black organization member
      Entschuldige, wenn das Kommentieren hier ein wenig länger dauert, aber ein ausführlicher Text verdient auch einen etwas ausführlicheren Kommentar.

      Also zunächst war ich doch erstaunt, dass du dich der Herausforderung gestellt hast, einen ganzen Fall zu konstruieren. Man geht bei den wöchentlichen Kapiteldiskussionen ja gerne mal über den eigentlichen Fall hinweg, oder befindet ihn nur knapp für gut, bzw. schlecht, aber letztlich steckt dahinter doch sehr viel Arbeit. Von daher, Respekt dass du dir diese Mühe für uns machst. :thumbup:

      Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Geschichte drei Teile haben wird – auf drei Türchen verteilt – die dem Schema von Goshos Fällen folgen werden, sprich das dieser Teil den Fall einleitet, im nächsten Teil die Ermittlungen folgen und im dritten Teil abschließend die Auflösung. Unter diesem Gesichtspunkt ist es natürlich klar, dass du in diesem ersten Teil nur bedingt einen Spannungsbogen aufbauen kannst, da dem Leser zunächst eine ganze Menge Informationen als Input geliefert werden müssen. Im Gegensatz zu Manga und Anime, bleibt hier ja nur das Medium Text übrig, was schon nicht einfach ist. Ich denke dir ist es aber gelungen, uns die Informationen zu geben, die wir brauchen, ohne es dabei langwierig werden zu lassen. Das einzige, das ich hier anders machen würde, wären gewisse Doppelungen. Ich habe es jetzt nicht gezählt und möchte nur eine Stelle herausgreifen, an der mir das aufgefallen war, nämlich die mit dem Teich. Im ersten Satz wird der Teich hinter dem Haus sozusagen von dem Erzähler eingeführt und im darauffolgenden Satz von Ran erneut erwähnt. In solchen Fällen denke ich genügt eine der Erwähnungen, bzw. würde ich dann wohl die durch die direkte Rede bevorzugen, sprich in dem konkreten Fall die durch Ran.
      Gegen Ende des Handlung, das sollte man natürlich nicht unerwähnt lassen, erhält der Text dann einiges an Spannung. Wie du die Entdeckung der Tat, bzw. das Verhalten von Conan und Bourbon am Tatort beschrieben hast, war atmosphärisch sehr dicht und hat mir sehr gut gefallen und macht neugierig auf die weiteren Ermittlungen, zumal Conan und Bourbon ja gerade zu diesem Zeitpunkt des Mangas ein besonderes "Ermittlerpaar" sind.

      Btw., ich fand die Idee auch ziemlich gut, dass Conan die Hausherrin als verkleidete Vermouth vermutet. Ich bin mir gar nicht sicher, ob du dies auch als Spannungsbogen für den Leser oder nur für Conan angedacht hattest. Aber wenn es auch für den Leser gelten soll, dann würde ich das Gespräch von Bourbon und Vermouth weiter vorne im Text herausnehmen, da dem Leser dadurch ja klar ist, dass es Vermouth wahrscheinlich nicht ist. Also wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob dies nun an den Leser gerichtet war, aber bei eine erneuten Veröffentlichung könnte man daraus noch einen zusätzlichen Spannungsbogen entwickeln, denn die Idee fand ich wirklich gut und sie fügt sich auch gut in den vorgegebenen Zeitraum des Mangas ein.

      Ach ja, auch erwähnt werden sollte ist, dass mir bei dem Tempus keine „Ausrutscher“ aufgefallen sind, was ich bei der Länge des Textes doch für erwähnenswert halte. Da muss man erst mal schaffen.

      Zum Fall an sich möchte ich eigentlich noch den Ermittlungsteil abwarten, bevor ich zu viel spekuliere. Allerdings wurde es deutlich, dass viele der Charaktere ein Motiv haben und auch das mehrere Verletzungen an ihren Fingern haben, dürfte wohl kein Zufall sein. Generell gefällt mir übrigens das Setting des Tatorts, etwas abgelegen, das erinnert mich immer an einige tolle Fälle in den früheren Zeiten des Mangas.

      Also ein schönes Türchen, ich freue mich schon auf die Fortsetzungen :thumbsup:
      So, ich wollte nochmal auf einige Dinge aus deinem Kommentar eingehen und habe endlich auch mal die Zeit dafür gefunden. :D Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, hat mich sehr gefreut. :thumbup:

      Spürnase schrieb:

      Also zunächst war ich doch erstaunt, dass du dich der Herausforderung gestellt hast, einen ganzen Fall zu konstruieren. Man geht bei den wöchentlichen Kapiteldiskussionen ja gerne mal über den eigentlichen Fall hinweg, oder befindet ihn nur knapp für gut, bzw. schlecht, aber letztlich steckt dahinter doch sehr viel Arbeit. Von daher, Respekt dass du dir diese Mühe für uns machst.

      Es ist auch schon etwas Arbeit gewesen, den Fall zu konstruieren, weil dadurch auch einiges an Vorarbeit nötig war, bevor ich mich überhaupt ans Schreiben wagen durfte. Ich habe vor längerer Zeit im alten Forum noch eine FF über die BO geschrieben und da war ich als Schreiberling noch ganz stark von der spontanen Sorte. Ich habe damals einfach mal so angefangen zu schreiben und bin jedes Mal unbekümmert ins Verfassen eines neuen Kapitels gestartet. Klar hatte ich Vorstellungen, was ich im jeweiligen Kapitel, das ich in dem Moment geschrieben habe, behandeln wollte, welche Storyentwicklungen vorkommen sollten usw., aber jedes Mal habe ich spontan beim Schreiben noch mehr dazu geschrieben, ergänzt, nebenbei ist mir noch dies und das eingefallen usw., d.h. ein Grundgerüst stand und beim Schreiben der einzelnen Kapitel habe ich noch mehr Handung spontan hinzugefügt. Das konnte ich dieses Mal nicht machen, einfach mal ohne Nachdenken und Vorarbeit loslegen und den Fall schreiben. Ich musste also meine Arbeitsweise abändern und freue mich, euch einen eigenen Fall als Türchen bieten zu können. ^^


      Spürnase schrieb:

      Ich denke dir ist es aber gelungen, uns die Informationen zu geben, die wir brauchen, ohne es dabei langwierig werden zu lassen. Das einzige, das ich hier anders machen würde, wären gewisse Doppelungen. Ich habe es jetzt nicht gezählt und möchte nur eine Stelle herausgreifen, an der mir das aufgefallen war, nämlich die mit dem Teich.

      Danke für das Kompliment. :D Das mit den Dopplungen stimmt aber, das hätte ich vermeiden sollen, vor allem wenn sich sowas häuft. Daran habe ich nicht so sehr gedacht in dem Moment, aber gut, dass du es bemerkst. ^^


      Spürnase schrieb:

      Gegen Ende des Handlung, das sollte man natürlich nicht unerwähnt lassen, erhält der Text dann einiges an Spannung. Wie du die Entdeckung der Tat, bzw. das Verhalten von Conan und Bourbon am Tatort beschrieben hast, war atmosphärisch sehr dicht und hat mir sehr gut gefallen und macht neugierig auf die weiteren Ermittlungen, zumal Conan und Bourbon ja gerade zu diesem Zeitpunkt des Mangas ein besonderes "Ermittlerpaar" sind.

      Bei der Entdeckung der Leiche wollte ich natürlich diese Spannung aufbauen, wie es im Manga bzw. Anime auch gemacht wird, dort wird ja auch recht dynamisch die Handlung beschrieben, mit Fokus auf die Leiche, die Ermittler sind geschockt usw. Wobei Manga und Anime das schneller rüberbringen können, da ich mit Text als Medium arbeite, bin ich eben auf viele Dinge noch eingegangen (Beschreibungen des Zimmers, Stimmung von Conan und Bourbon, der Butler, ...), die im Manga in einigen Paneln schon klar werden und was im Manga nicht noch extra erwähnt wird, weil man sowas schon sieht. Aber danke für das positive Feedback deswegen. :D


      Spürnase schrieb:

      Btw., ich fand die Idee auch ziemlich gut, dass Conan die Hausherrin als verkleidete Vermouth vermutet. Ich bin mir gar nicht sicher, ob du dies auch als Spannungsbogen für den Leser oder nur für Conan angedacht hattest. Aber wenn es auch für den Leser gelten soll, dann würde ich das Gespräch von Bourbon und Vermouth weiter vorne im Text herausnehmen, da dem Leser dadurch ja klar ist, dass es Vermouth wahrscheinlich nicht ist. Also wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob dies nun an den Leser gerichtet war, aber bei eine erneuten Veröffentlichung könnte man daraus noch einen zusätzlichen Spannungsbogen entwickeln, denn die Idee fand ich wirklich gut und sie fügt sich auch gut in den vorgegebenen Zeitraum des Mangas ein.

      Jetzt, wo du es ansprichst.... Ja, du hast natürlich vollkommen Recht, wenn ich das etwas geschickter mache und bedenke, dann würde ein doppelter Spannungsbogen entstehen. ^^ Eigentlich wollte ich die Spannung sowohl für Conan als auch für euch Leser aufbauen, aber stimmt natürlich, durch die Telefonat Bourbon-Vermouth-Szene am Anfang wird Vermouth schon mehr oder weniger ausgeschlossen als Hausherrin. Es bleibt wenigstens die Spannung für Conan. ^^ Aber vielen Dank, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, das könnte ich wirklich bedenken bei einer Überarbeitung. :thumbup:


      Spürnase schrieb:

      Zum Fall an sich möchte ich eigentlich noch den Ermittlungsteil abwarten, bevor ich zu viel spekuliere. Allerdings wurde es deutlich, dass viele der Charaktere ein Motiv haben und auch das mehrere Verletzungen an ihren Fingern haben, dürfte wohl kein Zufall sein. Generell gefällt mir übrigens das Setting des Tatorts, etwas abgelegen, das erinnert mich immer an einige tolle Fälle in den früheren Zeiten des Mangas.

      Das Setting ist schon bewusst so gewählt bzw. habe ich mich da auch an DC orientiert, dort kommen ja hin und wieder irgendwelche Villen bei Mordfällen vor. Hoffentlich kann mein Fall dann auch mit den tollen Fällen von früher mithalten. ^^

      Den 2. Teil abzuwarten ist natürlich dein gutes Recht und es ist ja bald soweit. :D
      Heute kommt ja schon der 2. Teil meiner FF raus, daher bedanke ich mich bei euch allen für euer positives Feedback für den ersten Teil und ich würde mich freuen, wenn euch auch die Fortsetzung der Story gefällt und ihr fleißig miträtselt bei dieser FF. :thumbsup: Also nicht vergessen zu lesen und zu posten, ihr lest später von mir. :D

      :thumbup: Vielen Dank an Spürnase für den Banner!!! :thumbup:

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