Vierschanzentournee

      Vierschanzentournee

      Für mich das Highlight im Skisprungjahr - die Vierschanzentournee. Sie geht heuer zum 63. Mal über die Bühne und findet immer zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen statt. Wie jedes Jahr wird in Oberstdorf gestartet, dann kommt das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und für die letzten beiden Springen wird nach Österreich gewechselt, wo zu erst in Innsbruck und beim Dreikönigsspringen dann in Bischofshofen gesprungen wird.

      Das 1. Springen in Oberstdorf wurde wegen der schlechten Windverhältnisse vom 28.12 auf den 29.12 verschoben, nachdem man den 1. Durchgang schon begonnen hatte. Die Juryentscheidung fürs Verschieben war mehr als sinnvoll, da unter den gestrigen Windverhältnissen kein faires Springen zustande gekommen wäre. Die Windverhältnisse waren heute viel besser, nur der viele Schnee hat in der Anlaufspur ein paar Probleme gemacht, trotz allem konnte ein faires Springen in beiden Durchgängen veranstaltet werden.
      Stefan Kraft (AUT) gewinnt (zum 1. Mal), vor Michael Hayböck (AUT) und Peter Prevc (SLO). Kamil Stoch (POL) konnte sich nach einem schlechteren 1. Sprung durch einen tollen 2. auf den 4. Platz verbessern. In den Top 10 und somit noch mit einer Chance auf den Gesamtsieg der Tournee sind Andreas Kofler (AUT), Anders Fannemel (NOR), Roman Koudelka (CZE), Noriaki Kasai (JPN) und die beiden ex aequo 9. Daiki Ito (JPN) und Jernej Damjan (SLO).

      Enttäuschend waren leider die deutschen Topfavoriten Severin Freund (13.) und Richard Freitag (15.), der Japaner Taku Takeuchi (20.) und der Schweizer Simon Amman, der schon nach dem 1. Durchgang nach ein Sturz, bei dem ihm zum Glück nichts passiert ist, ausgeschieden ist.

      Meine Frage an euch, schaut ihr die Vierschanzentournee auch? Schaut ihr Skispringen generell? Habt ihr es vielleicht schon mal selbst ausprobiert? (dann wärt ihr meine ganz persönlichen Helden ;) )Wart ihr schon einmal live dabei?
      Wenn ihr schaut, wer sind eure Favoriten? Was haltet ihr von den Windpunkten bzw. Juryentscheidungen generell? Findet ihr das Skispringen ein fairer Sport ist?
      Für mich war das einzig enttäuschende der Sturz von Ammann, nach all den Jahren gönn ich ihm den Gesamtsieg am meisten, ist ja eh das einzige, was ihm noch fehlt :(

      Skispringen als Sport war bis vor 5 Jahren definitiv kein fairer Sport, das stelle ich mal als Fakt in den Raum. Ungeachtet der aktuellen Formen der Sportler gab es immer die höchste Macht dieses Sportes, die zugleich ein Segen oder ein Fluch sein konnte, das "Lüftchen". Mit der Einführung der Windpunkte geht man definitiv in eine gute Richtung diesbezüglich, auch wenn diese Vorgehensweise noch weit entfernt von Perfektion ist. Auch die Gate-Punkte sind ein guter Schritt, da man nicht mehr so oft Springen abbrechen muss wie früher, wo der Wind zu stark war (Auf- und Rückenwind, versteht sich), ich erinnere dabei gerne an ein Springen, wo man Sven Hannawald als letzten Springer wegen zu starkem Aufwind nicht springen lassen wollte, das Springen wurde dann afaik abgebrochen oder es gab eine große Verzögerung, hab' es nicht mehr genau im Kopf, locker 12 Jahre her. In jedem Fall ist Skispringen schon seit immer einer meiner Lieblingssports, auch, wenn ich nie die Gelegenheit hatte, es selbst mal zu versuchen oder an einem Springen live dabei zu sein. Villeicht gönn ich mir Innsbruck in 2016, das ist der mir nächste Ort mit einem Weltcup-Springen :)

      In den letzten Jahren hat sich mein Hype drumherum ein wenig gemildert, man hat einfach nicht so viel Zeit dafür und Skispringen musste dafür leiden. Nichtsdestotrotz bin ich in den letzten 5 Jahren ein Simon Ammann Supporter, mein All Time Favorite wird aber ohne jeden Zweifel Janne Ahonen sein, der, seit er nicht mehr regelmäßig springt, leider in einer miserablen Form ist. Dennoch hoffe ich auf eine gute Rückkehr :)
      @ Amy, ich habe das alles mitgekriegt weil wir das Springen im Fernsehen mitverfolgt haben und ich als Österreicherin freue mich natürlich sehr über den österreichischen Doppelsieg. Die Zwei haben es sich echt mal verdient.

      @ BrickBreak, da gebe ich dir Recht, meine Mutter hätte es ihm auch vergönnt.

      Skispringen ist auf jeden Fall nur etwas für ganz Mutige :D Wegen den Windpunkten denke ich das es nichht immer ganz fair zugeht, manchmal habe ich das Gefül das dienJury einem bestimmten Springer den sie vorne sehen wollen mehr Punkte gibt als einem Anderen, das hägt aber auch von den am Austragungsort herrschenden Windverhältnissen zusammen aber ich bewundere jeden einzelnen Springer für seinen Mut und sein Können, ganz egal aus welchem Land er kommt.

      Hast du gewusst dasbes für Frauen jetzt auch Wettbewerbe im Skispringen gibt?


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      Nervenzwerg schrieb:

      Wegen den Windpunkten denke ich das es nichht immer ganz fair zugeht

      Gerade wegen der Windpunkten ist dieser Sport massiv fairer geworden. Ich weiß zwar nicht, wie lange du Skispringen verfolgst (Wind- und Lukenpunkte wurden in der Saison 2009/10 eingeführt), aber zu Zeiten davor gab es sowas nicht. Der Sport hat zu einem großen Teil auf Glück basiert weil es immer wieder vorkam, dass diverse Springer (unter anderem auch Favoriten) wegen unterschiedlichen Windverhältnissen halt unterschiedlich weit sprangen (ich ignoriere hierbei die damalige Form der Springer, der Wind hat da eine große Rolle gespielt). Ganz am Anfang hat mir keine dieser neuen Regelungen gefallen, nur weil es "etwas neues" war. Da ich heute kritisch denke, ist mir klar, dass die Wind- und Lukenpunkte sehr viel zur Stabilität und Fairness des Sports beigetragen haben. Aber ich habe schon betont, dass die Regel weit entfernt davon ist, perfekt zu sein. Nichtsdestotrotz kompensieren die Windpunkte den Glücksfaktor, der durch den Wind verursacht wird, wenigstens ein bisschen.

      Nervenzwerg schrieb:

      manchmal habe ich das Gefül das die Jury einem bestimmten Springer den sie vorne sehen wollen mehr Punkte gibt als einem Anderen

      Wettbewerbsmanipulation ist selbstverständlich immer möglich, wir können uns dabei jedoch beruhigen, weil es genau festgelegt ist, wieviele Punkte man für einen Sprung bekommt. Die Faktoren zur Punktevergabe sind recht offensichtlich:
      - Die Weite (es ist schwerer weit zu springen als kurz und es ist auch schwerer einen weiten Sprung zu stehen)
      - Die Haltung in der Luft (Wackeln, Zittern etc. wird offensichtlich schlechter bepunktet)
      - Die Landung - der wohl wichtigste Faktor ((kein) Telemark, Unruhe beim landen, Sturz etc.)

      Wäre jetzt in Oberstdorf z.B. jemand komplett ruhig geflogen und einen sauberen Telemark auf 142 m gesetzt, gäbe es problemlos 20-er Noten. Es entscheiden immer feine Kleinigkeiten, wieviel man für eine Ausführung bekommt, die Jury ist zu einem hohen Grad neutral. Sie stand auch in der Vergangenheit immer wieder in Kritik, die eigenen Landsmänner unterstützen zu wollen, was auch hauptsächlich nicht stimmt.

      Nervenzwerg schrieb:

      @ Amy, ich habe das alles mitgekriegt weil wir das Springen im Fernsehen mitverfolgt haben und ich als Österreicherin freue mich natürlich sehr über den österreichischen Doppelsieg. Die Zwei haben es sich echt mal verdient.

      Da kann ich dir nur zustimmen! Verdient hätten sich den Sieg beide. Und freuen kann man sich für einen österreichischen Doppelsieg eh nur und hoffen, dass die 6-jährige Gesamtsiegessträhne (Loitzl, Kofler, Morgenstern, Schlierenzauer, Schlierenzauer und Diethart) der Österreicher weiter anhält und diese Tournee Nr. 7 dazu kommt. :D

      Nervenzwerg schrieb:

      Hast du gewusst dasbes für Frauen jetzt auch Wettbewerbe im Skispringen gibt?

      Ja, für mich ein Highlight von Olympia 2014 in Sotchi war die Silbermedaille von Daniela Iraschko-Stolz. Leider wird der Skisprung für Frauen kaum ausgestrahlt, was ja auch dazu beiträgt, dass es weniger bekannt ist.

      BrickBreak schrieb:

      Ganz am Anfang hat mir keine dieser neuen Regelungen gefallen, nur weil es "etwas neues" war. Da ich heute kritisch denke, ist mir klar, dass die Wind- und Lukenpunkte sehr viel zur Stabilität und Fairness des Sports beigetragen haben. Aber ich habe schon betont, dass die Regel weit entfernt davon ist, perfekt zu sein. Nichtsdestotrotz kompensieren die Windpunkte den Glücksfaktor, der durch den Wind verursacht wird, wenigstens ein bisschen.

      Ganz am Anfang ging das glaub ich jedem so, dass er die Windpunkte nicht gut fand. Aber ein fairer Wettkampf ist durch sie zum Glück schon gegeben, auch wenn, wie du betonst, es noch nicht perfekt ist. Aber bei einem Sport, wo man so von Außenfaktoren wie Wind abhängig ist, ist es leider schwer ein perkeftes System zu finden.

      BrickBreak schrieb:

      Wettbewerbsmanipulation ist selbstverständlich immer möglich, wir können uns dabei jedoch beruhigen, weil es genau festgelegt ist, wieviele Punkte man für einen Sprung bekommt.

      Wobei es schon auffällt, dass die "berühmten" Springer manchmal 0,5-1 Punkte bei den Noten mehr bekommen, als ein junger, unerfahrener Springer. Massiv aufgefallen ist mir das bei der letzten Vierschanzentournee als der Didl (Thomas Diethart), damals noch ziemlich unbekannt, einen super Sprung hergelegt hatte, aber schlechtere Noten bekommen hat, als ein bekannterer Springer mit schlechterem Sprung.
      Dadurch das die beste und schlechteste Note gestrichen wird, ist die Notengebung in der Regel aber eh recht fair. Allerdings bin ich bei Notengebungen in Sportarten immer ziemlich kritisch, weil man im Spielraum trotz allem noch manche Sportler bevorzugen kann.
      Mein Interesse am Skispringen hält sich in Grenzen, daher schaue ich mir weder die Vierschanzentournee noch Skispringen allgemein im Fernsehen an. Aber ich informiere mich dennoch im Nachhinein über die Ergebnisse. Die deutschen Springer waren mal wieder eine einzige Enttäuschung beim ersten Springen, aber gut, das ist ja schon seit Jahren so. Die Deutschen gehen ja oft mit Ambitionen in den Wettbewerb, um dann doch wieder an den Erwartungen zu scheitern. Das ist zwar schade, aber wirklich enttäuscht bin ich jetzt nicht, wie gesagt, so interessiert bin ich auch wieder nicht, dass ich da groß mitfiebere und Favoriten habe.
      Dementsprechend habe ich Skispringen auch noch nie gemacht. Der einzige Wintersport, den ich betrieben habe, ist Skifahren, aber das war es dann auch schon.
      Ob Skispringen ein fairer Sport ist, ist recht schwer zu beurteilen. Wie hier ja bereits angesprochen wurde, sind Wind und Wetter zwei entscheidende Faktoren und es gibt andere Sportarten, die nicht so abhängig von Außenfaktoren sind. Durch Regeleinführungen wurde das zwar gemildert, aber trotzdem ist es noch teilweise vom Wetter und Glück abhängig. Und bei allen Sportarten mit Jury bin ich doch etwas skeptisch. Ich meine damit keine Manipulation oder Ähnliches und sicher ist die Jury weitestgehens neutral, aber unterbewusst kann es schon passieren, dass man hier und da mal besser oder schlechter bewertet, weil es einen gewissen Spielraum gibt. Das soll aber nicht bedeuten, dass Skispringen ein unfairer Sport ist.

      :thumbup: Vielen Dank an Spürnase für den Banner!!! :thumbup:

      Mein Fanfiction-Thread: BOMs BOMbastische Fanfictions
      Bundesligatippspiel 2017/18

      by Beechan & Black organization member
      Nach 3 herrvorragenden Sprüngen (Quali, 1. + 2. Durchgang) konnte sich beim heutigen Neujahrsspringen Anders Jacobson (NOR) vor Simon Amman (SUI), der ebenfalls 2 Topsprünge zeigte, und Peter Prevc (SLO) durchsetzen. Bester Österreicher wurde Schlieri am 4. Platz, auf dem 5. Platz landete Rune Velta (NOR)der tourneeführende Kraft (AUT) landete auf Platz 6, dicht gefolgt von Hayböck (AUT) auf Platz 7, dahinter Noriaki Kasai (JPN) auf Platz 8 und dahinter Richard Freitag (GER) und Severin Freund (GER) auf den Plätzen 9 und 10.

      Für die Tourneegesamtwertung bedeutet das, dass Kraft 0,9 Punkte vor Prevc und 7,1 Punkte vor Hayböck liegt. Anders Jacobson liegt mit 21,2 Punkten auf dem 4. Platz und Noriaki Kasai hat 27,9 Punkte Rückstand. In Innsbruck geht der Bewerb am 3. Jänner mit der Quali weiter.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „AmySherridan“ ()

      Das 3. und vorletzte Springen ist vorbei und es war ein herrlicher Wettkampf. Der Schanzenrekord von Sven Hannawald wurde im 1. Durchgang von Stefan Kraft (AUT) abgelöst, der ganze 137m sprang, dieser wurde im 2. Durchgang wieder gebrochen. Diesmal von Teamkollege und Weltcupführenden Michael Hayböck, der ganze 138m sprang. :D

      Gewonnen hat der Deutsche Richard Freitag mit 2 Hammersprüngen vor Kraft (2.) und Amman (SUI) und Kasai (JPN), die ex aequo auf den 3. Platz flogen. Danach kamen Schlierenzauer, Hayböck (beide AUT), Stoch (POL), Freund (GER), Jacobson (NOR) und Koudelka (CZE). Peter Prevc, der vor dem Bewerb in der Gesamtwertung mit 0,9 Punkten an 2. Stelle lag, landet nur auf dem 11. Platz und liegt jetzt mit 29,4 Punkten Rückstand an 3. Stelle und Hayböck liegt mit 23,1 Punkten hinter Karft an 2. Stelle.

      Morgen geht es mit der Quali für Bischofshofen weiter und am Dreikönigstag ist dann das Finale der Vierschanzentournee. Ob Stefan Kraft den Österreichern zu einem 7. Gesamtsieg in Folge helfen kann? Im Moment schaut es so aus, als könnte ihn niemand mehr aufhalten. Ich bin auf jedenfall schon sehr gespannt und freue mich auf die letzten beiden Tage der Tournee.
      Die 63. Vierschanzentournee ist zu Ende und war aus österreichischer Sicht mehr als erfolgreich. :D

      Die Tourneegesamtwertung gewinnt der Österreicher Stefan Kraft (als 7. Österreicher in Folge), vor Teamkollege Michi Hayböck und dem Slowenen Peter Prevc.

      Den Tagessieg holt sich Michi Hayböck, der damit seinen ersten Weltcupsieg holt, vor Noriaki Kasai (JPN) und Stefan Kraft. Peter Prevc landet auf dem 4. Platz, dahinter Anders Jacobson (NOR), Richard Freitag (GER), Gregor Schlierenzauer (AUT), Severin Freund (GER), Anders Fannemel (NOR) und Simon Amman (SUI), der im 2. Durchgang leider einen schweren Sturz hatte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und ist wieder bei Bewusstsein.

      Neben dem Sturz von Amman hat das Springen in Bischofshofen einige weitere Schreckminuten. Der Amerikaner Nick Fairall hatte während dem Training für die Quali einen Sturz erlitten und bei der Quali selbst noch schlimmer stürze und an der Wirbelsäule operiert werden musste. Zum Glück ist er nicht gelähmt, sondern wird sich wieder erfangen. Seine sportliche Karriere wird aber vermutlich nicht weiter laufen. Ein weiterer Sturz während der Quali erlitt der Japaner Daiki Ito, dem es aber, außer leichten Kopfschmerzen, wieder gut geht.
      Ich hoffe, dass es allen Gestürzten bald wieder besser geht!

      Zum Abschluss kann man noch sagen, dass diese Tournee herrlich zum anschauen war, nicht nur aus österreichischer Sicht. Ich freu mich schon auf die nächste Tournee und jetzt erst mal aufs Skifliegen am Kulm und den Rest der Saison.